Valley Talk: Guter Rat gegen Gebühr

kolumneValley Talk: Guter Rat gegen Gebühr

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Internetseiten wie Wikipedia und viele Antwort-Portale bieten Antworten zu jedem Gebiet. Aber viele Nutzer lassen sich Expertenrat auch etwas kosten. Foto: Robert Schlesinger dpa/lbn

Kolumne von Matthias Hohensee

Tipps und Ratschläge gibt es im Internet in Hülle und Fülle – und vielfach gratis. Trotzdem sind viele Menschen bereit, auch dafür zu zahlen - für findige Unternehmer ein gutes Geschäft.

Der kalifornische Internet-Unternehmer Andy Kurtzig und seine Frau hatten sich intensiv auf die Geburt ihrer Tochter Sarah vorbereitet, das Kinderzimmer gestaltet, ‧Babysachen und Spielzeug gekauft. Und stundenlang online recherchiert, auf der Suche nach Tipps für die ersten Lebensmonate, mögliche Krankheiten, Impfungen, Allergien, Nahrung und die finanzielle Planung.

Doch je mehr das Paar im Web stöberte, umso unsicherer wurde es. Mal widersprachen sich die Tipps. Dann war nicht klar, welcher Hinweisgeber tatsächlich Experte mit Ausbildung und Praxiserfahrung war und wer nicht. „Wir hätten für verlässliche Antworten sogar gezahlt“, erinnert sich Kurtzig. So entstand die Idee, eine Web-Seite zu starten, auf der geprüfte Experten gegen Bezahlung Fragen beantworten.

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Vom Wohnzimmer unter die Golden Gate Bridge

Programmierer Kurtzig machte sich an die Arbeit und zog 2003 sein Startup Just‧Answer hoch – anfangs im eigenen Wohnzimmer. Mitten hinein in den Abschwung der Internet-Wirtschaft nach dem Platzen der ersten Dotcom-Blase und trotz des einhelligen Urteils der Branchenexperten, für Online-Inhalte werde niemand zahlen wollen. Schließlich gebe es Dutzende von kostenlosen Frage-und-Antwort-Seiten.

Kurtzig, der zuvor sein erstes Startup eBenefits für eine Menge Geld verkauft ‧hatte, stand die Durststrecke durch und gewann bis heute mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das unterhalb von San Franciscos Golden Gate Bridge residierende Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren. Kurtzig ist schon wieder auf der Suche nach größeren Räumen. Das ‧Geschäft boomt.

Denn trotz der immer noch vorhandenen Gratis-Info-Portale im Netz zahlen Just‧Answer-Nutzer eifrig für konkrete Antworten auf ihre Fragen, in der Mehrzahl recht‧liche und medizinische Probleme. Der Preis richtet sich nach Themengebiet, Komplexität, Ausführlichkeit und danach, wie schnell die Antwort geliefert werden muss. Im Schnitt sind es in den USA rund 26 Dollar pro Antwort. „Deutsche zahlen im Schnitt sogar umgerechnet 38 Dollar“, sagt Samad Nasserian. Der ehemalige SAP-Berater stieß nach dem Stanford-Studium vor zweieinhalb Jahren zu JustAnswer und treibt dessen internationales Geschäft voran.

JustAnswer kassiert Provisionen, in der Regel mindestens die Hälfte des Obolus. Dennoch, sagt Kurtzig, verdienten auch die Spezialisten gut. Der Umsatzrekord eines besonders eifrigen US-Spezialisten liege bei 42 000 Dollar pro Monat, in Deutschland bei umgerechnet 23 000 Dollar. Darunter ein besonders eifriger Steueranwalt, der am liebsten nachts arbeite.

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