Valley Talk: Kamin im Cyberspace

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne von Matthias Hohensee

Mingleverse scheint auf den ersten Blick, wie eine Online-Plattform unter vielen. Doch Mingleverse ist sehr nützlich. Es verbindet Skype und Second Life und erleichtert Videokonferenzen.

Die Idee von Mingleverse hört sich abgedroschen an: Das Online-Portal bietet virtuelle Konferenzräume, in denen man via Avatar mit bis zu 50 Personen plauschen, sein Publikum mit einem Vortrag unterhalten oder einen Film gemeinsam schauen kann. Kurz, eine Mischung aus Second Life, Skype und dem Online-Konferenzdienstleister Netviewer. Brauchen wir noch eine Plattform dieser Art? Die Antwort lautet: Ja. Der neue Dienst ist ein Beispiel dafür, dass eine Idee nicht unbedingt zum Scheitern verurteilt ist, nur weil sich schon andere daran versucht haben. Sie muss sich nur abheben.

PowerPoint-Präsentation im Online-Konferenzraum

Den Schöpfern von Mingleverse gelingt das durch simple Benutzerführung. Der Service funktioniert vollständig über den Internet-Browser. Kinderleicht. In nur drei Minuten hatte ich aus einer Vielzahl von angebotenen Avataren eine Figur gefunden und einen Konferenzraum im rustikalen Stil ausgewählt – Kaminfeuer inklusive. Dort traf ich mich mit dem Avatar von Mingleverse-Gründer Ron Stevens. Auf einer Leinwand des rustikalen Online-Konferenzraums zeigte er mir eine PowerPoint-Präsentation.

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Das ist denkbar einfach: Um eine Präsentation vorzuführen, muss der Redner seine PowerPoint-Datei lediglich auf die virtuelle Leinwand ziehen. Die Sprachqualität über die Computerlautsprecher ist so gut, dass ich nach zehn Minuten vergessen hatte, dass ich mich in einer künstlichen Welt befinde.

Auch geschäftstauglich

Stevens ist nicht nur ein Spezialist für Internet-Videos – der Ingenieur arbeitete einst für das Startup Icompression, das Chips für digitale Videorekorder entwickelt. Stevens ist auch ein erfahrener Gründer: Gewöhnlich stellt er ein Team zusammen, besorgt Startkapital, entwickelt ein Produkt und sucht einen Nachfolger, sobald das Unternehmen Fuß gefasst hat. „Das hält mich jung und neugierig“, sagt er. Mingleverse ist Startup Nummer sieben.

Erst vor ein paar Wochen ist das sechsköpfige Unternehmen gestartet. Doch schon heute hat es über 10 000 registrierte Nutzer. -Obwohl für Privatanwender gedacht, wird Mingleverse inzwischen auch von Geschäftskunden getestet, beispielsweise von der Silicon-Valley-Biotechnologiefirma Genentech.

Das Geschäftsmodell ist simpel: Konferenzen mit bis zu drei Teilnehmern sind kostenlos. Wer mehr Menschen einladen will, muss zahlen. Ein ähnliches Modell funktioniert bereits bei dem Internet-Telefonanbieter Skype. Nun muss Stevens nur noch beweisen, dass die Mingleverse-Nutzer für die Konferenzen tatsächlich bezahlen.

Doch die Chancen stehen nicht schlecht: Bei seinen vorherigen Startups ist ihm das auch stets gelungen.

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