Valley Talk: Kostenlos-Software: Kostet nix, taugt trotzdem was

Valley Talk: Kostenlos-Software: Kostet nix, taugt trotzdem was

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Mit Photoshop Express bietet Adobe nun auch eine kostenlose Webvariante von Photoshop an

Wie bringt man Premium-Software ins Internet?

Medienhäuser und Softwareunternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung: Sie müssen ihr Geschäft zunehmend ins Internet verlagern, denn dort tummeln sich mehr und mehr Kunden. Offen ist aber, wie das gelingen soll – ohne die traditionellen Einkünfte etwa aus dem Verkauf von Software oder von Werbeplätzen so zu kannibalisieren, dass das Unternehmen gefährdet wird. Und bislang reichen die Online-Einkünfte dafür zumeist nicht aus.

Shantanu Narayen, Chef des im Silicon Valley ansässigen Softwareunternehmens Adobe, wagt den Schritt ins Web dennoch – und riskiert derzeit auf der Suche nach einem tragfähigen Geschäftsmodell fürs Web nicht weniger als das Kronjuwel seiner Firma: die Bildbearbeitungssoftware Photoshop. Sie ist so etwas wie der Programmstandard für Profi-Fotografen – und mit rund 1000 Euro Verkaufspreis für die Top-Version teurer als manche digitale Spiegelreflexkamera. Der Boom bei Digitalfotos und der Wettlauf der Semiprofis um die beste Ausrüstung hat Adobe gut getan. Seit 2000 hat das Unternehmen Umsatz und Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt – vor allem dank der Nachfrage nach Photoshop.

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Jetzt bringt Narayen den Bestseller unter dem Namen Photoshop Express ins Web – gratis. Er setzt auf den starken Markennamen und ein Vertriebsmodell, das die alte Redensart „Kostet nix, taugt nix“ widerlegen soll: Unternehmen bieten Basisversionen ihrer Produkte kostenlos an und finanzieren sie durch Abogebühren für Dienstleistungen oder Premium-Angebote mit mehr Funktionen. Das gilt auch für Photoshop Express. Noch gibt es das Angebot nur in den USA. Ich habe die Beta-Version getestet. Sie hält, was sie verspricht und erlaubt auch das Manipulieren von Bildern.

Allerdings bieten Wettbewerber wie der Flickr-Partner Picnik, Kodaks Shutterfly oder Googles Picasa teils sogar umfangreichere Funktionen ebenfalls gratis an. Das ist das Kernproblem: Das Kalkül mit den Magerversionen im Internet geht nicht auf, wenn die Konkurrenz bessere Gratisversionen bietet und – wie im Fall von Googles Picasa – auf Einnahmen nicht einmal angewiesen ist. Da müssen die Angebote schon exklusiv oder einzigartig aufbereitet sein, damit der Kunde dafür zahlt. Und bisher sind alle Versuche, von der im Internet über Jahre geschürten Kostenlos-Mentalität wegzu-kommen, gescheitert.

Entsprechend aufmerksam beobachtet man bei Microsoft das Experiment von Adobe. Denn bislang hat es der Softwarekonzern vermieden, Online-Versionen seiner Bürosoftware Office zu offerieren. Word & Co. sucht man im Netz bisher vergebens. Sollte Adobes Experiment aber funktionieren, könnte sich das ändern.

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