Digitalisierung im Beruf: Was die Digitalisierung mit uns macht

Digitalisierung im Beruf: Was die Digitalisierung mit uns macht

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Ist die Digitalisierung für Arbeitnehmer Fluch oder Segen?

Neue Technologien, innovative Kommunikationsplattformen, ständige Erreichbarkeit: Die Digitalisierung ist in vollem Gange und lässt keinen Stein auf dem anderen. Für Arbeitnehmer ist das Fluch und Segen zugleich.

Bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen Cebit warnte Dieter Kempf, Chef des Branchenverbandes Bitkom: "In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben." Gemeint ist die Digitalisierung, die Vernetzung von Maschinen, Haushaltsgeräten, Häusern und Menschen. Sie werde ganze Branchen umpflügen. Und viele Unternehmen - und deren Mitarbeiter - bekommen den Druck durch die Digitalisierung jetzt schon zu spüren. So fürchten die Vertriebler und Außendienstmitarbeiter des Versicherers Allianz die zunehmende Verlagerung des Versicherungsgeschäfts in das Internet und auch in der Autoindustrie bereiten Roboterautos vielen Kopfzerbrechen.

Es gibt natürlich auch zahlreiche Positivbeispiele. So hofft unter anderem Bosch darauf, durch neue Technologien und Software Millionen einzusparen.

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So haben sich Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet

  • 34 Prozent

    Mehr als in Drittel aller Unternehmen bereitete sich durch digitales Management der Personalverwaltung vor. In der Studie waren Mehrfachnennungen möglich

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • 28 Prozent

    An zweiter Stelle steht die Virtualisierung der Arbeitsplätze (28 Prozent), etwa durch virtuelle Desktops oder eine Ausstattung für Telefonkonferenzen.

  • Je 25 Prozent

    Den dritten Platz teilen sich zwei Maßnahmen: die Einrichtung eines sozialen Firmennetzwerks sowie das Angebot von E-Learning (jeweils 25 Prozent).

  • 18 Prozent

    18 Prozent der Unternehmen trafen Vereinbarungen zur Telearbeit

  • 16 Prozent

    16 Prozent der befragten Unternehmen haben an ihrer Webseite gearbeitet.

  • 13 Prozent

    13 Prozent der Unternehmen haben sonstige Maßnahmen ergriffen

  • Fünf Prozent

    Fünf Prozent der Unternehmen haben eine "BYOD" (bring your own device) Politik eigeführt.

  • 33 Prozent

    Ein Drittel der befragten unternehmen gab an, keine der aufgeführten Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Digitalisierung umgesetzt zu haben

Aber wie geht es eigentlich denen mit der Digitalisierung, die ihr im Zweifelsfall weichen müssen? Edenred, ein Anbieter von Motivationslösungen für Mitarbeiter und Kunden, hat zusammen mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos 13.600 Mitarbeiter aus 14 Ländern zu ihrer Zufriedenheit mit der Digitalisierung befragt, 800 davon stammen aus Deutschland. Und das Ergebnis des "Edenred-Ipsos-Barometer 2015" lässt aufhorchen: Insgesamt denkt mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent), dass ihr Unternehmen gut aufgestellt sei, was den digitalen Fortschritt betrifft – dieses Ergebnis kann mit dem europäischen Durchschnittswert von 54 Prozent gut mithalten. Und die Auswirkungen der digitalen Entwicklung werden von den Arbeitnehmern größtenteils positiv aufgefasst.

Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

  • Eigenständigkeit in der Arbeit

    47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich die Digitalisierung positiv auf das eigenständige Arbeiten auswirkt. 37 Prozent spüren keine Auswirkung, zehn Prozent beklagen negative Einflüsse.

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Zusammenarbeit unter den Teams

    45 Prozent sagen, dass die Digitalisierung die Zusammenarbeit verbessert, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

  • Lebensqualität bei der Arbeit

    43 Prozent spüren einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf ihre Lebensqualität im Job, 36 Prozent merken gar keine Veränderung und 15 Prozent spüren negative Einflüsse auf die Teamarbeit.

  • Qualität der Kundenbeziehungen

    Die Zusammenarbeit mit Kunden verbessert sich laut 42 Prozent der Befragten. Neun Prozent sehen hier eine Verschlechterung.

  • Gestaltungsfreiheit und Innovationsmöglichkeiten

    Eine Verbesserung durch die Digitalisierung erleben 41 Prozent, elf Prozent beklagen negative Einflüsse.

  • Kompetenzen

    43 Prozent sagen, dass die Digitalisierung an den Kompetenzen nichts verändert hat. 40 Prozent sehen einen positiven Einfluss und acht Prozent einen negativen.

