Facebook: Mark Zuckerbergs große Blaupause

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Facebook: Mark Zuckerbergs große Blaupause

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Heute beginnt dich Facebook-Entwickler-Konferenz

von Matthias Hohensee

Am Mittwoch beginnt Facebooks Entwicklerkonferenz in San Francisco. Beobachter erwarten tiefere Einblicke wie Zuckerberg sein wachsendes Dienstangebot miteinander vernetzen will.

Noch nie stand Facebook finanziell so gut da. In diesem Jahr wird ein Umsatzsprung auf 17 Milliarden Dollar erwartet, nach 12 Milliarden Dollar im Vorjahr. Am Dienstag kletterte Facebooks Aktie auf den neuen Höchststand von 85,31 Dollar. Das soziale Netzwerk aus dem Silicon Valley ist nun stolze 238 Milliarden Dollar wert. Intel, Symbol der Prosperität des Silicon Valley in den neunziger Jahren, wird mit rund 100 Millionen Dollar weniger bewertet. Obwohl der Halbleiterhersteller viermal mehr umsetzt.

Facebook in Zahlen

  • Transparenz dank Börsengang

    Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

  • Schon früh profitabel

    In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

  • Werbung als wichtigste Geldquelle

    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

  • Beispielloses Wachstum

    Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

  • Zuckerberg hat die Kontrolle

    Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

  • Dominant in aller Welt

    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

  • Keine Chance für StudiVZ

    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Doch Anleger hoffen, dass in Facebook im Gegensatz zu Intel noch jede Menge Wachstum steckt. Und Gründer Mark Zuckerberg am Mittwoch näher ausführen wird, wie er dieses Potential zu heben gedenkt.
Um zehn Uhr Ortszeit beginnt dann in San Franciscos Fort Mason Facebooks alljährliche Entwicklerkonferenz. Um dem Wachstum Rechnung zu zollen ist nicht nur der neue Veranstaltungsort doppelt so groß. Auch die Konferenz selber, für die noch im Vorjahr ein kurzer Vormittag und ein langer Nachmittag ausreichten, ist nun auf zwei Tage ausgeweitet. Schon deshalb, weil das Facebook-Imperium durch Zukäufe heftig expandiert hat.

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Allein im vergangenen Jahr wurden acht Unternehmen zugekauft, darunter die 22 Milliarden Dollar Megaübernahme des Nachrichtensofortversenders WhatsApp und der im Vergleich dazu fast als Schnäppchen erscheinende 2,2 Milliarden Dollar Erwerb von Oculus VR, einem Datenhelmanbieter für Virtuelle Realität.

Noch ist unklar, wie das alles zusammenpassen soll. Whatsapp konkurriert mit dem Facebook Eigengewächs Messenger. Der Fotodienst Instagram führt weiterhin ein Eigenleben. Und dazu noch virtuelle Realität?
Beobachter erhoffen, dass Zuckerberg am Mittwochvormittag mehr über die Blaupause seines Imperiums enthüllt. Wenn es diese überhaupt gibt oder der Facebook-Gründer einfach nur seine hochbewertete Aktie und seine Barreserven genutzt hat, um potentielle Konkurrenten frühzeitig vom Markt zu kaufen. Und die Eröffnungsrade Indizien liefert, wie er Konkurrenten, die sich nicht erwerben ließen – wie die Kurznachrichtendienste Snapchat und Twitter – im Zaum halten will.


Über folgende Neuheiten wird spekuliert:

  • Ein neues Format zum Einspielen von professionellen Inhalten von Medienunternehmen
  • Neuerungen, um Inhalte besser nach Interessen zu gewichten und aktuelle Video-und Kurznachrichten dazu einzuspielen
  • Eine generalüberholte Plattform für mobile Werbung, über die Facebooks Werbepartner auch Anzeigen auf populären Apps von anderen Unternehmen schalten können
  • Das Ausweiten des Einkaufsprogramms, bei dem Händler ihre Produkte direkt über Facebook verkaufen können
  • Das Öffnen von Facebooks Messenger für externe Entwickler
  • Zusätzliche Telefonierfunktionen innerhalb der Facebook App, beispielsweise durch das Einblenden von Informationen zu den jeweiligen Anrufern
  • Bereits angekündigt ist eine Funktion zum Senden von Geld via Facebooks Messenger, ähnlich dem Snapcash von Snapchat. Auf der Konferenz werden Informationen erwartet, wie Entwickler daran andocken können.
  • Neue Einblicke wie Facebook über Satelliten, Ballons und Dronen weitere Nutzer in bisher unversorgten Gebieten erreichen will
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