Zika: USA warnen Schwangere vor Reisen nach Südostasien

Zika: USA warnen Schwangere vor Reisen nach Südostasien

, aktualisiert 30. September 2016, 12:17 Uhr
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Das Zika-Virus wird vor allem durch Insektenstiche übertragen.

Zika-Warnung der USA: Schwangere Frauen sollten Reisen nach Südostasien meiden, warnt die oberste US-Gesundheitsbehörde CDC.

Erstmals ist nun auch in Südostasien bei Babys mit Mikrozephalie das Zika-Virus nachgewiesen worden. Experten in Thailand gehen davon aus, dass das Virus Auslöser für die Schädelfehlbildung ist, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Das Virus sei bei den zwei Babys in Urin und Blut nachgewiesen worden, sagte der Sprecher der Abteilung für Krankheitsprävention, Vicharn Pawan, der Deutschen Presse-Agentur.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte Schwangeren wenige Stunden vor der Bekanntmachung empfohlen, zehn Länder in Südostasien zu meiden. Der Zika-Erreger kann bei Babys im Mutterleib zur Schädelfehlbildung Mikrozephalie führen. Besonders betroffen sind aber Brasilien und Kolumbien in Südamerika. Dort wurden bislang die allermeisten Fälle von Missbildungen bei Babys durch das Zika-Virus gemeldet: rund 2000.

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Von Mikrozephalie betroffene Kinder werden mit einem sehr kleinen Kopf geboren. Folgen können geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen sein. Die Infektion wird durch Mücken übertragen, Ansteckungen sind aber auch durch Sex mit Infizierten möglich. Die Krankheit verursacht grippeähnliche Beschwerden. Die allermeisten Fälle verlaufen glimpflich.

In Südostasien ist das Virus zwar seit Jahren präsent. Neue Fälle wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuletzt aus Singapur, den Philippinen, Malaysia und Vietnam gemeldet. Aber kein Land hatte bislang bei Babys mit Mikrozephalie eine Zika-Infektion nachgewiesen. „Keine Panik“, sagte der Sprecher. „Nicht alle Babys von mit Zika infizierten Müttern werden mit Mikrozephalie geboren.“

Das Zika-Virus

  • Das Virus

    Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

  • Der Überträger

    Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

  • Der Ausbruch

    Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

  • Die Symptome

    Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

  • Die Gefahr

    Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

  • Die Bekämpfung

    Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

Es sei unklar, ob es tatsächlich mehr Infektionen in Südostasien gibt oder ob die Zahlen nur wegen höherer Aufmerksamkeit der Behörden steigen, erläutert die US-Gesundheitsbehörde CDC. In vielen Ländern seien Einheimische vermutlich immun. Dies gelte aber nicht für Amerikaner - und andere Ausländer, die aus Ländern kommen, in denen das Virus nicht präsent ist.

„CDC empfiehlt Schwangeren, nicht nötige Reisen in südostasiatische Länder mit Zika-Infektionen zu verschieben“, teilte die Behörde mit. Sie nennt Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Laos, Brunei Osttimor und die Malediven.

In Deutschland wurden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bis August knapp über 100 Zika-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert. Die Gefahr für eine Ansteckung in Deutschland wird von Experten derzeit als sehr gering angesehen - unter anderem, weil die virusübertragende Gelbfiebermücke hier nicht vorkommt.

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