Das verursacht noch mehr Stau. Doch wie die Porsche-Consulting-Studie zeigt, lassen sich gerade Autokolonnen an Baustellen deutlich reduzieren. Kaiser hat bei drei Baustellen des Auftraggebers Kirchhoff exemplarisch sämtliche Arbeitsabläufe unter die Lupe genommen und drei Hauptgründe für Verzögerungen bei den Autobahnbaustellen gefunden:
Schlechter Zeitplan: Viele Baustellen werden zunächst oft erst einmal eingerichtet, um den Auftraggeber zufriedenzustellen. Aber gebaut wird nicht, weil Geräte oder Arbeiter noch anderswo eingesetzt werden.Miese Planung: Mal sind keine Lastwagen mit frischem Asphalt verfügbar, mal stauen sich fünf auf einer Baustelle und lassen den Asphalt abkühlen.Keine Absprachen: Die Betreiber der Asphaltmischwerke wissen oft nicht, wie viel Asphalt auf den einzelnen Baustellen benötigt wird. So kommt es immer wieder zu Verzögerungen, weil nicht genug Material vorhanden ist.Mangelnde Übersicht: Niemand im Unternehmen hat einen Überblick darüber, wie viele Baustellen der Straßenbauer gerade unterhält, welche Maschinen eingesetzt werden, wie viele Arbeiter wo sind und welches Material benötigt wird.
Wenige Handgriffe könnten Abhilfe schaffen
Diese Probleme sind so ähnlich in praktisch allen deutschen Straßenbauunternehmen zu finden. In der Branche wird gearbeitet wie vor 50 Jahren. Dabei lässt sich die schlechte Planung mit wenigen Handgriffen beheben: Bei Kirchhoff erhält nun jeder Lastwagenfahrer eine Art Fahrplan. So ist garantiert, dass neuer Asphalt beispielsweise jede halbe Stunde angeliefert wird. Solche Taktzeiten orientieren sich an der Autoindustrie, wo Bauteile erst dann ans Montageband geliefert werden, wenn sie gebraucht werden.
Bevor die Baustelle eröffnet wird, setzen sich zudem alle Akteure zusammen und besprechen sämtliche Abläufe: Disponenten, die den Einsatz des Materials, der Maschinen und Arbeiter planen, sowie die Bauleiter. „Das ist ein enormer Sprung für eine Branche, in der jeder Bauleiter gewohnt ist, seine Baustelle alleine zu planen und abzuwickeln“, sagt Bauingenieur Kaiser.
Für die Unternehmen lohnt der Aufwand, der keine Investitionen in Technik, Gerät oder mehr Arbeitszeit erfordert: Sie können Energiekosten von bis zu 40 Prozent sparen. Und Autofahrer profitieren doppelt. Sie stehen nicht mehr so lange im Stau. Und sie spüren die schnellere Baustelle auch körperlich: Asphalt, der zügig und noch warm verlegt wird, ist deutlich leiser und glatter.












- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen24.08.2010, 00:39 UhrAnonymer Benutzer: Bietigheim
LOL - der Artikel ist ein Witz!
Der gute Mann von Porsche Consult will nur was verkaufen. Unglaublich wie der hier über die Leute geredet wird die für uns oft hunderte von Kilometern von ihren Familien entfernt die Straßen in Schuss halten
04.06.2009, 14:39 UhrAnonymer Benutzer: Joh. Badengoth
in NRW werden Auftragnehmer von öffentlich Vergebenen Maßnahmen auf Autobahnen entgeltlich belohnt, wenn sie die Fertigstellung früher abschließen als geplant. Das sollte der Anstoß sein sich besser zu organisieren, ich weiß nicht wie es in anderen bundesländern gehandhabt wird.
03.06.2009, 17:44 UhrAnonymer Benutzer: Jntz
... ich kann nicht glauben, was ich hier lese, aber schon immer vermutet habe! Wo doch die Parallelisierung, oder zumindest die dicht geschaltete Abfolge von Arbeitsschritten in der Logik jedem halbwegs gebildeten Mitteleuropäer einleuchten sollte. Darüber hinaus entsteht die Frage, wofür die Steuergelder eigentlich ausgegeben werden, wenn nicht für infrastrukturmaßnahmen wie den Straßenverkehr?