Smartphone: Worauf Sie bei einem LTE-Handy achten sollten

Smartphone: Worauf Sie bei einem LTE-Handy achten sollten

, aktualisiert 07. April 2015, 18:08 Uhr
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LTE-Smartphones sind schon für kleines Geld zu haben.

Noch vor zwei Jahren galt LTE als teure Mobilfunktechnik mit geringer Netzabdeckung. Doch das hat sich geändert: Datentarife mit LTE sind fast schon Alltag und Smartphones mit der neuen Zugangstechnik gibt es für unter 150 Euro. Was bringt LTE und wo liegen die Tücken?

Wer mit dem Gedanken spielt sich ein Smartphone mit LTE anzuschaffen, sollte vorher einen Blick auf das Display seines Smartphones werfen. Ist da oben neben dem Empfangsbalken ein kleines "L" zu sehen? Das "L" steht für LTE; das Mobiltelefon kann die Technik also bereits nutzen.

Das überrascht viele Nutzer. Denn jahrelang wurde über den schleppenden Ausbau des LTE-Netzes geklagt, dann ging es plötzlich ganz schnell. Da kann es schonmal passieren, dass man den Nachfolger des 3G-Standards bereits nutzt, ohne es zu merken.

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Der mobile Internetzugang fürs schnelle Surfen und Downloaden ist mittlerweile selbstverständlicher Bestandteil vieler Datentarife von Mobilfunkbetreibern wie O2, Telekom oder Vodafone. Noch im Sommer 2013 waren Smartphones mit LTE-Unterstützung eher selten, heute sind die meisten Geräte oberhalb der Einsteigerklasse für LTE gerüstet.

Selbst bei preiswerten Handys für weniger als 150 Euro ist LTE - auch 4G genannt - keine Seltenheit mehr.

Wer braucht LTE?

Der Mobilfunkstandard, der heute schon Downloadraten von bis zu 150 MBit pro Sekunde erreicht, eignet sich ideal für Entertainment-Angebote aus dem Web. Beispielsweise wenn man Full-HD-Videos von Youtube, Vimeo oder Streaming-Plattformen ansehen will. Das durchschnittliche Youtube-Video funktioniert zwar auch auf einem 3G-Handy, doch hochauflösende Filme in Full HD oder gar 4K laufen über 4G einfach flüssiger. Wer unterwegs Videotelefonie oder grafisch anspruchsvolle Online-Spiele nutzt, hat ebenfalls Vorteile.

Auch mobile Mitarbeiter von Unternehmen, die unterwegs mit ihrem Tablet an Projekten arbeiten und dabei große Multimedia-Dateien bearbeiten und Daten über die Cloud austauschen, wissen 4G zu schätzen. Nützlich ist der Datenturbo außerdem für Pendler, die auf dem täglichen Arbeitsweg die Zeit in Bus oder U-Bahn nutzen, um am Tablet schon mal eine Runde zu arbeiten.

Fakten rund um LTE

  • Was ist LTE?

    LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunknetz und der Nachfolger von UMTS. LTE bietet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde deutlich schnellere Downloadraten.

  • Unterschiedliche Frequenzen

    ,LTE läuft je nach Region über unterschiedliche Frequenzen (Nordamerika: 700 MHz und 2100 MHz, Westeuropa, Mittlerer Osten und Afrika: 800 MHz 1800 MHz, 2000 MHz und 2600 MHz, Osteuropa: 800 MHz, 1800 MHz, 2300 MHz und 2600 MHz, Asia-Pazifik: 1800 MHz und 2100 MHz). Apples "neues iPad" beispielsweise unterstützt nur LTE in den Frequenzbereichen 700 und 2100 MHz und ist daher in Europa bisher nur ohne LTE-Funktion erhältlich.

  • LTE-Netz in Deutschland

    Von April bis Mai 2010 versteigerte die Bundesnetzagentur LTE-Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang an Telekommunikationsdienste. Über den Tisch gingen die Frequenzen 800 MHz, 1800 MHz (bis dahin vor allem von der Bundeswehr genutzt), 2000 MHz (die ehemaligen Quam- und Mobilcom-Lizenzen für UMTS) und 2600 MHz. Die Bereiche 800 MHz und 2600 MHz werden von den vier deutschen Mobilfunkanbietern (Telekom, Vodafone, E-Plus und O2) für LTE genutzt. Die Deutsche Telekom verwendet zusätzlich 1800 MHz.

  • LTE-Smartphones in Deutschland

    Vodafone bietet seit März 2012 mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone Deutschlands an. Das Gerät wurde für die Frequenzbereiche 800 bis 2600 MHz auf den Markt gebracht. Da damit die von der Telekom unterstützten Bereiche im Stadtgebiet mit einer Frequenz von 1800 MHz nicht genutzt werden konnten, folgte im Juni das HTC One XL, das auch auf den Frequenzen 1800 MHz und 2600 MHz funktioniert.

