Valley Talk: Internet aus dem Weltall

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Satellitennetze sind nichts neues, aber Philip Falcone versucht es trotzdem mit seiner Investition in ein Mobilfunk-Satellitennetz

von Matthias Hohensee

Mit seinem Hedgefonds ahnte Philip Falcone die Finanzkrise voraus. Nun wettet der Wall-Street-Star auf eine neue Technik: Per Satellit will er Internet-Verbindungen in den Massenmarkt bringen. Damit sind vor ihm schon Telekomriesen gescheitert.

Superschnelles Internet aus dem Weltraum, assistiert von einem landgestützten Mobilfunknetz, das Millionen von Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks mit kosten-günstigem Web-Zugang versorgt – die Idee ist gut. Neu aber auch nicht. Nun will sich ausgerechnet ein Wall-Street-Investor daran versuchen.

Philip Falcone, Chef des Hedgefonds Harbinger Capital machte seine Milliarden 2007 mit der Wette, dass der US-Immobilienmarkt zusammenbrechen würde. Nun folgt seine nächste große Wette: Einen Großteil seines Geldes und das seiner Aktionäre hat er in das Mobilfunk-Satellitennetz Light Squared gesteckt, mit dem er – zunächst in den USA – Millionen von Handys, Tablet-Pcs und Notebooks mit kostengünstigem Breitband-Internet-Zugang versorgen will.

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Große Verluste im Weltraum

Dabei ist die Satellitenfunk-Historie nicht gerade ermunternd: Viele Stars der Telekommunikationsbranche sind beim Ausflug ins Weltall gescheitert. Zwar gelang es dem Handyhersteller Motorola tatsächlich, sein Mobilfunknetz Iridium in der Umlaufbahn zu etablieren, doch auf der Erde liefen die Kosten davon. Motorola verlor bei dem Abenteuer mindestens fünf Milliarden Dollar. Der Mobilfunkpionier Craig McCaw und die Microsoft-Gründer Bill Gates und Paul Allen verloren ebenfalls Hunderte Millionen Dollar mit ihrem Satelliten-Mobilfunknetz Teledesic, das mehrfach zurückgestutzt wurde und 2002 aufgegeben wurde.

All das sieht Falcone gelassen. Er ist überzeugt davon, dass seine Funkfrequenzen wertvoll sind, weil sie ein knappes Gut sind. Und dass sie noch teurer werden, wenn der Smartphone- und Tablet-PC-Boom die Nachfrage nach Datenverträgen weiter anheizt. Fünf Milliarden Dollar will Falcone deshalb in sein Netz investieren, das von Nokia Siemens errichtet wird.

Eigenständig will er den Zugang allerdings nicht verkaufen. Light Squared soll seine Dienste an andere Mobilfunkgesellschaften, Elektronikhandelsketten und Gerätehersteller vermarkten. Gerade hat der Milliardär dafür einen Vertrag mit dem Mobilfunknetzbetreiber Sprint geschlossen, der nicht nur die über Satellit ausgestrahlten Datenpakete über sein terrestrisches Netz an seine Kunden weiterverbreiten, sondern auch beim Ausbau des Light-Squared-Netzes kooperieren will.

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