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USA: Weblogs: Gute Geschäfte mit persönlicher Meinung

von Matthias Hohensee

Populäre Blogs konkurrieren in den USA mittlerweile mit etablierten Medien – auch bei den Werbetreibenden.

Scot Herrick aus Bellevue Quelle: AP
Scot Herrick aus Bellevue (US-Bundesstaat Washington) und seine Frau Kate wurden von Washington Mutual Inc. Ende vorigen Jahres betriebsbedingt gekündigt. Herrick schreibt seitdem das Weblog "Cube Rules", das sich mit dem Arbeitsalltag in Großraumbüros befasst Quelle: AP

Während in Deutschland noch gestritten wird, ob Blogger zur Presse zählen oder nicht, ist die Debatte in den USA längst entschieden: Blogger bekommen hier meist den gleichen Zugang zu Informationen, Konferenzen, Tagungen und Messen wie die traditionellen Medien. Für Startups im Silicon Valley ist eine Erwähnung in Michael Arringtons Blog Techcrunch genauso wichtig wie etwa ein Artikel im renommierten „Wall Street Journal“. Denn vielgelesene Blogs gleichen mittlerweile in mancherlei Beziehung den Online-Ablegern traditioneller Medienunternehmen – inhaltlich, aber auch organisatorisch. Noch können sich zwar nur wenige Blog-Betreiber bezahlte Mitarbeiter leisten: Die meisten müssen schließlich mit Werbeeinnahmen von weniger als 1000 Dollar im Monat auskommen. Aber wo die Gewinne kräftig sprudeln wie bei den Gadget-Blogs, in denen die neuesten High-Tech-Spielzeuge vorstellt werden, braucht nicht gespart zu werden: Für viele Technologieunternehmen sind sie die ideale Werbe-Plattform.

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Die populärsten Gadget-Blogs sind Gizmodo und Engadget, die sich um Details zu neuen Spielkonsolen genauso balgen wie „New York Times“ und „Wall Street Journal“ um Informationen zur nächsten Bankenfusion. Der Konkurrenzkampf der beiden Blogs hat eine persönliche Komponente, denn Engadget-Betreiber Peter Rojas gründete einst Gizmodo, bevor er sich mit seinem Geschäftspartner, dem Internet-Medienunternehmer und Ex-“Financial-Times“-Journalisten Nick Denton, überwarf. Über Einnahmen schweigen sich beide aus, sie werden aber auf mehrere Hunderttausend Dollar pro Monat geschätzt.

„Man kann davon leben“, sagt Elaine Fiolet, die mit ihrem Mann Hubert Nguyen im Silicon Valley den Gadget-Blog Ubergizmo betreibt. Die beiden Franzosen beschäftigen mittlerweile Mitarbeiter in China, Singapur, Europa und Amerika und publizieren in mehreren Sprachen, unter anderem auch in Deutsch. Der Blog begann mit einer Wette. Hubert, von Haus aus Ingenieur, hatte behauptet, dass er so etwas wie Gizmodo besser machen könne. Seine Frau, eine Computerspieldesignerin, nahm ihm beim Wort. Ubergizmo startete im September 2004 mit zunächst zwei Besuchern pro Tag.

Nach einem Monat waren es 1000, heute sind es zwei Millionen Besucher pro Monat. Um die Anzeigen müssen sie sich nicht kümmern, das übernimmt der Vermarkter Federated Media sowie Google. Der Blog ist so erfolgreich, dass Nguyen kürzlich seinen Haupt-Job bei Nvidia aufgeben konnte. Das Klima ist günstig für Nguyen, Fiolet und Co. Denn die Suchmaschinen werden Marken und persönliche Meinungen künftig starker einbinden, heißt es bei Yahoo.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.09.2008, 17:31 UhrAnonymer Benutzer: Finanz Blogger

    Scott Herrick kann ja vielleicht auch ganz froh sein, dass er früh genug bei Washington Mutual rausgekommen ist, denn wie es mit denen weitergeht ist ja dieser Tage noch sehr ungewiss (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/washington-mutual.asp). Da würde ich auch fast eher auf einen blog setzen, als auf ein Opfer der Finanzkrise.

  • 29.03.2008, 17:28 UhrAnonymer Benutzer: www.blogaboutjob.de

    Das bloggen, hat in Deutschland auf jeden Fall mehr Respekt verdient. Wir opfern eine Menge unserer Zeit um anderen Menschen informationen zukommen zu lassen. Es wäre schön, wenn Werbetreibende in Deutschland, ebenfalls das Potential der blogs erkennen würden.

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