Forschung: Wie man per WLAN Menschen zählt

Forschung: Wie man per WLAN Menschen zählt

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WLAN-Signale können viel mehr als Internet, zeigt eine neues Projekt aus Santa Barbara: Mithilfe von WLAN können Menschen gezählt werden.

WLAN-Signale können viel mehr als nur einen Internetzugang bereitstellen, zeigt eine neues Projekt aus Santa Barbara: Dort werden Menschen gezählt - selbst, wenn sie keine WLAN-fähigen Geräte bei sich haben.

Menschen laufen fast ein wenig wie ferngesteuert zwischen zwei kleinen Robotern hin und her - was merkwürdig anmutet, könnte etwa Sicherheitsstandards auf Großveranstaltungen verändern: An der University of California in Santa Barbara (UCSB) hat Yasamin Mostofi mit ihrem Team gezeigt, dass WLAN-Signale zu mehr taugen als lediglich zur Internetverbindung. In einer Machbarkeitsstudie zeigt das Forscherteam, wie man mithilfe der Signale Menschen zählen kann.

"Mit unserem Versuch haben wir gezeigt, dass wir die Zahl von Menschen in einem bestimmten Gebiet abschätzen können - lediglich basierend auf den Werten der WLAN-Leitung", erklärt Mostofi, Professorin für Elektrotechnik und IT. Das Spannende: Die gezählten Personen müssen dafür nicht einmal WLAN-fähige Geräte wie etwa ein Smartphone bei sich tragen. Denn die WLAN-Sensoren messen die Dämpfung, die durch die Personen entstehen und erfasst sie so.

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Um das zu beweisen, steckten die Wissenschaftler jeweils drinnen und draußen eine Fläche von rund 70 Quadratmetern ab und setzen an zwei Enden WLAN-Sender. Dann schickten sie bis zu neun Testpersonen dazwischen hin und her. Das Ergebnis: Allein durch die WLAN-Messung konnte die Personenzahl korrekt gemessen werden - egal ob in Räumen oder draußen. Denn bei diesem Versuchsaufbau findet eine Streuung der Signale statt, die sich messen und somit auch entsprechend interpretieren lässt. "Menschen in Bewegung zu zählen ist eine große Herausforderung", sagt Mostofi. Dies auch noch einzig mit WLAN-Sensoren zu versuchen erst recht - trotzdem gelang es.

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Das Potential einer solchen Messmethode ist vielfältig: "Geschäfte können beispielsweise ihre Kunden zählen und so besser planen", schlägt Mostofi vor. Auch für Sicherheitsprüfungen oder Such- und Rettungsaktionen ist ein solches System durchaus denkbar.

Allerdings ist das System noch nicht ausgereift - so wurde in der Machbarkeitsstudie natürlich nur im kleinen Rahmen getestet. Eine Ausdehung auf größere Gruppen ist aber durchaus denkbar. Der Vorteil des Systems: Da es nicht auf WLAN-Geräte der "Gezählten" zurückgreift, bleiben diese bei der ganzen Methode anonym - Datenschützer müssen also keine Ausspähung befürchten.

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Eine Weiterentwicklung ist ebenfalls denkbar. So hat Mostofi ein weiteres Projekt vorangetrieben: Mithilfe von WLAN-Signalen hat sie und ihr Team es geschafft, Personen oder Objekte auch durch Wände zu erkennen. Eine Kombination beider Techniken ist denkbar - und durchaus wünschenswert. Funktionieren die Systeme auch im großen Stil, könnten sie Rettungsaktionen oder die Überwachung von Großveranstaltungen denkbar intelligenter, digitaler und damit einfacher machen.

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