Internet der Dinge: Vernetzung ist ein Billionen-Geschäft

Internet der Dinge: Vernetzung ist ein Billionen-Geschäft

von Dieter Dürand

Eine McKinsey-Studie sagt voraus, dass das Internet der Dinge einen ökonomischen Mehrwert von elf Billionen Dollar erbringen wird. Am stärksten wird die Technologie Fabriken, Städte und Gesundheitsvorsorge verändern.

Schon in zehn Jahren kann die allumfassende Kommunikation aller Dinge über das Internet weltweit einen ökonomischen Mehrwert von elf Billionen Dollar erbringen – das entspricht knapp zwei Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen McKinsey in einer aktuellen Studie.

Unternehmen profitieren vor allem, weil sie Kosten senken und neue Geschäftsmodelle anbieten können. Die Verbraucher sparen Zeit und erhalten Produkte billiger. Wenn noch die letzte Schraube mit einem Mini-Chip ausgestattet ist, der seine Daten senden und empfangen kann, werden zum Beispiel künftig Drohnen in riesigen Warenlagern an Paletten und Behältern vorbeifliegen und die Bestände erfassen können. Werkstücke melden sich selbst bei der nächsten freien Maschine an, um bearbeitet zu werden. Sensoren, die jederzeit wissen, wo ein Arbeiter sich aufhält, warnen ihn vor Gefahren. Maschinen erkennen, wenn sie kaputt gehen oder ihre Leistung sinkt. Ihre Hersteller bieten den Nutzern an, die Systeme rechtzeitig zu warten, um Produktionsausfälle zu minimieren und stellen die Leistung in Rechnung. All diese Effekte summieren sich laut der McKinsey-Analyse auf ein jährliches Potenzial von 3,7 Billionen Dollar.

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Städte koordinieren mit Hilfe der Datenströme den Verkehr so, dass sie Staus weitgehend vermeiden und Busse Haltestellen anfahren, an denen gerade besonders viele Fahrgäste warten. Mülltonnen und Papierkörbe leeren die Stadtwerke nur noch, wenn sie wirklich voll sind. Das Potenzial hier: 1,7 Billionen Dollar.

Gesundheit und autonomes Fahren

Den eigenen Gesundheitszustands, etwa Herzschlag und Blutzuckerspiegel, kontinuierlich zu überwachen und bei ersten Symptomen Gegenmaßnahmen zu ergreifen, kann laut McKinsey global 1,6 Billionen Dollar einbringen. Großen wirtschaftlichen Mehrwert sehen die Berater zudem bei autonomen Fahrzeugen, im Handel und bei der intelligenten Vernetzung des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung. Dort zum Beispiel, weil die Heizung die Zimmer nur auf die gewünschte Temperatur bringt, wenn ihre Bewohner auch daheim sind. Das spart Heizkosten.

Damit sich der Nutzen einstellt, müssten Politik und Industrie allerdings noch einige Vorleistungen erbringen, mahnen die McKinsey-Experten. Dazu zählen sie verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen etwa für autonome Autos, den wirksamen Schutz der Internet-Infrastruktur gegen Attacken von Hackern und einheitliche Kommunikationsstandards, damit sich wirklich alle Geräte und Maschinen verstehen. Ohne gemeinsame Sprache könnten 40 Prozent des potenziellen Mehrwerts verloren gehen, warnt McKinsey-Direktor Harald Bauer.

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Gerade der Wohlstand Deutschlands hängt davon ab, bei der Entwicklung des Internets der Dinge ganz vorn dabei zu sein. Das ermittelten die Berater schon vor gut einem Jahr exklusiv für die WirtschaftsWoche. Keine andere Technologie wird hierzulande voraussichtlich mehr Umsatz und Arbeitsplätze bringen. Auf 207 Milliarden Euro oder 4,8 Prozent schätzt der führende deutsche McKinsey-Experte Andreas Tschiesner den Einfluss im Jahr 2025 auf das heimische Bruttoinlandsprodukt.

Und macht klar, was auf dem Spiel steht: „Würde Deutschland bei der Vernetzung aller Dinge versagen, wäre unsere gute Wettbewerbsposition massiv erschüttert." Dass dies passieren könnte, daran glaubt er indes nicht. „Alle maßgeblichen Akteure haben die Wichtigkeit erkannt und kämpfen um eine Führungsrolle.“

Gut zu wissen. Schließlich geht es um nicht mehr oder weniger als die Neuverteilung der Welt.

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