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kolumne Valley Talk: High-Tech-Revoluzzer

Kolumne von Matthias Hohensee

Aaron Levie legt sich mit Microsoft und Oracle an – und ist der nächste junge High-Tech-Star nach Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Matthias Hohensee berichtet für die WirtschaftsWoche aus dem Silicon Valley
Matthias Hohensee berichtet für die WirtschaftsWoche aus dem Silicon Valley

Noch ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg der bekannteste Jungunternehmer im Silicon Valley. Doch nun bekommt er ernsthafte Konkurrenz von Aaron Levie, ebenfalls jugendliche 27 Jahre alt und Chef des Palo-Alto-Startups Box.net.

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Eigentlich hatte der wegen seiner Augenringe und dem wirren Haar stets übernächtigt wirkende Box.net-Gründer eine Karriere in der Filmbranche geplant. Während Zuckerberg an der Harvard-Universität Facebook startete, studierte Levie in Los Angeles Management und jobbte in den Studios von Paramount und Miramax. Doch da ihn die Idee vom eigenen Unternehmen nicht losließ, startete der Film-Fan Box.net.

Wettbewerber genau studiert

Nun legt sich Levie, wie schon Zuckerberg, mit den ganz Großen der Branche an. Dem Facebook-Gründer gelang es, sich gegen Google, Yahoo und MySpace zu behaupten. Levie offeriert seinen Kunden mit dem Dienst Box.net die Möglichkeit, Dokumente über das Internet gemeinsam zu bearbeiten und zu verteilen. Im Gegensatz zu Dropbox, einem ähnlichen Dienst, richtet sich Box.net eher an Unternehmenskunden. Damit nimmt es Levie mit Giganten wie Microsoft und Oracle auf.

Mit Erfolg. So hat das sechs Jahre alte Startup den Konsumgütergiganten Procter&Gamble der prominenten Konkurrenz als Vorzeigekunden vor der Nase weggeschnappt. Das gelang, weil Box.net nicht nur einfach zu benutzen ist, sondern gleichzeitig auch durch eine eigene Infrastruktur mit zwei eigenen Datenzentren überzeugt.

Vor allem aber hat Levie seine Wettbewerber genau studiert. Er weiß, dass er gerade im Geschäft mit Unternehmen, wo Produkte zwar wichtig, zumeist aber für die Öffentlichkeit ziemlich langweilig sind, sein Unternehmen durch das Vermarkten der eigenen Person bekannt machen muss.

Was wäre Oracle ohne seinen stets angriffslustigen Gründer Larry Ellison und dessen Vorliebe für schnelle Autos, Segelschiffe und Kampfjets? Oder Salesforce ohne seinen scharfzüngigen Powerdynamo Marc Benioff, der in fast jeder Rede ohne Rücksicht auf Verluste gegen Konkurrenten wie beispielsweise SAP austeilt?

Noch ist Levie zurückhaltender. Aber er zeigt seinen Intellekt und Humor schon in einem sehr lesenswerten Blog und auf Konferenzen. Auf der Startup-Konferenz Demo verriet er neulich, wie er den prominenten Investor Mark Cuban für sich gewann: indem er diesem eine E-Mail an dessen öffentlich bekannte Adresse schickte.

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