Urheberrecht: Google löscht Millionen Links

25. Mai 2012, aktualisiert 24. Mai 2012, 21:31 Uhr
Der neue Dienst zeigt etwa, dass im vergangenen Monat über 1,2 Millionen Links allein aufgrund von Urheberrechtsverletzungen aus der Google-Datenbank entfernt wurden. Quelle: Screenshot - GoogleBild vergrößern
Der neue Dienst zeigt etwa, dass im vergangenen Monat über 1,2 Millionen Links allein aufgrund von Urheberrechtsverletzungen aus der Google-Datenbank entfernt wurden. Quelle: Screenshot - Google
von Axel Postinett Quelle: Handelsblatt Online

Google entfernt pro Monat über eine Million illegale Angebote aus seinem Suchindex. Das belegt eine neue Statistik, die das Unternehmen ab sofort regelmäßig veröffentlicht. Die meisten Anträge stellt ein Konkurrent.

Bei Google gesucht und das Gewünschte nicht gefunden? Das kann gute Gründe haben. Pro Woche gehen in der Unternehmenszentrale in Mountain View mittlerweile rund 250000 Anträge auf Sperrung von Web-Verlinkungen mit illegal gehosteten urheberrechtlich geschützten Inhalten ein. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2009 eingegangen sind, teilt Google heute in einem Blogeintrag mit. Der Suchmaschinenkonzern hat seinen Service Transparency um eine Rubrik mit den entsprechenden Angaben erweitert, zunächst nur für den US-Markt. Bislang gab es nur Zahlen zu staatlichen oder gerichtlichen Aufforderungen zur Herausgabe von Nutzerdaten oder Sperrung von Inhalten sowie Statistiken zum Nutzungsverhalten von Google-Angeboten.

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Die jetzt veröffentlichten Angaben beziehen sich auf den Zeitraum ab Juli 2011. Eine permanente tägliche Aktualisierung ist laut Google vorgesehen. Im April 2012 seien alleine 1,25 Millionen Anfragen von rund 1200 Antragstellern eingegangen, die 24000 Webseiten (Domains) betroffen haben, so Fred von Lohmann, Urheberrechts-Anwalt bei Google.
Angegeben ist, wer die Anfrage gestellt hat und in wessen Auftrag, sowie welche Webseiten betroffen waren. Aktivster Antragsteller im April 2012 war Microsoft mit alleine 543 000 Sperrungsanfragen. Daneben zahlreiche Musik- und Filmunternehmen. Erwartungsgemäß am stärksten betroffen waren Filesharingdienste, an der Spitze filestube.com, wo über 43 000 Verlinkungen auf Dateien in diesem Dienst aus den Suchdatenbanken gelöscht wurden.

Die Zahlen besitzen Sprengkraft. Der Wert hört sich zunächst einmal hoch an, es ist allerdings insgesamt gesehen weniger als 0,1 Prozent aller Verlinkungen in diesen Dienst, die im Suchindex gespeichert sind. Die Frage ist jetzt schlicht: Sind die Diskussionen und Hochrechnungen über illegale Inhalte auf diesen Börsen nun maßlos übertrieben, oder sind diese Daten halt nur die sichtbare Spitze des Eisberges?

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