Valley Talk: Auf Geldsuche in Kalifornien

Valley Talk: Auf Geldsuche in Kalifornien

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

von Matthias Hohensee

Im Silicon Valley sprudelt wieder das Wagniskapital. Auch deutsche Gründer hoffen, die Quelle anzuzapfen.

Im Silicon Valley fließt das Geld wieder reichlich. Noch nicht so ungehemmt wie in der letzten Phase der Dotcom-Blase im Jahr 2000, als von Januar bis März vermeintliche Wachstumsunternehmen mit rund 8,8 Milliarden Dollar förmlich geflutet wurden. Doch die rund 2,5 Milliarden Dollar in den ersten drei Monaten dieses Jahres sind nicht zu verachten.

Zumal viel davon in Internet- und Software-Startups gesteckt wurde, die im Vergleich zu Bio- und Cleantech wesentlich weniger Kapital benötigen. Das Silicon Valley verteidigt seine Position als Wachstumskapitalmagnet. Laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers flossen im ersten Quartal rund 42 Prozent der in den USA investierten Gelder in das nordkalifornische High-Tech-Eldorado.

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Die wachsende Angst vor dem erneuten Platzen einer Spekulationsblase hat die Laune der Geldgeber bislang nicht getrübt. Wirtschaftsprofessor Mark Cannice von der Business School der Universität San Francisco, der regelmäßig die Stimmung der Wagniskapital-Verwalter misst, beziffert ihre Laune derzeit mit 3,9 auf einer Skala von 1 (zu Tode betrübt) bis 5 (himmelhoch jauchzend). Nach dem Ende von Lehman Brothers lag der Wert bei 2,7.

Deutsches Kapital ist nicht so risikofreudig

Spätestens seit den Neunzigerjahren wecken die sprudelnden Geldquellen des Silicon Valley den Neid von Wirtschaftsförderern in der ganzen Welt. Deutschland ist da keine Ausnahme. Denn gute Leute, Ideen und Universitäten gibt es auch bei uns. Selbst wenn Unternehmertum längst nicht so angesehen ist wie in den USA.

Nur ist das private Kapital in Deutschland nicht so risikofreudig. Daran haben auch großzügige staatliche Finanzierungshilfen für Jungunternehmen nichts geändert. Denn sie erfordern in der Regel private Geldgeber als Hauptinvestor. Hinzu kommt, dass es an aufkauffreudigen Unternehmen wie Google, Facebook, Yahoo, Microsoft oder Intel mangelt, die für junge Startups viel Geld auf den Tisch legen. Wie also können Gründer dennoch am Boom im fernen Silicon Valley teilhaben?

Einen Ansatz testete jüngst ausgerechnet eine deutsche Behörde, Germany Trade & Invest. Die Wirtschaftsfördergesellschaft der Bundesrepublik Deutschland schickte im April deutsche Gründer ins -gelobte Tal, um dort Kapital aufzutreiben.

Zum Auftakt waren nur Startups aus Ostdeutschland dabei, die sich unter dem Slogan „Ostdeutscher Erfindungsreichtum trifft Westküstenkapital“ vor US-Investoren präsentieren durften. Das verlieh der -Veranstaltung ein exotisches Flair von eisernem Vorhang und Ex-Planwirtschaft, auch wenn die meisten Gründer beim Fall der Mauer noch im Sandkasten spielten.

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