Valley Talk: David Ditzels Vermächtnis

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne

Energiesparen wird zum Verkaufsargument für Computer. Jahrelang zählte nur die Leistung - inzwischen ist effizienter Stromverbrauch regelrecht absatzfördernd und für Chiphersteller wie Intel interessant.

Wie kann man dem Chipgiganten Intel Paroli bieten? Die von David Ditzel geführte Firma Transmeta präsentierte vor zehn Jahren die Antwort: mit einem besonders stromsparenden Prozessor. Der Silicon-Valley-Unternehmer hatte frühzeitig ein Problem der Halbleiterbranche erkannt: Je leistungsfähiger Computerprozessoren wurden, umso mehr Energie verbrauchten sie, erzeugten dabei übermäßig Hitze und verwandelten Laptops in mobile Herdplatten.

Transmetas Prozessoren begnügten sich mit weniger Energie als die von Intel und AMD. Doch hinkten sie bei der Rechenleistung hinterher. Die Kunden wollten aber beides: Mehr Leistung bei weniger oder gleichem Energieverbrauch. Intel und AMD nahmen die Herausforderung an und schlugen Transmeta.

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Ende Januar übernahm das Silicon Valley Startup Novafora die Reste von Ditzels Unternehmen, das über eine halbe Milliarde Dollar in die Entwicklung der Prozessoren gesteckt hatte.

Schlecht für Ditzels Investoren, gut für die PC-Branche. Denn unter dem Druck des Newcomers bauten auch Intel und AMD ihre Forschung für stromsparende Technologien massiv aus. Davon profitieren Chip-Riesen und Kunden heute.

Energiesparen war in der Computerbranche lange vor allem nur fürs Image gut. Was zählte, war Rechenleistung. Inzwischen ist effizienter Stromverbrauch jedoch regelrecht absatzfördernd.

Energiesparen stimuliert Innovationen

So entwarf das Büro von Frog Design in San Francisco jüngst für Intel einen Selbstbedienungskiosk mit Flachbildschirmen, bei dem Kunden nicht nur ihre Ware scannen können, um den Preis zu erfahren. Sie bekommen auch Zusatzprodukte wie etwa Kleidung präsentiert.

Der High-End-Kiosk kostet zwar mindestens das Dreifache einer normalen Registrierkasse. Die Designer aber kontern mit einem Energie-Argument: Während Kassensysteme in US-Kaufhäusern oft rund um die Uhr laufen, da ein Neustart am Morgen zu lange dauert, startet der neue Kiosk extrem fix – und er verbraucht 70 Prozent weniger Strom. Kaufhausketten können die Mehrkosten rasch durch niedrige Stromkosten hereinholen.

Das Beispiel zeigt, wie Energiesparen Innovationen stimuliert. Auch für Privathaushalte: Da Strom immer teurer wird, ist absehbar, dass auch daheim die Energiekosten bald die Anschaffungskosten für Computer oder Spielkonsolen übersteigen. Das eröffnet den Markt für neue, energiesparendere Geräte – und neue Absatzfelder für Chips von Intel oder AMD.

Ditzel ist der Branche treu geblieben, seit März entwirft er für Intel Prozessoren für Hochleistungscomputer. Jede Wette, dass er sie auch energieeffizienter machen wird.

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