Verkehr: TomTom verspricht tagesaktuelle Straßenkarten

Verkehr: TomTom verspricht tagesaktuelle Straßenkarten

von Thomas Kuhn

Der niederländische Hersteller von Navigationssystemen TomTom will die verschärfte Konkurrenz kostenloser Navigationsdienste mit schnelleren Informations-Angeboten für die Käufer seiner elektronischen Wegweiser kontern.

Unter anderem kündigt TomTom-Vorstandschef Harold Goddin an, die Update-Intervalle für Straßenkarten radikal zu verkürzen: „Bis Ende des Jahres werden wir alle ein bis zwei Tage aktualisierte Karten zum Download anbieten“, so Goddijn im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Bei Top-Modellen mit integriertem Mobilfunkmodul könnten die Aktualisierungen auch drahtlos erfolgen. Bisher veröffentlicht TomTom alle drei Monate einen aktualisierten Kartensatz für seine Systeme.

Das Unternehmen reagiert damit auch auf die Ankündigung von Nokia, für seine Mobiltelefone eine Gratis-Routenführung anzubieten. Der Suchmaschinenriese Google hat in sein Handy-Betriebssystem Android bereits eine kostenfreie Navigation integriert. Trotz dieser Konkurrenz gibt sich TomTom für die Zukunft optimistisch: „Die Nachfrage verschiebt sich nach oben. Kunden mit geringen Ansprüchen geben sich mit kostenlosen Diensten zufrieden, wer mehr will, greift zu Mittel- oder Oberklasse-Navis.“ Diesen Trend habe das Unternehmen schon 2009 festgestellt.

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"Wachstumsschub bei Einbaugeräten"

Nach Angaben von Goddijn hat TomTom im vergangenen Jahr – trotz der Wirtschaftskrise – mehr Geräte verkauft als je zuvor, seinen Marktanteil erfreulich entwickelt und die Kosten gesenkt. „Wir haben uns 2009 gut geschlagen. Die Margen sind okay“, so der Vorstandschef. Die Geschäftszahlen veröffentlicht TomTom Mitte Februar.

Zusätzliches Geschäft verspricht sich TomTom vom selbstentwickelten Verkehrsnachrichtendienst HD-Traffic. Goddijn: „Wir prüfen jede vernünftige Form der Vermarktung und stehen in Verhandlungen mit mehreren Interessenten – vom Auto- bis zum Handyhersteller.“ Gleichzeitig prognostiziert der TomTom-Chef den „nächsten großen Wachstumsschub bei Einbaugeräten“. Dort würden die Autohersteller zukünftig bei Spezialanbietern wie TomTom standardisierte Softwaremodule für die Navigation einkaufen und diese in ihre Autos integrieren. Das, so Goddijn „halbiert die Zeit bis zum Marktstart und senkt die Entwicklungskosten um 60 bis 70 Prozent.“ Aktuelles Beispiel sei Renault: „Da gibt es nun ein fest eingebautes Navi mit unserer Technik ab Werk für nur noch knapp 500 Euro.“

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