Weltklimagipfel: Verhandlungen über Weltklima stocken erneut

Weltklimagipfel: Verhandlungen über Weltklima stocken erneut

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Passanten in Kopenhagen vor mit Schnee bedeckten Weltkugeln: Auf dem Weltklimagipfel ist noch keine Einigung in Sicht

US-Präsident Barack Obama ist nun in Kopenhagen eingetroffen - und hat gleich das erste Problem zu lösen: In den frühen Morgenstunden sind die Verhandlungen am Weltklimagipfel ins Stocken geraten. Es gibt nicht einmal eine grobe Linie in den wichtigsten Streitpunkten.

In einer nächtlichen Verhandlungsrunde gelang es Unterhändlern einer Kerngruppe der wichtigsten Staaten und Regionen nicht, wenigstens eine grobe Linie in die wichtigsten Streitpunkte zu bringen. Sichtlich gestresst verließen Minister und Delegierte in den frühen Morgenstunden den Verhandlungssaal im Kongresszentrum. Der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt sagte dem Fernsehsender SVT: „Die Lage ist sehr ernst“. Es gebe eine Gruppe beim Gipfel, die sich „nicht konstruktiv“ verhalte und verwies auf Schwellenländer wie China und Indien. Auch die USA hätten „nicht genug getan“, sagte Reinfeldt unmittelbar vor einem weiteren Sondertreffen der Kerngruppe, in der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mitverhandelt

US-Präsident Barack Obama ist heute Früh zum Klimagipfel in Kopenhagen eingetroffen. Auf Obama ruhen beim Gipfel große Hoffnungen. Nach einer Begegnung mit dem gastgebenden dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen will sich der US-Präsident unter anderem am Vormittag mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao treffen. Ein Streit zwischen Washington und Peking über die internationale Überprüfbarkeit von Klimaschutzmaßnahmen gilt als eines der Haupthindernisse für ein umfassendes Abkommen in Kopenhagen.

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Die Stimmung bei dem Mammuttreffen mit mehr als 10 000 Delegierten sei schlecht, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Kerngruppe von gut zwei Dutzend Spitzenpolitikern soll eine politische Erklärung für die Plenums-Verhandlungen des Weltklimagipfels erarbeiten. „Wir brauchen die Zustimmung jeder einzelnen Delegation“, betonte Japans Premierminister Yukio Hatoyama. Ziel war eigentlich die Einigung auf die wichtigsten Eckpfeiler eines Weltklimaabkommens, das von 1. Januar 2013 an das Kyoto-Protokoll ablösen soll.

Noch gegen Mitternacht hatte sich die Stimmung beim Klimagipfel vorübergehend gebessert, als sich nach einem Gala-Essen bei Königin Margrethe II. die Gruppe aus Staats- und Regierungschefs aus verschiedenen Kontinenten auf Initiative der EU zu einem improvisierten „Mini-Gipfel“ traf. Zu den Teilnehmerländern gehörten neben Deutschland und anderen maßgeblichen EU-Ländern auch Südafrika, Japan, Australien, und für die vom Klimawandel besonders hart betroffenen Länder Bangladesch und der Inselstaat Malediven.

Die USA waren durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahmen am nächtlichen Kopenhagener Mini-Gipfel teil. Dagegen fehlte Chinas Regierungschef Wen Jiabao. Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg sagte: „Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und trotzdem gibt es keine Lösung.“ Zwar habe ein guter Ton und ein guter Wille geherrscht, aber man sei „eigentlich nicht weitergekommen“.

Er fürchte, dass es kein Abkommen geben werde. Letzte Hoffnungen für einen Endspurt bei der Klimakonferenz ruhten auf einem für den späten Vormittag geplanten Gespräch zwischen Obama und Wen. Der Streit zwischen China und USA sowohl über Verminderungen von Treibhausgas-Emissionen wie auch über deren Kontrolle und Finanzhilfen an ärmere Länder war seit Beginn der Klimakonferenz vor fast zwei Wochen einer der wichtigsten Hindernisse für eine Einigung.

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