Valley Talk: Geld für Handys und sauberes Wasser

Valley Talk: Geld für Handys und sauberes Wasser

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Palm Treo 500v

Kaliforniens Wagnisfinanzierer suchen neue Betätigungsfelder

Einmal im Jahr kommen die Wagnisfinanzierer aus dem Silicon Valley zusammen, um im kleinen Kreis über die heißesten Zukunftstrends zu debattieren. Beim jüngsten Treffen im Ballsaal des Fairmont, einer Fünf-Sterne-Herberge mitten in San Jose, war die Stimmung trotz der in den USA schlechten Wirtschaftslage prächtig. Denn die Monokultur, die das High-Tech-Tal lange prägte – fast alles drehte sich um Computer und Software –, ist Geschichte.

So ist ein Wirtschaftsabschwung zwar noch immer schmerzlich, kann aber die Region längst nicht mehr zugrunde richten. Biotechnologie, Medizintechnik, Unterhaltungselektronik, Medien und Umwelttechnologien: Der Wohlstand des Valley speist sich inzwischen aus vielen Quellen. „Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir im Werbegeschäft so kräftig verdienen“, freute sich Roger McNamee von der Kapitalgesellschaft Elevation Partners, zu deren Eigentümern der Rockstar Bono zählt.

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Was sehen die Risikokapitalverwalter des Silicon Valley als das nächste große Ding an? Ganz klar: das Mobiltelefon! Es wird dem Laptop den Garaus machen, alle Daten wandern ins Handy, sind dort überall abrufbar und stets gegenwärtig. Europäer und Asiaten mögen bei dieser Prognose nur müde gähnen, schließlich erleben sie diesen Wandel bereits.

Doch die Finanzverwalter aus Kalifornien nehmen solche Entwicklungen erst wahr, wenn sie sich direkt vor ihrer Haustüre abspielen. Dafür sorgen neue Pauschaltarife für Mobiltelefonate – nun auch in den USA. Weil der Trend zum Handy die Computerbranche beuteln wird, rät McNamee dazu, die Investitionen umzuschichten, weg von Intel & Co., hin zu Mobilfunkunternehmen. Sein Unternehmen Elevation Partners ist bereits einer der größten Aktionäre bei Palm, dem Hersteller des Smartphones Treo.

Einen weiteren, allerdings ganz anderen Trend sieht Joe Schoendorf von Accel Partners. Er warnte seine Kollegen davor, sich zu sehr um die Erderwärmung zu sorgen. Es gebe eine viel gefährlichere Entwicklung, der weitaus mehr Menschen zum Opfer fallen könnten als Stürmen oder einem steigenden Meeresspiegel: der zunehmende Mangel an Trinkwasser.

Eine Milliarde Menschen hätten schon heute keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser. In ein paar Jahrzehnten könnten infolge von Trockenheit, Bevölkerungswachstum und intensiver Landwirtschaft drei Milliarden Menschen Durst leiden. Nötig wären preisgünstige neue Technologien zur Meerwasser-Entsalzung und zur Reinigung von Brauchwasser. Der Erdöl-Milliardär und Chef des Hedge-fonds BP Capital, T. Boone Pickens, habe bereits reagiert. „Der steckt jetzt sein ganzes Geld in die Wasserindustrie“, berichtete Schoendorf.

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