VMWorld: Warnung vor der Cloud-Falle

VMWorld: Warnung vor der Cloud-Falle

, aktualisiert 20. Oktober 2011, 13:44 Uhr
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Wartungsarbeiten in einem Rechenzentrum.

von Stephan DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Ist die Cloud eine Falle? Cloud-Pionier und VMWare-Chef Paul Maritz warnt vor den negativen Folgen der neuen IT – und will das „Linux des Cloud-Zeitalters“ schaffen.

KopenhagenHeute können Unternehmen die Anbieter von Hard- und Software frei auswählen. In fast allen Unternehmen arbeiten heute Server mit Standard-Hardware, auf den meisten läuft das Betriebssystem Linux. In früheren Zeiten war das anders: Großrechner wurden samt passendem Betriebssystem gekauft, die Software lief nur auf der Maschine, für die sie geschrieben wurde. Für das Unternehmen bedeutete eine derart teure Investition in ein Mainframe-System ein Festlegung auf viele Jahre.

Der Virtualisierungsspezialist VMWare, der durch seine Virtualisierungstechnologie die Cloud-Ära mit eingeläutet hat, warnt nun vor den möglichen negativen Aspekten dieser Entwicklung. „Es gibt die Gefahr, dass mit dem Cloud-Zeitalter die schlechten Aspekte der Mainframe-Zeit zurückkehren“, sagte VMWare-Chef Paul Maritz zum Abschluss der Hausmesse VMWare Europe in Kopenhagen am Donnerstag. Anbieter wie Microsoft, Salesforce oder Google böten mit ihren Cloud-Lösungen alles aus einer Hand an – den gesamten Stack der Datenverarbeitung, wie es in der Fachsprache heißt.

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„Das ist durchaus verführerisch“, so Maritz. Schließlich komme das den Kunden entgegen, die ihre IT so weit wie möglich vereinfachen möchten. Doch es gebe auch eine negative Seite dieser Art von Komplett-Lösung aus einer Hand: „Sobald Sie sich für eine Plattform entschieden haben, sind Sie gefangen“.

„In Zukunft werden alle Applikationen im Unternehmen virtualisiert laufen“, ist Maritz überzeugt. „Cloud-Infrastruktur ist daher die neue Hardware“. Für diese Hardware will der Virtualisierungsspezialist eine offene Plattform schaffen. VMWare hat dazu das Open-Source-Projekt Cloud Foundry ins Leben gerufen. „Wir wollen damit das Linux des Cloud-Zeitalters schaffen“, so Maritz. Die Software stellt eine Cloud-Umgebung bereit, auf dessen Basis sich Applikationen in verschiedenen Programmiersprachen entwickeln lassen.


Auch Konkurrenten arbeiten an offenen Standards

Nicht nur VMWare stemmt sich gegen einen Rückfall in die Mainframe-Ära. Eine Reihe von Cloud-Anbietern haben einen Standard für Cloud-Applikationen geschaffen, mit dessen Hilfe sie in ganz verschiedenen virtuellen Umgebungen genutzt werden können. Das Open-Virtualization-Format wird unter anderem von Dell, HP, IBM, Microsoft, VMware und Citrix unterstützt.

Auch der Linux-Anbieter Red Hat hat sich bereits an der Lösung des Dilemmas versucht: Mit dem Open-Source-Projekt Deltacloud hat Red Hat eine Abstraktionsschicht geschaffen, auf der Applikationen lauffähig sind, die für völlig unterschiedliche Cloud-Plattformen geschrieben wurden.

„Die gesamte Industrie ist überzeugt davon, dass die Zukunft den offenen Standards gehört“, sagte Maritz vor Journalisten. „Wir werden unseren fairen Anteil am Markt haben – aber wir werden nicht der einzige Player sein“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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