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Von Nullen und Einen: WLAN überall

Kolumne von Ben Schwan

Mit kleinen, mobilen Hotspots kann man sich und seine Freunde per UMTS in Sekunden fast überall ins Netz bringen - egal ob per Smartphone, per Tablet oder per Laptop. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan hat die WLAN-Lösung von Mifi getestet, nennt Tücken und gibt Tariftipps.

Ben Schwan
WiWo-Technik-Kolumnist Ben Schwan lebt als Journalist in Berlin

Mobiles Internet ist mittlerweile auf dem Weg in den Mainstream. Handys wie das iPhone bieten laufend Netzzugang in ordentlicher Geschwindigkeit, während man mittels UMTS-Stick jeden Laptop drahtlos online bringen kann. Was bislang jedoch fehlte, war eine Möglichkeit, gleich mehrere Geräte mittels Mobilfunk ins Internet zu holen. Die Lücke wird mittlerweile durch sogenannte mobile Hotspots geschlossen: Sie integrieren einen UMTS-Empfangsteil mit einer WLAN-Basisstation. So müssen die anzuschließenden Geräte nur noch über WLAN verfügen, um online gehen zu können - die Verbindung zum Mobilfunk übernimmt der mobile Hotspot, den man nur noch einschalten muss.

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Diese an sich schon elegante Lösung wird durch die Tatsache versüßt, dass solche Geräte mittlerweile enorm klein und leicht sind - kleiner als die meisten Smartphones. Die bekannteste Lösung stammt vom US-Anbieter Novatel Wireless, der seine Gerätelinie "Mifi" getauft hat. Das für Europa geeignete Modell nennt sich Mifi 2352. Um die 230 Euro bezahlt man derzeit für den Hotspot, der sich dann in allen Netzen nutzen lässt. Wer es billiger will, kann seit kurzem auch zu Vodafone Deutschland gehen und zahlt dann (natürlich mit Vertrag) zwischen einem und 50 Euro.

Vertragswahl mit Bedacht!

Apropos Vertrag: Diesen gilt es mit Bedacht auszuwählen. Wer nur gelegentlich surft, kann zu einem Prepaid-Anbieter gehen, der Tagesflatrates ab 2 Euro 50 (z.B. Fonic) anbietet. Wer öfter surft, ist mit Monatstarifen besser bedient. Die müssen nicht unbedingt von großen Mobilfunkanbietern kommen: So hat z.B. der T-Mobile-Wiederverkäufer Simplytel eine 5-Gigabyte/Monat-"Flatrate" für 20 Euro im Angebot (steigt nach einer gewissen Zeit allerdings auf 30 Euro).

So ein Mifi-Hotspot ohne SIM-Lock hat auch noch den Vorteil, dass man ihn im Ausland mit der Karte eines lokalen Mobilfunkanbieters bestücken kann - um die weiterhin unfassbar teuren Roaming-Gebühren für mobiles Internet zu umgehen, die man dem heimatlichen Versorger blechen müsste. Als ich neulich in Brüssel auf einem Termin war, besorgte ich mir gleich bei Ankunft für 10 Euro eine Prepaid-SIM für mobiles Internet eines belgischen Providers - immerhin 200 Megabyte, was für leichtes Surfen und E-Mail ausreicht (Videos besser nicht), waren da schon enthalten. Die steckte ich dann einfach in meinen Mifi.

Ein kleines Problem gab es dabei allerdings: Damit es funktionierte, musste der richtige APN (Zugangspunkt für mobiles Internet) eingetragen werden. Den sollte man sich vorher vom lokalen Mobilfunkanbieter geben lassen, damit das Gerät keine Zicken macht. Einige Provider verlangen außerdem Zugangsnamen und Passwort.

Manchmal will die Batterie nicht

Ansonsten funktioniert so ein Mifi-Hotspot EU-weit normalerweise wunderbar. Problematisch wird es höchstens in Kanada und den USA: Dort funken UMTS-Anbieter auf einer anderen Frequenz, wofür es extra ein eigenes Mifi-Modell gibt. (Warum der Hersteller nicht einfach einen Multifrequenz-fähigen Chip eingebaut hat, wissen die Götter.) Kritikwürdig ist außerdem potenziell die Qualität der Hardware. So gab es beim nordamerikanischen Mifi-Modell Probleme mit dem Batteriedeckel und dem Akku selbst, was bei zwei Anbietern zu Rückrufaktionen führte.

Ich war im Betrieb mit meinem Mifi soweit zufrieden, musste allerdings feststellen, dass die Batterie manchmal nicht will (das Gerät bleibt trotz geladenem Akku aus) beziehungsweise nicht lädt. Auch aus diesem Grund ist die Anschaffung eines Ersatzakkus ratsam. Nervig ist auch, dass der Mifi nur eine einzige Anzeige-LED besitzt, die in mehreren Farben das jeweilige Signal (violett ist z.B. HSDPA) anzeigt oder mit Blinken das Ende der Akkulaufzeit ankündigt. Ein kleines Display hätte sicher nicht viel gekostet.

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