Von Nullen und Einsen: Der Freundesroboter wird menschlich

kolumneVon Nullen und Einsen: Der Freundesroboter wird menschlich

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Das Netzwerk Facebook hat es mit der neuen Konkurrenz Google schwer.

Kolumne von Ben Schwan

Der Druck auf den Netzwerkriesen Facebook wächst. Während in Deutschland Datenschützer mit Bußgeldbescheiden wegen möglicherweise die Nutzer ausspionierenden "Gefällt mir"-Knöpfen wedeln, zeigt Konkurrent Google+, wie ein besseres Social Network aussehen kann. Facebook hält nun mit einer PR-Offensive dagegen - und verbesserten Privatsphäreneinstellungen. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan hat sie sich angesehen.

Facebook ist, wenn man sich einmal die grundlegende Kategorisierung von Menschen in dem sozialen Netzwerk anschaut, ein bisschen wie ein Roboter, der nur zwei Schaltzustände kennt. Die Beziehung zwischen Nutzer A und Nutzer B kann eigentlich nur "an" (0) oder "aus" (1) sein - entweder man ist untereinander Freund oder man ist es eben nicht. Die ganzen Grauzonen und Zwischenstufen, die es im echten Leben gibt, werden dabei weggewischt.

Diese 0/1-Kategorisierung schlägt sich bis in die Privatsphäreneinstellungen nieder: Bis vor kurzem war die härteste Einstellung, die man hier vornehmen konnte, dass nur die Freunde Status-Botschaften, Pinnwand-Einträge, Fotos oder Videos sehen konnten. Doch was macht man beispielsweise mit dem Chef? Den will man zum Freund machen, weil es sich so gehört. Soll der ebenfalls die wilden Party-Bilder sehen? Und will man im Gegenzug dessen Vorliebe für asiatische Zierfische mitbekommen?

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Google+ zwingt Facebook zum umdenken

Damit das nicht passierte, konnte man schon bislang Benutzergruppen bei Facebook einrichten oder aber auswählen, an wen ein Posting ging. Doch besonders praktisch war das bislang nicht. Vor allem musste man ständig daran denken und sich erst einmal durch die lange völlig unverständliche Gruppenfunktion kämpfen.

Dann kam vor nicht ganz drei Monaten Googles eigener Versuch eines sozialen Netzwerks heraus. Die Facebook-Alternative Google+ zeigte dem Marktführer, wie man es besser machen kann: Personen lassen sich hier in sogenannte Circles gruppieren, mit denen man dann ganz aktiv Informationen teilt oder eben nicht. Die Nutzeroberfläche ist dabei so schlau gestaltet, dass die Gruppierung leicht von der Hand geht - Google+ nervt nicht. Da kann man dem Internet-Riesen andere datenschutztechnische Probleme, die das neue Netz noch hat, gerne verzeihen.

Und der neue Wettbewerber scheint bei Facebook ein Umdenken befördert zu haben:

Als Reaktion auf Google+ baut nun auch der Branchenführer um. Aus dem Freundesroboter soll demnach ein menschenähnliches Wesen werden, das weiß, dass es "enge Freunde", "Bekannte" oder aber auch "Menschen, mit denen man nichts teilen will" gibt. "Verbesserte Freundeslisten" nennt Facebook-Manager Blake Ross das - und kündigt an, dass die neue Funktion in den nächsten Wochen weltweit ausgerollt werden soll.

Allerdings kann sich der Netzwerkriese mal wieder nicht verkneifen, in die Algorithmenkiste zu greifen. So gibt es "Smart Lists", die sich automatisch aufbauen und dann Menschen nach Familie, Stadt oder gleicher Arbeitsstädte gruppieren. Wenn man diese verwendet, sollte man vorher prüfen, ob Facebook richtig gruppiert. "Enge Freunde", "Bekannte" oder eigens erstellte Listen managt der Nutzer dagegen selbst.

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