Valley Talk: Hollywoods 3D-Ekstase

kolumneValley Talk: Hollywoods 3D-Ekstase

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne von Matthias Hohensee

Durch den Erfolg von "Avatar" ist 3D in aller Munde. Das US-Startup RealD ist Gewinner des dreidimensionalen Hypes. Der führende 3D-Ausstatter von Kinos in aller Welt will nun auch die Wohnzimmer erobern.

Michael Lewis gefiel sich in seiner Rolle als Retter des Filmtheaters schon immer. „Mit 3-D machen wir das Kino wieder populär“, sagte der Gründer und Chef des Technologiestartups RealD, als ich ihn 2006 in seiner Firmenzentrale in Beverly Hills besuchte. In einem privaten Filmtheater im Erdgeschoss des Gebäudes zeigte mir Lewis damals die ersten 3-D-Filme. Üppig war die Auswahl nicht, und das war Lewis’ Problem: Außer Disney hielten Filmstudios dreidimensional produzierte Filme für teuren Schnickschnack.

RealDs Überleben war lange ungewiss. Stets war der ehemalige Investmentbanker Lewis auf der Suche nach frischem Kapital.

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Doch seine Ausdauer hat sich gelohnt: Inzwischen ist sein mit 70 Millionen Dollar Wagniskapital finanziertes Unternehmen der führende 3-D-Ausstatter von Kinos in aller Welt. Nun ist die Unterhaltungselektronikbranche fest entschlossen, die dritte Dimension noch vor der Fußballweltmeisterschaft in die Wohnzimmer zu bringen.

Hollywood euphorisch, Messebesucher skeptisch

Der große Gewinner ist RealD. Denn längst hat Lewis mit führenden TV-Herstellern Verträge abgeschlossen. Sein Unternehmen liefert unter anderem die für die dreidimensionale Heimunterhaltung notwendigen Spezialbrillen.

Selbst die Auswahl an 3-D-Filmen ist inzwischen beachtlich: Seit den Erfolgen von Pixars „Up“ und Camerons „Avatar“ ist Hollywood schier in 3-D-Ekstase.

Auch sonst mangelt es nicht an Material: Einige nun angekündigte 3-D-Fernseher sollen in der Lage sein, zweidimensionale Fernsehsendungen in dreidimensionale Bilder umzuwandeln. In Kürze wollen Hersteller zudem 3-D- fähige Blu-ray-Player auf den Markt bringen. Aber das 3-D-Fieber reicht weit über die Grenzen der Fernsehbranche hinaus: Sony will seine Playstation 3-D-fähig machen. Und Intel-Chef Paul Otellini setzt sogar darauf, dass Fotos und private Videos via Computer in die dritte Dimension befördert werden.

Das Problem sind allerdings noch die Brillen, die für den räumlichen Effekt benötigt werden und zuweilen Kopfschmerzen verursachen. Zwar gibt es Monitore, die via integrierten Linsen auch brillenfrei 3-D-Bilder erzeugen. Doch das funktioniert nur, wenn man in einem bestimmten Blickwinkel vor dem Schirm sitzt.

Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas jedenfalls zeigten sich die Besucher der neuen Technik gegenüber skeptisch. Viele haben sich bereits einen Flachbildschirm zugelegt. Und für die meisten ist Fernsehen ohnehin nur Hintergrundbeschallung. Fraglich, ob die dritte Dimension das ändern kann oder ob Kino für die 3-D-Technik der geeignetere Ort ist.

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