Valley Talk: Das Comeback des Finanzmagiers Frank Quattrone

Valley Talk: Das Comeback des Finanzmagiers Frank Quattrone

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Frank Quattrone ist zurück im Rampennlicht

Das Silicon Valley feiert die Rückkehr des Finanzmagiers Frank Quattrone. Und der ist glücklich, dass sein Rat wieder gefragt ist.

Da ist er wieder – mit seinem buschigen Schnauzbart als Markenzeichen, äußerlich kaum gealtert, schlagfertig wie eh und je und blendender Laune. Frank Quattrone ist nicht anzusehen, dass er beinahe für eineinhalb Jahre im Gefängnis gelandet wäre. Erstmals nach langer Zeit steht der einstige Finanzmagier des Silicon Valley auf der Stanford-Summit-Technologiekonferenz wieder im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Wer in den Neunzigerjahren eine Finanzierungsrunde oder einen Börsengang plante, der ging zu dem Banker. Wenn Quattrone den Daumen hob, dann setzte sein handverlesenes Team ein sorgfältig geschriebenes Drehbuch in Szene, bei dem das Finale fast immer zu einem fulminanten Börsenstart geriet.

Als die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq im Frühjahr 2000 einbrachen, geriet auch Quattrones Karriere ins Trudeln. US-Staatsanwälte bezichtigten ihn, seinen Mitarbeiter zur Vernichtung von Beweisen angestiftet zu haben, mit denen eventuelle Schmiergeldzahlungen hätten nachgewiesen werden können. Eine Jury sprach Quattrone schuldig. Im August 2006 wurde das Verfahren in der Berufung eingestellt, seither hat der Banker sorgfältig seine Rückkehr geplant.

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Rettungsanker Ausland

Die USA sind berühmt dafür, jedem eine zweite Chance zu geben. Quattrone nutzt dies und ist seit seinem Freispruch noch legendärer als zuvor. Aus der sechsten Etage eines Bürogebäudes in der Innenstadt von San Francisco berät er mit seiner Qatalyst Group wieder junge wie etablierte High-Tech-Unternehmen, etwa Google. Dessen Chef Eric Schmidt, ein langjähriger Bekannter von Quattrone, arbeitet derzeit an einer Abwehrstrategie gegen Microsofts Online-Strategie und kann dabei auf den scharfen Intellekt des Bankers zählen.

Quattrone selbst fühlt sich nach seinem Comeback „wie ein Kind im Süßwarenladen“. Es tut ihm sichtlich gut, dass sein Rat wieder begehrt ist und geschätzt wird. Die Akteure im Silicon Valley erhoffen sich von dem Altmeister vor allem, dass er den Boden für neue Börsengänge bereitet. Quattrone dämpft allerdings die Erwartungen. Er sieht noch eine längere Durststrecke voraus.

Wie können sich Startups trotzdem genug frisches Wachstumskapital besorgen? Quattrone empfiehlt ihnen, sich gezielt an ausländische Investoren zu wenden, die den schwachen Dollar nutzen, um günstig in US-Unternehmen zu investieren. Ausländisches Kapital hat die US-Wirtschaft schon oft aus der Rezession befreit, und auch jetzt hoffen viele Experten, so auch im Silicon Valley, auf diesen Rettungsanker. Keine Frage – das Buhlen des High-Tech-Tals um ausländische Investoren, vornehmlich aus Europa und Asien, geht in eine neue Runde.

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