  • Arbeitsmotivation

    40 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung bei der Arbeit motivierter, bei elf Prozent sehe es durch die Digitalisierung schlechter aus mit ihrer Motivation. Für 43 Prozent hat sich durch die Digitalisierung nichts an ihrer Motivation verändert.

  • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

    Dank der Digitalisierung können 34 Prozent der Befragten berufliches und privates leichter vereinen. Bei 16 Prozent ist es dagegen schwieriger geworden, beides unter einen Hut zu bekommen. 42 Prozent spüren keine Veränderung.

  • Führungskräfteverhalten

    Bessere Chefs dank Digitalisierung? Keine Veränderung bemerkten 42 Prozent. Einen positiven Einfluss glauben 28 Prozent bei ihren Vorgesetzten bemerkt zu haben, eine Verschlechterung beklagten 28 Prozent.

So gibt etwa knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten an, dass durch die Digitalisierung die Eigenständigkeit bei der Arbeit verbessert wird. 45 Prozent sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Teams eines Unternehmens davon profitiert, dicht gefolgt von der Lebensqualität bei der Arbeit (43 Prozent).

So hoch empfinden die Deutschen die Stressbelastung bei der Arbeit

  • Gesamtergebnis für 2015

    Auf einer Skala von 1 bis 10 stuften die Deutschen ihr Stresslevel bei der Arbeit bei 6,6 ein. In den Vorjahren war der Wert mit 6,3 beziehungsweise 6,4 etwas geringer.

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Führungskräfte

    Bei Führungskräften liegt das gefühlte Stresslevel mit 6,9 etwas über dem Durchschnitt

  • Mitarbeiter

    In der Einzelbetrachtung ohne Führungskräfte gaben nur die Angestellten einen Wert von 6,5 an.

  • Altersunterschiede

    Was das Stressempfinden anbelangt, haben die jeweiligen Generationen gleich viel Stress. Bei den unter 35-Jährigen und in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen beträgt der Wert 6,5. Die über 54-Jährigen sowie die Altersgruppe von 35 bis 44 sind mit einem Wert von 6,6 nur wesentlich stärker gestresst.

Allerdings fällt auch auf, dass sowohl die Stress- als auch die Arbeitsbelastung zugenommen haben und die Grenze zwischen Beruf und Freizeit immer mehr verschwimmt. So zeigt die Studie, dass die Arbeitnehmer im Vergleich zu letztem Jahr noch stärker das Gefühl haben, außerhalb der Arbeitszeiten durch die Arbeit beansprucht zu werden. Waren es 2014 bereits 71 Prozent, so sind es in diesem Jahr fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent), die bisweilen bis häufig in ihrer Freizeit arbeiten.

So zufrieden sind die Deutschen mit ihrer Work-Life-Balance

  • Gesamtergebnis für 2015

    68 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer persönlichen Work-Life-Balance zufrieden zu sein. Im Jahr 2014 waren es noch 73 Prozent.

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Führungskräfte

    69 Prozent der Führungskräften gaben an, mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden zu sein.

  • Mitarbeiter

    Bei den Mitarbeitern sind – gemäß des Durchschnitts – 68 Prozent zufrieden.

  • Unter 35 Jahre

    Bei den jungen Arbeitnehmern sind 68 Prozent zufrieden.

  • 35 bis 44 Jahre

    Nach den ersten Jahren im Beruf nimmt die Zufriedenheit etwas ab: 64 Prozent sagen, dass sie mit ihrer persönlichen Work-Life-Balance zufrieden sind.

  • 45 bis 54 Jahre

    68 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe haben beim Thema Work-Life-Balance nichts zu meckern.

  • Über 54 Jahre

    Im Alter steigt offenbar die Zufriedenheit: 71 Prozent der über 54-Jährigen können nicht klagen.

Insbesondere 90 Prozent der Führungskräfte bestätigen, dass dies für sie Alltag geworden ist. Dass ein solch hoher Workload zu Stress führt, liegt auf der Hand. Demzufolge ist analog zur Arbeitsbelastung außerhalb der Arbeitszeit 2015 auch der Stressfaktor gestiegen: von 6,3 auf 6,6 – auf einer Skala von 1 bis 10.

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"Mitarbeiter profitieren einerseits von den Errungenschaften des digitalen Wandels wie etwa mehr Gestaltungsfreiheit oder eine größere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Andererseits haben sie aber nach ihrem Empfinden mit einer höheren Arbeitsbelastung zu kämpfen. Interessant ist: Mitarbeiter führen dies nicht zwangsweise auf die digitale Entwicklung in den Unternehmen zurück", kommentiert Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred Deutschland, die Ergebnisse.

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