Umweltschutz: Immer mehr Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht

Umweltschutz: Immer mehr Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht

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Löwen räkeln sich auf einem Felsen.

Die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen ist trotz Schutz-Erfolgen wieder länger geworden. Illegaler Handel und Verlust der Lebensräume gefährden die Vielfalt der Natur.

Weltweit ist die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen binnen Jahresfrist um mehrere Hundert auf fast 23.000 gestiegen. Neben der Zerstörung des Lebensraumes spiele auch das viel zu intensive Sammeln von Pflanzen für medizinische Zwecke eine unrühmliche Rolle, teilte die Weltnaturschutzunion IUCN bei der Vorlage der neuesten Roten Liste in der Nacht zum Dienstag mit.

In Indien seien nun 44 als medizinisch wirksam geltende Pflanzen als bedroht eingestuft worden. Ihre Wurzeln und Knollen würden in großen Mengen in der Ayurvedischen Medizin und in der Homöopathie eingesetzt.

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Zu den Erfolgsgeschichten zählt die Organisation die Entwicklung beim Iberischen Luchs. Dessen Bestand habe sich binnen zehn Jahren auf 150 erwachsene Tiere verdreifacht.

„Die neue Rote Liste bestätigt, dass wirksamer Schutz außerordentliche Ergebnisse zeitigt“, sagte IUCN-Direktorin Inger Andersen im schweizerischen Gland. Insgesamt sieht es jedoch weniger gut aus. Gründe für die kritische Situation einzelner Pflanzen und Tiere seien in vier von fünf Fällen der Verlust und die Verarmung des Lebensraums, der illegale Handel und die Verdrängung durch andere Arten.

Die Liste müsse ein Weckruf sein, der an die zunehmende Verwundbarkeit der Natur erinnere, meinte Andersen. Insgesamt hat der aktuelle Bericht mehr als 77.000 Arten genau auf ihre Gefährdung untersucht. Die Rote Liste gilt als wichtiger Indikator für den Zustand der Natur.

Zu den immer bedrohteren Arten zählen laut IUCN die Afrikanische Goldkatze, der Neuseeländische Seelöwe und auch der Löwe. Trotz einiger Schutz-Erfolge im südlichen Afrika gingen die Löwen-Bestände im Westen und Osten des Kontinents deutlich zurück, beklagte die Weltnaturschutzunion.

Zu den Gründen zählten die Konflikte mit den Siedlern und Bauern sowie ein Rückgang bei den Beutetieren durch übermäßige Jagd. Eine zunehmende Gefahr für die Bestände des „Königs der Tiere“ sei auch der Handel mit Knochen und anderen Körperteilen für medizinische Zwecke. In der Region und auch in Asien werde Medizin aus Teilen des Löwen geschätzt.

Zum Verkauf angebotene Tiere und Tierprodukte

  • Platz1

    Laut dem Internationale Tierschutz-Fonds boomt vor allem der Online-Handel mit Elfenbein. Knapp ein Drittel aller im Rahmen der IFAW-Untersuchung gefundenen Angebote bezogen sich auf Elfenbein und mutmaßliches Elfenbein. "Mehr als die Hälfte des mit dieser Untersuchung erfassten Handels mit diesen Produkten wurde in China abgewickelt", heißt es in dem Bericht. Auch in Großbritannien, Frankreich und Belgien wurden Elfenbein und mutmaßliches Elfenbein von allen Produkten demnach am häufigsten gehandelt.

    Gefundene Angebot: 3.047

    Prozent: 32,13%

    Quelle: IFAW: Wanted - Dead or Alive - Der Online-Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten. Bei einer Untersuchung Anfang 2014 auf 280 Internet-Plattformen in 16 Ländern entdeckte der IFAW nach eigenen Angaben 33 006 bedrohte Wildtiere, Wildtierteile oder -produkte. Gesamtwert: Mehr als 7,8 Mio. Euro

  • Platz 2

    Ein Viertel aller im Rahmen der IFAW-Untersuchung entdeckten Angebote bezog sich auf Reptilien oder Reptilienprodukte. "Bei knapp 80 Prozent dieser Angebote handelte es sich um Land- und Meeresschildkröten, von denen innerhalb Europas viele als Griechische und Maurische Landschildkröten sowie als Breitrandschildkröten identifiziert wurden, die nach Ansicht vieler Strafverfolger legal und in großer Zahl in Gefangenschaft gezüchtet werden", so die Naturschützer. Schlangen, Echsen, Krokodile und Alligatoren waren in der Kategorie Reptilien offenbar ebenfalls stark vertreten.

    Gefundene Angebote: 2.509

    Prozent: 26,46%

  • Platz 3

    Der größte Anteil an den Angeboten in der Kategorie Vögel entfiel laut IFAW mit 73 Prozent auf exotische Vogelarten wie Papageien, Nashornvögel, Tukane, Sperlingsvögel und Kolibris.

    Gefundene Angebote: 2.254

    Prozent: 23,77%

  • Platz 4

    Die Ermittler fanden 1.309 Angebote für lebende Säugetiere oder Säugetierprodukte, davon ein Drittel (492 Angebote) für lebende Katzen oder Produkte, unter anderem aus Katzenarten wie Tiger, Leopard, Ozelot und Luchs. Darüber hinaus verzeichneten die Ermittler 397 Angebote für Primaten.

    Gefundene Angebote: 1.309

    Prozent: 13,81 %

  • Platz 5

    In der Kategorie Amphibien fanden die IFAW-Emittler rund 280 Angebote für Frösche (278) und Molche (3).

    Gefundene Angebote: 281

    Prozent: 2,96%

Unter den Pflanzen sind den Angaben zufolge viele Frauenschuharten in den asiatischen Tropen extrem bedroht. Zwar stünden die Orchideen unter dem Artenschutz-Abkommen Cites. Aber mangels strafrechtlicher Verfolgung blühe der illegale Handel, hieß es. Auch wenn es die Pflanzen in künstlichen Kulturen gebe, bedeute ihr Verlust in der Wildnis eine erhebliche Verarmung für die genetische Vielfalt.

Eine gute Nachricht haben die Naturschützer, was den Guadalupe-Seebären angeht. Von nur wenigen hundert Exemplaren in den 1950er Jahren hätten sich die Bestände im südlichen Kalifornien heute auf 20.000 erholt.

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