Valley Talk: Am Stau vorbei

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Toyota Prius

Kolumne von Matthias Hohensee

Der kalifornische Staat fördert Elektroautos. Deren geringe Reichweite scheint weniger problematisch zu sein, als gedacht. Im kalten New Yorker Winter dagegen zeigen die E-Autos jedoch deutliche Schwächen.

Für Privilegien zahlt man gern mehr. Wie für den gelben Aufkleber, den sich viele kalifornische Besitzer eines Toyota Prius auf ihren Hybrid pappen durften. Damit durften sie – selbst wenn sie alleine im Wagen saßen – jene Sonderfahrbahn nutzen, die in der Hauptverkehrszeit Autos mit mindestens zwei Insassen vorbehalten ist. Der Zeitgewinn war vielen mehr wert als die Spritersparnis.

Um den Verkauf benzinsparender Hybrid-Pkws anzukurbeln, hatte der Staat Kalifornien 2005 die gelben Sticker als Sonderprivileg vergeben. Weil die 85 000 Aufkleber nicht an den Halter, sondern ans Fahrzeug gekoppelt waren, wurden zeitweilig gebrauchte Prius mit Sticker höher gehandelt als Neufahrzeuge.

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Das Privileg für Elektroautos

Die Lobby der Gebrauchtwagenhändler lief Sturm, als die Aufkleber im Sommer 2008 verfallen sollten. Auf ihren Druck wurde ihre Gültigkeit verlängert. Nun aber ist Schluss. Seit 1. Juli müssen sich Prius-Fahrer, die allein in ihrem Wagen unterwegs sind, in den Hauptverkehrszeiten wieder brav in den normalen Verkehr einreihen.

Weshalb sich Fahrer des Elektroroadsters Tesla auf der Sonderspur nun umso mehr austoben können. Denn weil sie ein reines Elektroauto fahren, gilt das Privileg für sie weiter. Ebenso für Besitzer von Nissans neuem, reinem Elektrofahrzeug Leaf. Mit der Folge, dass einige Händler auf den Listenpreis des begehrten Fahrzeugs schon wieder Tausende von Dollar aufschlagen.

Geringe Reichweite der Elektroautos stört nicht

Im kommenden Januar wird es dann auf der Sonderfahrspur voraussichtlich wieder enger. Der Staat Kalifornien plant die Vergabe von 40 000 grünen Plaketten. Damit können sich zusätzlich batteriegetriebene Fahrzeuge mit Hilfsmotor am Stau vorbeimogeln. Die Erstkäufer sollen wieder belohnt werden. Wie schon beim ersten Prius wird das Privileg ans Fahrzeug gekoppelt und erhöht dessen Wiederverkaufswert. Hinzu kommen Steuervergünstigungen von bis zu 7500 Dollar. In Kalifornien hofft man, so den Elektrofahrzeugmarkt anzukurbeln.

Der könnte rascher erschlossen werden als ursprünglich gedacht – besonders im warmen Golden State und seinen dicht besiedelten Ballungszentren. Denn offenbar ist die vergleichsweise geringe Reichweite der Elektroautos weit weniger hinderlich als gedacht. Das behauptet eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität von Kalifornien in Davis, die erste größere Untersuchung über die Fahrgewohn-heiten amerikanischer Elektroautofahrer.

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