Valley Talk: Der Inhalt zählt, nicht die Hülle

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Mit dem iFund sollen Firmen finanziell unterstützt werden, die Anwendungen für Apples iPhone entwickeln

John Doerr hat ein Faible für große Gesten. Sichtlich gerührt zog der Wagnisfinanzierer, der einst Compaq, Amazon.com, Netscape und Google mit Startkapital ausstattete, jüngst auf einer Pressekonferenz in Apples Hauptquartier sein Handy aus der Jackentasche und verkündete: „Das wird größer als der Computer.“

John Doerr hat ein Faible für große Gesten. Sichtlich gerührt zog der Wagnisfinanzierer, der einst Compaq, Amazon.com, Net-scape und Google mit Startkapital ausstattete, jüngst auf einer Pressekonferenz in Apples Hauptquartier sein Handy aus der Jackentasche und verkündete: „Das wird größer als der Computer.“ Unter dem Beifall von Apple-Chef Steve Jobs schob Doerr nach, seine Firma Kleiner Perkins Caufield Buyers werde 100 Millionen Dollar bereitstellen. Dieser iFund wird Firmen finanzieren, die Anwendungen für Apples Mobiltelefon iPhone entwickeln.

1996 hatte Kleiner Perkins schon einmal einen thematischen Fonds aufgelegt, der die Programmiersprache Java von Sun unterstützte. Zwar hat sich Java durchgesetzt, doch das große Geld bescherte der Fund seinen Geldgebern nicht. Und so hip Apples iPhone auch sein mag – auch der Erfolg des iFund ist alles andere als ausgemacht.

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Aber ob Kleiner Perkins sich eine goldene Nase verdient oder nicht, ist gar nicht erheblich. Wichtiger für die Allgemeinheit ist Doerrs Ansage als solche. Denn Apples Wettbewerber Nokia, Research in Motion (RIM) und Palm müssen nun reagieren.

Denn Doerr hat recht: Die Zukunft der Kommunikation entscheidet sich beim Mobiltelefon. Rund 1,25 Milliarden Mobiltelefone werden 2008 weltweit verkauft. Bis 2011 werden fast alle Handys sogenannte Smartphones sein – die unter anderem Informationen aus dem Internet abrufen sowie Medien auf dem Mobiltelefon darstellen können.

Kurz – viel spricht dafür, dass das Handy der nächste Computer wird. Und das sicher nicht nur auf Märkten wie Indien, China oder Brasilien, wo das Smartphone heute schon oft den Laptop ersetzt. Aber welche Handy-Plattform wird sich bei den Smartphones durchsetzen? Apples iPhone, Nokias Symbian, Windows Mobile, der Blackberry, Palms Treo oder Googles Android?

„Computer sind letztlich nur Werkzeuge“, erklärte mir einst Edwin Catmull, lange Jahre Leiter von Steve Jobs’ Trickfilmstudio Pixar und heute Leiter des Trickfilmstudios von Disney. Keine Frage, man brauche die Rechner, aber: „Die Story entscheidet. Wenn die schlecht ist, helfen alle Tricks dieser Welt nicht.“ Anders ausgedrückt: So leistungsfähig die Smartphones der Zukunft auch sein werden und so toll die Anwendungen aussehen, die auf ihnen laufen – letztlich zählt der Nutzen, den sie bringen.

In der neuen mobilen Welt werden Unternehmen gewinnen, die Inhalte anbieten, die so interessant sind, dass Mobiltelefonierer sie nutzen und dafür auch bezahlen, in Form von Gebühren oder durch die Bereitschaft, Werbung zu akzeptieren. Hier liegt die Herausforderung – und auch das Geld.

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