Weltklimagipfel: Nur noch 48 Stunden

Weltklimagipfel: Nur noch 48 Stunden

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NGO-Protest in Kopenhagen

Der Gipfel hat wieder Ruh': Die organisatorischen Probleme bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen werden angepackt, die Proteste lassen nach. Nun muss die Politik liefern.

Noch gestern tobte in Kopenhagen ein kleiner Krieg. Nach G8 und G20 erlebte auch der Klimagipfel, dass politischer Protest nicht mehr friedlich bleibt: Hunderte Demonstranten hatten versucht, das Konferenzzentrum „Bella Center“ im Süden Kopenhagens zu stürmen. Nichtregierungsorganisationen protestierten lautstark gegen ihren Ausschluss vom Tagungsort. Und die Polizei kesselte in der Innenstadt Protestierende ein.

Jetzt, nur einen Tag später, sieht es nicht mal mehr nach Scharmützeln aus. In der Stadt ist es dank sichtbarer Polizeipräsenz ruhig. Außer einer handvoll Unerschrockener, die an der Einfallstraße zum Tagungsort mit ihren selbst gemalten Bannern ausharren, ist nicht mehr viel. Ihre Parolen, eine krude Melange aus „britischen Klimalügen“ und „Völkermord“, verhallen. Nur wenige Meter und eine Demonstrationstruppe weiter ist schon nicht mehr ganz klar, ob es noch um Klimawandel geht - oder um politische Gefangene oder gar Kinderarbeit. Der Protest, er verliert sich.

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"Wir müssen den historischen Schritt machen"

Schnee, Wind und klirrender Frost haben sich über die Aufwallungen der letzten Tage gelegt. Was das Wetter draußen schafft, das besorgt drinnen im „Bella Center“ das dänische Organisationsteam. Der Zugang zur Konferenz wurde extrem limitiert: Nur noch dreihundert NGO-Vertreter dürfen seit seit heute in die Hallen. Man brauche Platz und Sicherheit für über 110 Staats- und Regierungschefs, heißt es zur Begründung.

Auch deshalb ist vom Chaos, von organisatorischen Drittweltzuständen in Skandinavien, auf einmal nichts mehr zu sehen. Keine Schlangen vor den Hallen, wo in den Tagen zuvor selbst Delegierte stundenlang in der Kälte auf Einlass warten mussten. Stattdessen zügige Abfertigung und freundlicher Service.

Gerade noch rechtzeitig: Denn mit der Ankunft von Merkel, Obama und Kollegen muss nun in weniger als 48 Stunden eine Lösung für die globalen Klimaprobleme her. Und das nach zunehmend festgefahrenen und blockierten Verhandlungen. Dass die verschachtelte Konferenzmaschinerie nun endlich reibungslos schnurrt, ist entscheidend. „Wir müssen“,  fordert am Mittag US-Außenministerin Hillary Clinton, „den historischen Schritt machen, auf dem wir stolz sein können.“

Trotz ökorrekter Abfalleimer aus recycelter Pappe und einem reichhaltigem Angebot an Biosäften gelingt es aber auch den Organisatoren nicht immer, alle Dissonanzen draußen zu halten. In der  Haupthalle des „Bella Center“ beherrscht eine haushohe Weltkugel den Raum. Dort, wo eigentlich die kleinen Pazifikstaaten auf dem Globus prangen müssten, gähnt nur nacktes Weiß. Mit Filzstift hat jemand „Tuvalu?“ und „Where is Fidschi?“ an die Hülle geschrieben. Die Inselstaaten, längst zum Symbol für die Gefahren des steigenden Meeresspiegels avanciert, sind einfach vergessen worden.

Untergegangen, beim Klimagipfel. Es gibt bessere Omen.

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