Verkehr: Reisen à la Carte

Verkehr: Reisen à la Carte

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Car-Sharing ersezt in Zukunft Bus und Bahn

von Jürgen Rees

Früher verkauften Anbieter Zugtickets oder Autos. Nun bieten Bahn, Autohersteller & Co. Mobilität nach Bedarf.

Das Ziel: ohne eigenes Auto, trotzdem aber schnell und komfortabel von Sülz, einem Stadtteil von Köln, nach Günterstal zu reisen, dem südlichsten Quartier von Freiburg. Die Werkzeuge: ein Telefon mit Internet-Zugang, Fahrrad, Zug und Auto. Die Reise: Der Stadtplan von Köln auf dem Smartphone zeigt alle verfügbaren Mietfahrräder des Anbieters Call a Bike in der Nähe der Wohnung. Schon ein paar Klicks später ist das Nächstgelegene reserviert und bezahlt. Das Rad wird am Hauptbahnhof abgestellt. Der Zug nach Freiburg ist über das Smartphone bereits gebucht, die Fahrkarte aufs Telefon übertragen.

Ein paar Stunden später, in Freiburg angekommen, blinken auf dem Handybildschirm die Positionen aller Autos des Carsharing-Anbieters Flinkster auf, die zu Fuß erreichbar sind. Ob luftiges Cabrio, praktischer Kombi oder schnittiges Coupé – auch hier gilt: einfach buchen, zahlen und nach Gebrauch irgendwo abstellen.

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Grenzenlos Mobil

Das klingt wie eine Zukunftsvision des vernetzten Verkehrs. Ist es aber nicht. Die Deutsche Bahn, aber auch Autohersteller wollen ihre Kunden grenzenlos mobil machen. 2011 werden zahlreiche Meilensteine erreicht: Allen voran die Bahn baut ihr Angebot mit mehr Elektroautos, mehr Entleihstellen und mehr Flexibilität aus. Schon jetzt können Bahn-Kunden an über 800 Stationen in Deutschland 2000 Fahrzeuge bei DB Carsharing anmieten.

Weil das den Konzernstrategen nicht reicht, baut die Bahn 2011 auch die größte Elektroautoflotte in Deutschland auf, die mit allen anderen Mietangeboten unter der Dachmarke „Flinkster – Mein Car-sharing” läuft. Zehn Prozent der Gesamtflotte sollen Elektrofahrzeuge sein, wie der Smart Electric Drive, Citroën C-Zero, Mitsubishi I-Miev, Peugeot iOn, Mini E, Mercedes Vito und Toyota Prius Plug in.

Die Autobranche reagiert auf den Vorstoß: Daimler weitet sein in Ulm sehr erfolgreiches Angebot Car2go aus. Neben Hamburg und Paris sollen weitere Großstädte rund um den Globus erschlossen werden. Car2go-Kunden können Kleinwagen spontan für Kurzstrecken leihen: Auf dem Smartphone sind alle verfügbaren Autos zu sehen – und zu buchen. Die Daimler-Strategen sehen für Carsharing-Angebote ein weltweites Marktpotenzial von über einer Milliarde Euro.

Milliardenmarkt Car-Sharing

Noch einen Schritt weiter als die Stuttgarter Autobauer will das französische Unternehmen Peugeot gehen. Mit dem Projekt Mu, das 2010 in Berlin getestet wurde, verkauft Peugeot Mobilität, statt nur Autos. Einmal im Jahr einen Motorroller? Ein Nutzfahrzeug für den Umzug? Eine Dachbox für die Ferien? Der Peugeot-Autohändler ist Anlaufstelle, bezahlt wird mit Plastikkärtchen. 2011 plant Peugeot, Mu auf mehrere deutsche Städte auszuweiten.

Doch das sind längst nicht alle innovativen Ideen der vernetzten Mobilität. 2010 fiel das Verbot überregionaler privater Buslinien. Für 2011 sprießen neue Angebote. Das Unternehmen Deutsche Bus aus Berlin schickt erst dann einen Bus auf Tour, wenn sich genügend Reisende für eine Strecke über die Web-Site angemeldet haben. Der nachfrageangepasste Verzicht auf Leerfahrten senkt die Kosten und den Kohlendioxid-Ausstoß pro Fahrgast.

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