Valley Talk: Gestörtes Gründer-Ökosystem

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne

US-Präsident Barack Obama hat das Forschungsbudget des nationalen Gesundheitsinstituts NIH massiv aufgestockt. Die Gelder sind umstritten. WirtschaftsWoche-Korrespondent Matthias Hohensee zu der Frage, weshalb die US-Regierung High-Tech-Startups helfen muss.

Andreas Hieke hat seine Wissenschaftskarriere geopfert, seine Ersparnisse und beinahe seinen Optimismus. All das für ein Massenspektrometer, mit dem Ärzte in Krankenhäusern Gewebematerial so genau analysieren können, wie es bislang nur spezialisierte Biotechnik-Labors konnten.

Die Hoffnung: Krankheiten wie Krebs werden mit dem Gerät früher entdeckt und Behandlungen besser abgestimmt. „Hieke forscht an Methoden, die wir dringend brauchen“, sagt David Hirschberg vom Zentrum für Immunologieüberwachung der Eliteschmiede Stanford University. Dort läuft Hiekes erstes Massenspektrometer. Doch das ist nur ein Prototyp.

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Seit Jahren versucht der Physiker, der in den Neunzigerjahren in die USA kam, Investoren für seine Idee zu gewinnen. Trotz der Begeisterung in Stanford ist Geldgebern das Vorhaben jedoch zu riskant.

Ausgerechnet in Zeiten der Wirtschaftskrise schöpft Hieke neue Hoffnung. Denn US-Präsident Barack Obama hat das Forschungsbudget des nationalen Gesundheitsinstituts NIH massiv aufgestockt – vor allem für die Suche nach neuen Methoden zur Behandlung von Krebs, Autismus und Aids. Mehr als zehn Milliarden Dollar stehen bereit. Zwar ist die Konkurrenz groß: Kurz nachdem die Bewerbungsfrist für die Beihilfen begann, brach die Internet-Seite des NIH unter der Flut der Anträge zusammen.

Forschungsbudgets müssen in der Krise erhöht werden

Hieke ist trotzdem optimistisch. Neuartige Massenspektrometer sind in den Förderrichtlinien als Grundlage für bessere Analysemethoden ausdrücklich gewünscht. Bis September wird er wissen, ob die US-Steuerzahler seine Vision finanzieren werden.

Obamas Forschungsmilliarden sind indes umstritten. Soll der Staat neben Banken und Autoherstellern nun auch Startups unterstützen?

Die Antwort lautet: Ja. Denn auf dem Spiel steht ein bewährtes Innovations-Ökosystem mit Strahlkraft in die ganze Welt. Dessen Zentrum liegt im Silicon Valley: Dort bilden Universitäten Talente aus, die nach ihrer Ausbildung oft Startups gründen, basierend auf Ideen, die sie vorher an den Universitäten entwickelt haben. Unternehmen wie Google, Cisco und Genentech sind auf diese Weise entstanden.

Momentan ist dieses System massiv gestört. Nicht nur wegen der Risikokapital-Flaute. Schwer getroffen haben das Silicon Valley zudem die Kürzungen der staatlichen Zuschüsse für Universitäten. Um die Innovationsfähigkeit des Landes aufrechtzuerhalten, muss die Regierung deshalb gerade in der Krise Forschungsbudgets erhöhen. Zumindest so lange, bis Investoren aus der Privatwirtschaft wieder übernehmen. Wenn alles gut geht, entstehen dabei sogar noch ein paar medizinische Durchbrüche.

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