Valley Talk: Bewährungsprobe für die Web-Ikonen

Valley Talk: Bewährungsprobe für die Web-Ikonen

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Matthias Hohensee berichtet für die WirtschaftsWoche aus dem Silicon Valley

Amazon, Yahoo und Ebay versuchen sich neu zu erfinden.

Amazon, Yahoo und Ebay – von den drei Ur-Ikonen des Internets musste vor allem Amazon-Chef Jeff Bezos in den vergangenen Jahren heftige Kritik einstecken. Jetzt aber steigt Bezos’ Stern als Visionär wieder. Umtriebig expandiert der Amazon-Gründer in neue Geschäftsfelder und stellt sein einst als Buchladen gegründetes Unternehmen neu als Dienstleister für Web-Unternehmen auf. Zudem fordert Bezos Apples digitalen Plattenladen iTunes mit einem eigenen Musikvertrieb heraus und erfindet mit seinem Ende 2007 vorgestellten digitalen Lesegerät Kindle das Buch neu.

Dagegen lässt sich das Hickhack von Yahoo-Gründer Jerry Yang um eine Übernahme des einst führenden Web-Kataloges durch Microsoft nur noch als katastrophal bezeichnen. Mit dramatischen Folgen für das Unternehmen: Yahoo, lange eines der innovativsten Unternehmen im Silicon Valley, blutet personell aus.

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Gutscheine versiegen

Und dann wäre da noch John Donahoe. Vor rund Hundert Tagen übernahm er den Posten des Ebay-Chefs von der langjährigen Amtsinhaberin Meg Whitman. Nun muss er Ebay wieder auf Wachstumskurs bringen. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein: Im Heimatmarkt USA schwächelt die Wirtschaft. Das Steuergeschenk der Regierung – ein Scheck von maximal 1200 Dollar pro Ehepaar – fachte den Konsum nur kurz an.

Auch Donahoes Geschenk – den Nutzern seines Online-Dienstes PayPal spendierte er einen Einkaufsgutschein über maximal 100 Dollar Wert – wird seine Kundschaft nicht in kollektiven Kaufrausch versetzen. Dazu hat Ebay als Einkaufsplattform in den vergangenen Monaten zu viel an Reiz verloren. Viele Verkäufer grummeln über Zusatzgebühren und Einschränkungen beim Verkauf. Das betrifft vor allem Luxusgüter: Ein Pariser Gericht sprach kürzlich dem Luxuskonzern LVMH 38,6 Millionen Dollar Schadensersatz zu, weil dubiose Händler über Ebay in großem Stil gefälschte Produkte verkauft hatten.

Yahoo, lange eines der Quelle: AP

Yahoo, lange eines der innovativsten Unternehmen im Silicon Valley, blutet personell aus

Bild: AP

Zumindest dieses Problem ließe sich mithilfe einer unabhängigen, zentral gepflegten Datenbank in den Griff bekommen, über die Interessenten via Seriennummern und Verkäuferdaten die Authentizität der Luxusprodukte überprüfen könnten. Wer den Test besteht, kann seine Louis-Vuitton-Tasche sofort anbieten, andere werden stärker unter die Lupe genommen. Und Käufer wären besser vor Betrug geschützt.

Technisch wäre das machbar – aber Luxusgüter-Hersteller haben bei allem Ärger über Produktpiraterie gar kein Interesse daran. Denn wer eine gebrauchte Tasche über Ebay erwirbt, kauft keine neue im Laden. Es ist eine Attacke auf den Wettbewerb – und Donahoe wird daran gemessen werden, wie überzeugend er sie pariert.

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