Wintersport: Hightech soll die Skigebiete retten

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Wintersport: Hightech soll die Skigebiete retten

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Für den Pistenbetrieb genügen 40 Zentimeter Schneehöhe

von Matthias Kamp

Pistenraupen, Schneekanonen und Kunstschnee aus dem Zwischenlager: Mit Hightech kämpfen die Skiorte gegen den Klimawandel. Wintersport ist längst kein Wachstumsgeschäft mehr, die Anbieter ringen um effiziente Pisten.

Mit einem sanften Ruck bohrt sich die Fräse in die Skipiste. Der Fahrer oben in der Kanzel drückt den Joystick leicht nach vorne, dann setzt sich die 14 Tonnen schwere Pistenraupe in Bewegung. An ihrem hinteren Ende lockern die Zähne der Fräse bis in etwa 40 Zentimeter Tiefe den Schnee auf. An der Vorderseite des Ungetüms schiebt ihn ein mächtiges Schild die Piste hinauf und planiert ihn.

„Die Skifahrer drücken bei ihren Abfahrten den Schnee Richtung Tal“, erklärt Werner Amort, Vorstandschef von Prinoth. Der Hersteller aus dem Südtiroler Sterzing hat die Pistenraupe gebaut. Amort schaut an diesem sonnigen Wintermorgen zu, wie sich das 530 PS starke Gefährt – Modell Leitwolf – den Hang nahe dem österreichischen Kitzbühel hinaufschiebt.

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Es ist das Topmodell: 500.000 Euro teuer, von italienischen Stardesignern gestaltet, ausgestattet mit Recaro-Sitzen. Für die Urlauber ringsum ist die wuchtige Raupe das augenfälligste Beispiel für all die teure Technik, mit der Skiorte global ihre Pisten effizienter betreiben wollen.

Aktuelle Investitionen in deutsche Skigebiete

  • Feldberg

    10,4 Mio. Euro

  • Sudelfeld

    13 Mio. Euro

  • Harz

    25 Mio. Euro

  • Oberjoch

    50 Mio. Euro

  • Zugspitze

    50 Mio. Euro

Denn der Winterport ist längst kein Wachstumsgeschäft mehr. Immer weniger junge Leute lernen Skifahren, der weiße Sport ist bei ihnen nicht mehr angesagt. Und es fehlt schlicht an Schnee – die Folgen des Klimawandels, hier werden sie spürbar.

Gnadenloser Wettbewerb

Manche Experten schätzen, dass bereits zwei Drittel der österreichischen Bergbahnbetreiber rote Zahlen schreiben. „Unter den Skigebieten herrscht ein harter Wettbewerb um Marktanteile“, sagt Edgar Grämiger von der Beratungsgesellschaft Grischconsulta im schweizerischen Chur. Um mitzuhalten, versuchen die Skiorte, die Kosten zu senken, etwa durch Schneekanonen mit höherem Wirkungsgrad oder den effizienteren Einsatz des aufwendig produzierten Kunstschnees.

„Schneemanagement“ nennt das Josef Burger, Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel. Er hat in dem Nobelskiort mit mehr als 50 Seilbahnen und Liften alle 170 Kilometer an Pisten Zentimeter für Zentimeter per Satellitennavigation exakt vermessen lassen, inklusive der Höhe über dem Meeresspiegel. Im Winter bestimmt die Pistenraupe wieder die Höhe – und berechnet mithilfe der so gewonnenen Daten die Dicke der Schneeschicht. „So wissen wir ständig, wo wie viel Schnee gebraucht wird“, sagt Burger. Big Data im Wintersport.

In der Kabine der Pistenraupe zeigt ein gelb umrandeter Monitor während der Fahrt die Schneehöhe unter der Raupe an. 41, 44, 42 Zentimeter: Permanent wechseln die Zahlen. Gleichmäßig 40 Zentimeter Schnee genügen für einen ordentlichen Pistenbetrieb. Früher landete der Kunstschnee nicht selten an Hängen, auf denen ohnehin schon genug lag; andere bekamen zu wenig ab. Durch das neue Messverfahren blasen ihn die Kanonen nur noch dorthin, wo er benötigt wird: nicht unwichtig bei einem Preis von 2,50 Euro für einen Kubikmeter. Kitzbühel verteilt pro Saison zwei Millionen davon. Je nach Skigebiet lassen sich die Kosten der Schneeproduktion um bis zu ein Viertel senken.

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1 Kommentar zu Wintersport: Hightech soll die Skigebiete retten

  • In St. Moritz, Zermatt und anderswo stehen viele Apartements und Chalets, die Millionen kosten sollen, was mittelfristig nicht zu halten sein wird, wenn in der Saison kein Schnee mehr fällt.

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