  • Stadt und Land

    LTE wurde ursprünglich ausgebaut, um die Breitbandversorgung auf dem Land zu sichern. Seit 2011 ist LTE auch in den ersten Großstädten gestartet. Anfangs standen weiter Gebiete ohne DSL-Breitbandanbindung im Fokus. Doch seit 2012 werden sukzessive immer mehr Städte mit LTE versorgt. Inzwischen wird das Netz in folgenden Städten angeboten: Aachen, Augsburg, Berlin, Bochum, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Erfurt, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Karlsruhe, München, Rostock, Leipzig, Münster und Stuttgart.

  • Umrüstung

    LTE übernimmt im wesentlichen die Infrastrukturen der UMTS-Technologie. Die Technik wurde lediglich erweitert, um so zügig vom 3G- zum 4G-Standard zu gelangen. Dadurch sollen die Smartphones und Tablets permanent mit dem Internet verbunden sein können. Vor allem für die mobile Kommunikation, wie Video-Telefonie, wäre das ein riesiger Fortschritt. Branchenkenner vermuten, dass die bestehenden Netze innerhalb der nächsten zehn Jahre auf LTE umgerüstet sein könnten.

Wer mit seinem Smartphone dagegen nur Online-News liest, mit den Freunden WhatsApp-Nachrichten austauscht, mit Google Maps navigiert oder sich über das neueste Katzenvideo amüsiert, der kommt auch mit 3G klar.

Die Vorgängergeneration der 3G-Ära, bekannt unter den Stichworten UMTS, HSPA oder HSPA+, erreicht in der höchsten Ausbaustufe HSPA+ immerhin bis zu 42 MBit pro Sekunde. Das klassische UMTS ist allerdings auf bescheidene 384 KBit pro Sekunde begrenzt.

Wer das schnelle LTE nutzen will, benötigt drei Dinge: Ein Smartphone oder Tablet mit einem LTE-Chip, einen Datentarif der LTE unterstützt sowie LTE-Sendemasten in Funkreichweite. Außerdem sollte die SIM-Karte nicht sehr alt sein, dann unterstützt sie eventuell LTE nicht. In diesem Fall ist eine neue SIM-Karte beim Mobilfunkanbieter zu bestellen.

Die Technik hinter LTE

LTE steht für Long Term Evolution und bezeichnet einen Mobilfunkstandard, der heute in der Praxis schon Downloadraten von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) oder mehr ermöglicht. Theoretisch sind bis zu 300 MBit/s erreichbar. Der 4G-Standard ist in der Geschwindigkeit den meisten DSL-Anschlüssen ebenbürtig, und oftmals sogar überlegen. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher DSL-Anschluss im Haushalt bietet beispielsweise 25 MBit/s im Download. In der Praxis wird allerdings oft nur die Hälfte tatsächlich erreicht.

Die Internet-Anschlüsse der deutschen Haushalte

  • 63,8% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 50 Megabit pro Sekunde und mehr.

    Stand: Sommer 2014; Quelle: TÜV Rheinland

  • 70,7% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 30 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 78,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 16 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 89,0% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 6 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 94,9% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 2 Megabit pro Sekunde und mehr.

  • 96,2% der Haushalte...

    ...besitzen einen Internet-Anschluss von 1 Megabit pro Sekunde und mehr.

Die hohe Leistung erzielt die Technik vor allem durch Verbesserungen beim Modulationsverfahren und den Einsatz verschiedener Frequenzbereiche. Auf dem Land wird beispielsweise besonders der Frequenzbereich um 800 MHz genutzt, in der Stadt kommen vor allem 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz zum Einsatz. Nicht nur die Datenübertragung ist schneller, auch die Reaktionszeiten im Netz (die sogenannte Latenz) sind kürzer, was ebenfalls zu einer Beschleunigung beim Aufruf von Webseiten führt.

Ein Blick auf die Tariftabellen der Mobilfunkbetreiber zeigt aber auch, dass LTE sein Geschwindigkeitspotenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft hat. Die meisten erschwinglichen LTE-Tarife begnügen sich derzeit mit 21 MBit/s.

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Ähnlich wie bei DSL muss man damit rechnen, dass man im Alltag nur etwas mehr als die Hälfte der als Maximalwert angegebenen Downloadrate erzielt. Wie viel die Verbindung tatsächlich hergibt, kann jeder Nutzer durch Speedtests herausfinden. Entsprechende Apps gibt es auf den gängigen Mobilplattformen iOS, Android und Windows Phone. Die Apps messen Werte wie Download-, Uploadrate und Latenzzeiten.

Um ein zuverlässiges Bild von der gebotenen Leistung zu bekommen, sollte man sich nicht auf eine Messung beschränken, sondern den Geschwindigkeitstest an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten starten.

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