ThemenWoche: Nachhaltigkeit - sperrig aber wichtig!

ThemenWoche: Nachhaltigkeit - sperrig aber wichtig!

von Meike Lorenzen und Franziska Bluhm

Unsere Rohstoffe sind endlich. Unsere Energie am Arbeitsplatz auch. Wir leben in einer Welt, in der wir unsere Reserven im Blick behalten müssen. Warum der Blick auf die Nachhaltigkeit lohnt.

Nachhaltigkeit – was heute allzu oft wie ein Modewort wohlwollender Unternehmer daher kommt, hat eine jahrhundertelange Geschichte. Hans Carl von Carlowitz prägte den Begriff zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Sein Werk „Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ (1713) ist die erste geschlossene Abhandlung zur Forstwirtschaft – und verfolgt vor allem ein Anliegen: den deutschen Wald vor dem Aussterben zu bewahren.

Von Carlowitz fasste das wenige Wissen über die Waldzucht zusammen, das den 30-Jährigen Krieg überstanden hatte. Es war in einer Zeit der Energiekrise. Die Erzgruben und Schmelzhütten des Erzgebirges mussten als Montanreviere Europas mit viel Holz versorgt werden. Hinzu kam ein starkes Bevölkerungswachstum, das die Holznot nur noch mehr vorantrieb. Gesetze für die Rodung der Wälder gab es nicht – geschweige denn Ökostandards.

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Enquete-Kommission Der Bundestag dokumentiert sein Scheitern

Die Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Bundestages enttäuscht auf der ganzen Linie. Vor allem Union und FDP haben zu der vielleicht wichtigsten Frage der Zeit nichts zu sagen.

Quelle: Deutscher Bundestag/Siegfried Bücker

In dieser Zeit formulierte von Carlowitz auf 432 Seiten den Gedanken, „pfleglich“ mit der Natur und ihren Rohstoffen umzugehen. Er kritisierte den auf kurzfristigen Gewinn ausgelegten Raubbau der Wälder. Nur einmal kam in seiner Abhandlung kam der Begriff „nachhaltend“ vor. Dennoch geht alles, worüber wir heute sprechen, auf seine Interpretation des Begriffs zurück.

Erstaunlich scheint es, dass wir Menschen über die Jahrhunderte die weisen Überlegungen des Oberberghauptmanns vergessen haben. Zwar hat sich die Forstwirtschaft gewandelt. Aber was machen wir, wenn das Öl eines Tage verbraucht oder für uns nicht mehr zugänglich ist? Was passiert, wenn wir weiter so verschwenderisch mit unserem Trinkwasser umgehen? Wie lässt sich nachhaltig Energie erzeugen? Wie könnte die Mobilität der Zukunft aussehen? Wie können Unternehmen langfristiger wirtschaften? Und wie werden wir zukünftig leben?

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Über all diese Fragen lohnt es sich nachzudenken. Im Rahmen unserer ThemenWoche bieten wir Ihnen jeden Tag ein Thema an. Ein Thema, dass Sie zum Nachdenken und Diskutieren anregen soll. Wir werden spannende Startups vorstellen, uns den Begrifflichkeiten nähern, und beispielsweise auch schauen, welche Rolle Nachhaltigkeit bei der Geldanlage spielen kann. Lassen Sie sich überraschen!

Aber diese Themen sind nicht in Stein gemeißelt. Fehlt Ihnen etwas? Gibt es ein Thema, dem sich die WirtschaftsWoche einmal annehmen sollte? Eine Erfolgsgeschichte, ein Skandal? Dann melden Sie sich bei uns!

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