Valley Talk: Milliarden für Wind- und Sonnenenergie

Valley Talk: Milliarden für Wind- und Sonnenenergie

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Nach dem Willen von T. Boone Pickens sollen die Weiten der USA mit Windrädern übersäht werden, um das Land unabhängig von Erdölexporten zu machen

In den USA boomt der Ausbau grüner Technologien.

Es ist ein revolutionärer Plan, den T. Boone Pickens verfolgt. Der 80-jährige, erzkonservative US-Unternehmer, der seine Milliarden im Ölgeschäft und mit Aktien gemacht hat, will sein Land von ausländischem Öl unabhängig machen. Wie? Durch den massiven Ausbau von Windkraftanlagen und Solarfarmen, und damit, dass Autofahrer künftig Propangas statt Benzin tanken. 15 Millionen Dollar hat der Milliardär in einen TV-Werbespot gesteckt: In epischen Bildern zeigt er die scheinbar endlosen Weiten Amerikas und suggeriert, wie viel Platz für Windräder und Solarzellen doch sei. Er habe einen Plan, wie dies alles umzusetzen sei, raunt Pickens dazu geheimnisvoll; Details wolle er bald verkünden.

Da ist ihm Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident unter Bill Clinton, zuvorgekommen. Der Oscar -und Friedensnobelpreisträger will die USA innerhalb von zehn Jahren vollständig auf Ökostrom umstellen. Dass Westeuropa dies trotz jahrzehntelanger Bemühungen bis heute nicht geschafft hat, ficht Gore nicht an. Wie Pickens investiert auch er einen Großteil seines persönlichen Vermögens in den Ökotrend. Gore hat Anteile an Fonds für alternative Energien erworben und ist als Partner bei Kleiner Perkins eingestiegen, einem der wichtigsten Wagnisfinanzierer für grüne Technologien.

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Gore und Pickens finden massenweise Nachahmer. Das Silicon Valley wittert Renditechancen wie einst beim Internet und will sich selbst zum Zentrum der grünen Welle aufschwingen. Kritiker sehen schon eine neue Spekulationsblase entstehen. Anfängliche Befürchtungen der Geldgeber, dass sinkende Ölpreise die Geschäftsgrundlage der grünen Startups im Handumdrehen auslöschen würden, sind verflogen.

Jetzt sind sie davon überzeugt, dass US-Politiker in einem solchen Fall großzügig mit Steuergeldern eingreifen würden. Seit alternative Energien den Rang einer nationalen Sicherheitsfrage einnehmen, sind alle Dämme gebrochen. Es ist ein Klima entstanden, in dem ein Unternehmer wie der ehemalige SAP-Manager Shai Agassi, für die kühne (aber unerprobte) Idee eines landesweiten Elektro-Tankstellennetzes die atemberaubende Summe von einer Milliarde Dollar einsammeln kann.

Ähnlich groß war der Wirbel zuletzt bei der Geburt des kommerziellen Internets. Damals trieben private Investoren mit Milliardensummen dessen Ausbau in einem atemberaubenden Tempo voran. Die Wirtschaft profitiert bis heute von den damals geschaffenen Möglichkeiten. Die grünen Technologien haben das Zeug, diese Erfolgsgeschichte zu wiederholen – so utopisch die Ankündigungen von Pickens und Gore auch momentan noch klingen mögen.

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