Valley Talk: Hoffen auf ein grünes Beschäftigungswunder

Valley Talk: Hoffen auf ein grünes Beschäftigungswunder

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Matthias Hohensee berichtet für die WirtschaftsWoche aus dem Silicon Valley

Umwelttechnologien werden in den USA zum lukrativen Geschäft. Ganz vorne mit dem Aufbau grüner Jobs marschiert der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

Wer ist die grünste Firma im Silicon Valley? Kein Unternehmen in dem kalifornischen High-Tech-Tal, das sich derzeit nicht um ein positives Umwelt-Image bemüht. Am auffälligsten ist das Öko-Wettrüsten, das auf den Dächern der Konzernzentralen stattfindet. Bislang rühmte sich Google, die größte Solaranlage im Tal installiert zu haben. Jetzt ist Applied Materials vorbeigezogen. Der Hersteller von Maschinen und Werkzeugen für die Chipherstellung bei Intel und AMD hat fast seinen gesamten Campus in Sunnyvale mit Solarpanelen gepflastert. Sie liefern 30 Prozent mehr Strom als die Google-Anlage.

300 Tage mit Sonnenschein im Jahr garantieren in Kalifornien eine hohe Energieausbeute, so refinanzieren sich die Solarinvestitionen rasch. Bisher diente das gute Wetter den Wirtschaftsförderern vor allem als Argumente, um Unternehmer und Wissenschaftler anzulocken. Jetzt werden die regenerativen Energien direkt zum Geschäft. Mindestens 50.000 neue Jobs sollen bis 2020 durch die Umwelttechnologien entstehen. Silicon-Valley-Vordenker Tony Perkins, der den Internet-Börsencrash vorhersagte, erwartet, dass die Umweltindustrie schon in fünf Jahren mehr Jobs anbietet als die Computerbranche. Der Medienunternehmer begründet seine kühne Prognose mit der Annahme, dass nahezu jede Firma im Valley in dem Bereich tätig wird.

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Die US-Politik schwimmt mit auf der grünen Welle

Die US-Politik schwimmt mit auf der grünen Welle. Sie hat erkannt, dass die lange als Spielerei aus Europa belächelte Umwelttechnik das Wirtschaftswachstum ankurbeln kann. Zwar kassiert immer noch die Ölindustrie die meisten Subventionen, aber auch Solarunternehmen erhalten jetzt Steuererleichterungen.

Sonnendach-Rekordhalter Applied Materials marschiert beispielhaft in die neue Richtung. Konzernchef Mike Splinter baut sein Unternehmen zu einem der größten Solarzellenhersteller der Welt aus und investiert kräftig auch im Valley.

Ursprünglich waren die Gelder für den Einstieg in die Medizintechnik gedacht. Doch dann entdeckten Splinters Strategen den Solarmarkt. Wettbewerber Nanosolar hat bereits 300 Millionen Dollar eingesammelt, um neue Fabriken in San Jose und in Ostdeutschland zu errichten.

Ganz vorne mit beim Aufbau grüner Jobs marschiert der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Als er davon erfuhr, dass der Elektroautohersteller Tesla sein Montagewerk im US-Bundesstaat New Mexico errichten wollte, versprach er dem Unternehmen staatliche Beihilfen. Die Intervention hatte Erfolg: Tesla baut das Werk nun in San Jose. Dort soll von 2010 an ein voraussichtlich 60.000 Dollar teurer elektrogetriebener Viersitzer vom Band rollen. 1000 Arbeitsplätze sollen dabei entstehen.

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