Valley Talk: Welche Unternehmen sich Investoren anschauen sollten

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Solarmodule wurden zum Milliardengrab. Nun ziehen Startups Geld an, die zum Beispiel Tipps zum effizienteren Stromverbrauch geben

Kolumne von Matthias Hohensee

Nach harten Jahren sind Umwelttechnik-Start-ups bei Anlegern wieder beliebt. Andere Branchen tun sich hingegen schwer. Ein Überblick.

Wohl und Wehe der High-Tech-Branche sind heftigen Schwankungen unterworfen. Genau das macht sie für Investoren interessant. Die Kunst ist nur, rechtzeitig einzuschätzen, was demnächst Mode ist. Und auch, wo die Realität dem Hype den Wind aus den Segeln nimmt.

Auf dieser Sinuskurve der Hoffnungen bewegte sich Umwelttechnik seit 2011 stetig nach unten. Die Produktion von Solarmodulen entpuppte sich als Milliardengrab. Der Boom alternativer Fördermethoden wie Fracking für Gas und Öl unterminierte erneuerbare Energieträger. Wagniskapitalgeber im Silicon Valley, die mit Internet-Start-ups teils in wenigen Monaten ihren Einsatz vervielfachen, stiegen – wie Andreesen Horowitz – erst gar nicht in klassisches Cleantech ein oder schraubten ihre Aktivitäten zurück, wie Mohr Davidow. Die Misere gipfelte in dem Bonmot von Joe Dear. „Cleantech“, unkte der Ex-Investmentchef der Pensionskasse Calpers, sei eine „noble Art, um Geld zu verlieren“. Das Zitat stammt vom Frühjahr 2013.

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Mehr Investitionen in Cleantech

An dieser Stelle stand damals, dass clevere Kapitalgeber die düstere Stimmung nun für den Einstieg in Umwelttechnik nutzten. Denn die Bewertungen der Start-ups waren wegen der enttäuschten Hoffnungen wieder attraktiv. Zudem bildete sich mit dem „Cleanweb“ ein neues Segment heraus, mit viel niedrigerem Risiko.

Start-ups, die etwa Lösungen für effektiveren Stromverbrauch in Datenzentren, Bürobauten oder Haushalten entwickeln, benötigen weit weniger Kapital als zum Beispiel Hersteller von Solarzellen. Zugleich blieben die staatlichen Vorgaben zum stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien und von Einspartechnik unverändert.

Inzwischen lässt sich der vorausgesagte Aufwärtstrend mit Zahlen belegen. Seit Sommer ziehen die Investitionen in Cleantech in den USA wieder an. Besonders positiv fiel das erste Quartal 2014 aus, wie die neueste Studie von CB Insights belegt. Der Sektor erhielt 563 Millionen Dollar Wagniskapital, 38 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zum besseren Klima trug nicht nur der unerwartet gute Absatz von Teslas Elektroautos bei. Fantasien beflügelt auch der Verkauf von Nest Labs. Für den Hersteller vernetzter Thermostate zahlte Google 3,2 Milliarden Dollar. Das Start-up verzwanzigfachte in nur dreieinhalb Jahren das eingesetzte Kapital von Investor Kleiner Perkins.

Zwerge, die Riesen schlagen

Positiv für den Sektor ist auch der jüngste Börsengang von Opower, der dem 2007 gegründeten Start-up eine Börsenkapitalisierung von knapp einer halben Milliarde Dollar bescherte. Opower hilft Energieversorgern bei der Auswertung von Strom- und Heizungsverbrauchsdaten ihrer Kunden und dem Versand von darauf basierten Spartipps an Haushalte. Und zwar in Papierform. Google und Microsoft hatten 2011 – erfolglos – Ähnliches versucht, sich anders als Opower aber auf reine Internet-Portale fokussiert. Das Beispiel inspiriert Gründer, weil es zeigt, wie sich Start-ups gegen Giganten durchsetzen können.

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Cleantech ist wieder in Mode. Das wirft die Frage auf, welche andere Branche überhitzt ist, in der die Sinuskurve ihren Gipfel schon wieder überschritten hat? Manches spricht dafür, dass es Start-ups trifft, die mobile Apps und Dienste anbieten? Die sammelten vergangenes Jahr die Rekordsumme von 3,6 Milliarden Dollar ein. Das hat den Wettbewerb so angestachelt, dass sich ihre Geschäftsmodelle, die oft auf Aboverkauf setzen, kaum mehr durchsetzen lassen.

Trotzdem wird die Korrektur wohl noch etwas dauern, vor allem nach dem Verkauf des SMS-Dienstleisters Whatsapp für 19 Milliarden Dollar an Facebook. Was aber nichts daran ändert, dass längst nicht jedes App-Start-up bei einem Internet-Giganten sein neues Zuhause findet.

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