
Immer mehr europäische Großstädter schwingen sich aufs Leihfahrrad. Gab es vor zehn Jahren nur eine Handvoll Verleihsysteme, sind es heute in Europas Metropolen über 400. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen, von der Europäischen Kommission geförderten Studie über „Optimising Bike Sharing in European Cities“ (Obis). Die Marktforscher befragten Betreiber in 48 Städten, darunter Barcelona, Berlin, Paris und London. Während in Europas Osten Mieträder noch unattraktiv sind, gehören sie im Rest des Kontinents zum normalen Straßenbild.
Wirtschaftlich haben die meisten Fahrradverleihsysteme allerdings noch einen wackeligen Stand: „Da Nutzungs- und Registrierungsgebühren fast nie die Betriebs- und Investitionskosten decken, ist für die meisten Systeme irgendeine Art von Querfinanzierung nötig“, resümieren die Autoren der Studie. Die Mehrheit der Betreiber benötigt Subventionen ihrer Stadt, Finanzierung durch Werbung, Einnahmen durch Parkraumbewirtschaftung, City-Maut oder Sponsoring. Doch Erfolg misst sich laut Studie auch jenseits von Zahlen: Die Systeme entlasten den öffentlichen Nahverkehr, reduzieren CO2-Emissionen und verbessern das städtische Image.
Bild: dpaDer 10. Platz geht gleich an mehrere Städte: Ihn teilen sich Budapest, Portland, Guadalajara und Hamburg mit 36 von 64 maximal erreichbaren Punkten.
Bild: ScreenshotDublin schafft es auf Platz 9 der Radfahrerfreundlichsten Städte der Welt - mit 37 Punkten. Trotzdem bleibt ein Wermutstropfen - einst war Dublin auf Platz 3 besten Fahrrad-Städte.
Bild: ScreenshotMontréal belegt den 8. Platz (38 Punkte). Rosige Aussichten habe die Stadt, von der sich andere Metropolen auf dem Kontinent noch etwas abschauen können, in Sachen Radverkehr - vor allem dank einer starken Radler-Lobby, heißt es in der Studie. Verkehrsplanerisch gesehen gibt es aber auch hier noch Verbesserungsbedarf
Bild: dpaParis schafft es auf Platz 7 im Ranking der fahrradfreundlichsten Städte (39 Punkte). "Lichtjahre voraus" sei die Stadt an der Seine anderen Großstädten was Investitionen in Radfahrer-Infrastruktur anginge, so die Internetseite copenhagenize.eu. Das Pariser Fahrradverleihsystem "Velib" erntet besonderes Lob: Es diente als Vorbild für den Ausbau ähnlicher Programme in London und New York. Zu verbessern gibt es aber trotzdem noch etwas: Paris solle jetzt vermehrt Möglichkeiten für Radfahrer auf den Straßen schaffen
Bild: dpaPlatz 6 geht an München (40 Punkte). Die Stadt hat bereits ordentlich in den Radverkehr investiert - vor allem in Form von Marketing. Den Worten sollen jetzt Taten folgen: München soll eine einheitliche Infrastruktur für Radfahrer schaffen beziehungsweise ausbauen und Radlern mehr Platz auf den Straßen schaffen
Bild: dapdDen 4. Platz teilt sich Tokio mit Berlin bei einem Punktestand von 41. Einen 5. Platz gibt es daher nicht. Das strikte Verkehrssicherheitstraining für Fahrer motorisierter Fahrzeuge in Japan verbessert das Sicherheitsempfinden auch für Radfahrer. Der Westen sollte Tokio in vielerlei Hinsicht als Inspiration ansehen - zum Beispiel, was Parkmöglichkeiten für Fahrräder angeht.
Bild: dpaBerlin ist die radfahrerfreundlichste Stadt Deutschlands: 41 Punkte (Platz 4, diesen teilt sie sich mit Tokio). Damit liegt die Hautpstadt nur einen Punkt vor München. Die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut - allerdings - für die Touristenstadt ungünstig - nicht immer einheitlich in der Ausführung.
Bild: ScreenshotBarcelona erreicht mit 45 Punkten Platz 3. Das ist umso erstaunlicher, als es vor 5 Jahren noch so gut wie keinen nennenswerten Radverkehr in der Stadt gab. Barcelona hat kräftig in die Infrastruktur investiert. Jetzt muss dieser Weg konsequent weitergeführt werden und die Marketinganstrengungen verstärkt werden, damit noch mehr Bürger das Rad als modernes, urbanes Fortbewegungsmittel entdecken
Bild: Kopenhagen SchlossermDer 2. Platz gebührt Kopenhagen (52 Punkte). Die Stadt hat eine gut etablierte Radfahrkultur und eine sehr gute Fahrrad-Infrastruktur und bekommt Bonuspunkte für Innovation aufgrund zahlreicher Pilotprojekte. Doch die Metropole muss aufpassen, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht.
Bild: Amsterdam Tourism & Convention BoardDie fahrradfreundlichste Stadt der Welt ist Amsterdam mit 54 Punkten. Die Radfahr-Atmosphäre ist entspannt und angenehm. Radfahren ist hier eine Massenbewegung. Natürlich gibt es trotzdem etwas zu verbessern: Copenhagenize.eu fordert: Motorisierte Fahrzeuge runter von den Radfahrstreifen! Außerdem wäre eine Vereinheitlichung des Aussehens des breit ausgebauten Radwegenetzes wünschenswert. Außerdem solle die Stadft ruhig bewerben, was sie in Sachen Rad-Infrastruktur zu bieten hat. Na dann: In die Pedale treten und auf nach Amsterdam!
Der 10. Platz geht gleich an mehrere Städte: Ihn teilen sich Budapest, Portland, Guadalajara und Hamburg mit 36 von 64 maximal erreichbaren Punkten.
Einem Ranking des dänischen Fahrradgurus und Mobilitätsexperten Mikael Colville-Andersen zufolge ist Amsterdam die fahrradfahrerfreundlichste Stadt Europas. Amsterdam sei „der einzige Ort auf unserem Planeten, wo Polemik gegen das Fahrrad nicht existiert“, meint Colville-Andersen. In Deutschlands bester Radstadt, Berlin, legten die Menschen in manchen Stadtteilen zwar 25 Prozent ihrer täglichen Wegstrecke auf dem Radl zurück. Die Radinfrastruktur sei jedoch ausbaufähig.















