Tsunamiwarnung: Schweres Erdbeben fordert fünf Tote in Chile

Tsunamiwarnung: Schweres Erdbeben fordert fünf Tote in Chile

, aktualisiert 02. April 2014, 09:06 Uhr
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Eine Grafik des United States National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Pacific Tsunami Warning Center in Hawaii zeigt den Ort des heftigen Erdbebens mit Stärke 8,2 an der Nordküste Chiles.

Im Norden Chiles hat ein gewaltiger Erdstoß der Stärke 8,2 die Region erschüttert. Bislang ist von fünf Todesopfern die Rede. Der gesamte Küstenstreifen wurde aus Furcht vor einem Tsunami geräumt, Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Ein schweres Erdbeben hat die nördliche Pazifikküste Chiles erschüttert und mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Das teilte Innenminister Rodrigo Penailillo am Mittwoch mit. Die Opfer seien Herzattacken erlegen oder erschlagen worden. Wie der Gouverneur der Region Iquique, Gonzalo Prieto, in der Nacht zum Mittwoch weiter mitteilte, wurden mehrere Menschen schwer verletzt.

Der Erdstoß löste einen Tsunami aus, der die Räumung des gesamten Küstengebiets nötig machte. Ein Desaster blieb der Region jedoch offenbar erspart: Größere Schäden waren auch Stunden später nicht gemeldet. Doch wurden durch Erdrutsche mehrere Straßen blockiert, in der Stadt Arica waren 90 Prozent der Bewohner ohne Strom. Dort rutschte auch Geröll von dem 130 Meter hohen Küstenhügel Morro de Arica. Aus einer Frauenhaftanstalt in Iquique brachen rund 300 Insassinnen aus. In Iquique brachen zudem zwei Brände aus, wie der Rundfunksender Bio Bio berichtete.

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In Iquique brach die Stromversorgung teilweise zusammen, und es gab dort auch Brände.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat drei Regionen im Norden des Landes zum Katastrophengebiet erklärt. Das Militär solle den Betroffenen dort helfen, aber auch Plünderungen vermeiden, sagte sie in der Nacht zum Mittwoch in einer Fernsehansprache. „Es sind die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Bürger zu schützen“, erklärte sie. Bislang sei alles unter Kontrolle: „Das Land hat die ersten Stunden dieses Notfalls gut gemeistert.“

Das Beben am Dienstagabend hatte eine Stärke von 8,2. Das Epizentrum lag in rund 39 Kilometern Tiefe im Meer, rund 100 Kilometer vor der Küste der Stadt Iquique, wie die chilenische Erdbebenwarte CSN mitteilte. In den folgenden Stunden kam es zu mindestens zehn Nachbeben mit einer Stärke zwischen 5,5 und 6,2. Im benachbarten Peru und in der bolivianischen Hauptstadt La Paz gerieten Gebäude ins Wanken. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung heraus und ordneten Evakuierungen an der nordchilenischen Küste an. Hunderttausende Menschen brachten sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit. Für den Süden Chiles wurde die Tsunami-Warnung inzwischen wieder aufgehoben.

Etliche Städte entlang der Küste wurden von einem kleinen Tsunami getroffen. Die peruanische Küstenstadt Boca del Rio trafen zwei Meter höhere Wellen als üblich. 200 Bewohner mussten den Ort verlassen. Doch Verletzungen oder Schäden habe es nicht gegeben, sagte Enrique Blanco, Polizeichef der Grenzstadt Tacna. Auch die Behörden im US-Staat Hawaii waren alarmiert, gaben jedoch keine Warnung heraus.

"Die Stadt sitzt im Dunkeln"

Im chilenischen Arica behandelte der Psychiater Ricardo Yevenes nach eigenen Angaben gerade einen Patienten, als die Erde bebte. „Rasch begann das ganze Büro sich zu bewegen, Gegenstände fielen herunter“, sagte er einem örtlichen TV-Sender. „Fast die ganze Stadt sitzt im Dunkeln.“

Chile gehört zu den für Erdbeben anfälligsten Ländern der Welt. Im Jahr 2010 kosteten ein Erdbeben der Stärke 8,8 und ein Tsunami mehr als 500 Menschen das Leben. 220.000 Häuser wurden zerstört. Auch der verheerendste Erdstoß, der je registriert wurde, ereignete sich in Chile: 1960 riss ein Beben der Stärke 9,5 mehr als 5000 Menschen in den Tod. Allein in den vergangenen zwei Wochen hatte in der abgelegenen Nordküste Chiles Hunderte Male die Erde gebebt. Ob die ungewöhnliche Schlagzahl der Erdstöße ein Vorbote für eine mögliche Katastrophe sind, können Forscher bislang nicht sagen.

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