VMWorld: iPhone-Konzepte für Unternehmen

VMWorld: iPhone-Konzepte für Unternehmen

, aktualisiert 19. Oktober 2011, 14:42 Uhr
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Cloud Computing ist das Zauberwort der Post-PC-Ära: Applikationen und Daten sollen in die Wolke wandern

von Stephan DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Der US-Softwarehersteller VMWare will das Büro der Zukunft komplett in die Wolke bringen. Dabei bedient sich das Unternehmen bei Konzepten aus der Consumer-Welt. Auch ein eigener App Store soll in Unternehmen einziehen.

KopenhagenVirtualisierung, die Aufteilung physischer Hardware in mehrere virtuelle Maschinen, legte den Grundstein für den aktuellen Megatrend Cloud Computing. VMWare, das US-Unternehmen, welches das Konzept  der Virtualisierung erfunden und definiert hat, will die Kundschaft nun mit in die Wolke nehmen.

„Your Cloud. Own it“ ist das allgegenwärtige Motto unter dem die Hausmesse des Unternehmens in diesem Jahr steht. Damit ist klar: VMWare weiß  um die Vorbehalte großer und mittlerer Unternehmen. Sie haben die Befürchtung, mit der Cloud die Kontrolle über ihre IT zu verlieren. Die private Cloud – also das interne Rechenzentrum mit flexibler Cloud-Technologie – ist für VMWare daher der aktuelle Ansatz für die Business-IT.

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Um VMWares Vision für die Cloud-Zukunft den europäischen Kunden nahezubringen hat der Konzern nach Kopenhagen geladen. Nach Veranstalterangeben sind mehr als 7200 Besucher dem Ruf gefolgt, 1200 mehr als im vergangenen Jahr.

Software für die Post-PC-Ära

Stephan Herrod, Technik-Chef und Nummer zwei des Unternehmens, skizzierte zu Beginn der Veranstaltung, wie er sich die „Post-PC-Ära“, also die Computerära nach dem PC, vorstellt. In einer Welt, in welcher der Desktop-PC nur noch eines von vielen Arbeitsgeräten ist, gehe es nicht mehr um Maschinen, sondern um Services – und die Menschen, die damit arbeiten.

Applikationen und Daten sollen deshalb in die Wolke wandern – dort, wo die Anwender jederzeit auf sie zugreifen können, unabhängig von Ort und verwendetem Gerät. Mit der Vision ist VMWare bei weitem nicht allein, doch die demonstrierten Lösungen versprechen praxistaugliche Applikationen für das Konzept.

So stellt VMWare die Smartphone-Virtualisierung Horizon Mobile in Aussicht, die aus einem Handy zwei macht – und damit Privates und Geschäftliches trennt. Die Software wird es allerdings zunächst nur auf Android-Smartphones von LG und Samsung geben. Daten sollen dank einer Software namens Project Octopus immer verfügbar sein. Auch hier kommt das Vorbild aus der Consumer-IT: die beliebte Smartphone-App Dropbox stand Pate, wie VMware ganz offen zugibt.


Consumer-Konzepte für die Business-IT

Auch bei der Verwaltung der Software will VMWare auf ein erfolgreiches Konzept bei Consumer-Produkten zurückgreifen: Ein App Store soll als Teil der Cloud-Lösung vSphere in Unternehmen einziehen. Welcher Mitarbeiter auf welche Applikationen Zugriff hat, wird einfach per Häkchen bestimmt. Mitarbeiter können sich selbst aus dem Unternehmens-Store Applikationen auf ihr Gerät laden.

Die Anwendungen müssen nicht unbedingt installiert werden, wie die derzeit spannendste Ankündigung von VMWare zeigt: Mit der Software Appblast, so verspricht VMWare, soll jede Applikation auf jedem Gerät schlicht im Browser laufen – egal ob Mac, iPad, Smartphone oder Linux-Maschine. Nötig seien dazu keine Plugins, sondern lediglich ein aktueller Browser, der HTML5 unterstützt.

Wie dieses Wunderwerk der Technik im Detail funktionieren soll, verriet Technik-Chef Stephen Herrod auch auf Anfrage von Journalisten nach der Keynote leider nicht. Wann Appblast verfügbar sein wird, ist ebenfalls noch unklar.

Applikationen rücken in den Mittelpunkt

Es überrascht aber nicht, dass der Virtualisierungsspezialist VMWare seinen Fokus zunehmend  von der Bereitstellung der Infrastruktur auf die Applikationen verlagert. Im Kerngeschäft der Virtualisierung von Hardware machen dem Unternehmen inzwischen unter anderem Microsoft und der Linux-Anbieter Red Hat Konkurrenz. Vor allem die Virtualisierungs-Pläne des Software-Riesens Microsoft sind gefährlich für VMWare.

Larry Allison, Chef des Datenbank-Spezialisten Oracle, spottete bereits, VMware sei das neue Netscape. Der einst führende Webbrowserhersteller wurde Opfer seines eigenen Erfolgs. Nachdem das Web popularisiert wurde, ergänzte Microsoft das eigene Betriebssystem Windows schlicht um einen kostenlosen Webbrowser – und entzog dem damaligen Start-Up-Star Netscape so die Geschäftsgrundlage.

Für die kommende Windows-Version hat Microsoft einen eigenen Hypervisor angekündigt – eine Software zur Virtualisierung von Betriebssystemen, dem Kerngeschäft von VMWare.  Auch diese Microsoft-Software wird eine Gratis-Beigabe für Windows 8 sein. Höchste Zeit für VMWare also, sein Geschäftsmodell zu verbreitern.  Mit den auf der VMWorld vorgestellten Lösungen könnte das gelingen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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