Von Nullen und Einsen: Die Chancen der iPad-Konkurrenten

kolumneVon Nullen und Einsen: Die Chancen der iPad-Konkurrenten

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WiWo-Technik-Kolumnist Ben Schwan lebt als Journalist in Berlin

Kolumne von Ben Schwan

Seit dem Wochenende ist Apples "Wundertablett" offiziell in den USA erhältlich. Die Konkurrenz schläft indes nicht - große wie kleine Firmen wollen in den nächsten Monaten mit Eigenentwicklungen zurückschlagen. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan wirft einen Blick auf die Chancen der iPad-Wettbewerber.

Nein, ich besitze noch kein iPad. Dafür hätte ich dieses Wochenende nach Amerika fliegen müssen, was ich mir aufgrund des Osterfestes und familiärer Verpflichtungen dann doch nicht antun wollte. Zumal es gut möglich gewesen wäre, dass ich in den nächsten Tagen auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gar kein Gerät erhalten hätte - die Vorbestellungen waren ratzfatz ausverkauft, die freien Stückzahlen begrenzt. Und so muss ich wie alle anderen hiesigen Tester eben warten: Deutschland ist wohl erst Mitte bis Ende April an der Reihe.

Aus diesem Grund bin ich in meiner ersten iPad-Bewertung auf die Arbeit geschätzter amerikanischer Kollegen angewiesen, die Apples "Wundertablett" insgesamt in den höchsten Tönen loben. Kritik wird nur an den bereits bekannten Problemen geübt: keine Flash-Unterstützung im Browser, der vom iPhone übernommene "Walled Garden"-Ansatz (alle Programme nur aus Apples App Store), kein Multitasking, für 16:9-Video ungeeigneter Bildschirm, keine eingebaute Kamera für bebilderte Internet-Chats und auch keine Möglichkeit, irgendwie geartete Zusatzgeräte anzuschließen (bis auf Apples Tastatur-Dock und Kameraadapter).

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In der Branche rappelt es im Karton

Ansonsten liefern die ersten Reviews keine wirklichen Neuigkeiten: Höchstens, dass es wohl von Anfang an 1000 an das iPad angepasste Anwendungen - neben den 150.000 iPhone-Programmen, die auf die höhere Auflösung des Tablets "aufgeblasen" laufen - geben wird, und dass der Akku des Geräts beim Ansehen von Videos stattliche 11 bis 12 Stunden durchhält. Ansonsten wird das flotte Interface gelobt, das auch schon etliche Journalisten bei der Vorstellung im Januar erwähnten - Apples Chip-Eigenbau "A4" leistet offenbar ganze Arbeit.

Das verzögerte Erscheinen des iPad in Europa gibt indes der Konkurrenz die Gelegenheit, vielleicht doch noch Apple auf die eine oder andere Art zu schlagen. In den vergangenen Wochen rappelt es in der IT-Branche jedenfalls im Karton: Eine Tablett-Ankündigung reihte sich an die nächste. Fertig ist indes noch nichts, was den Eindruck vermittelt, dass es sich hier und da um Vaporware handelte - heiße Luft in Form von Mitteilungen, dass demnächst etwas erscheint.

Das zumindest auf den ersten Blick wohl merkwürdigste Announcement kam vor knapp zwei Wochen von der Berliner Firma Neofonie, die man bislang nicht als Hardware-Produzent, sondern als Entwickler von Nachrichtensuchmaschinen und Web-Anwendungen kannte. Das Unternehmen berichtete, es werde noch in diesem Jahr ein 11,6-Zoll-Touchscreen-Gerät auf den Markt bringen, das einige entscheidende Vorteile gegenüber dem iPad haben soll - eine Webcam beispielsweise, einen eingebauten Kartenleser sowie eine Unterstützung für Flash. (Das wohl auch für die Erstellung von E-Reader-Anwendungen genutzt werden soll.) Als Betriebssystem hat man sich Googles Android ausgeguckt, das bislang allerdings noch nie erfolgreich für Tablet-Maschinen verwurstet wurde. 800 Gramm soll das WePad auf die Waage bringen und insgesamt etwas voluminöser sein als das iPad.

Die Hardware soll bei Neofonie aber nur ein Bereich einer Gesamtstrategie sein: Das Unternehmen plant eine Vermarktungsplattform für (ehemalige) Print-Inhalte. Das "WeMagazine ePublishing Eco System" soll es Verlagen ermöglichen, ihren Content auch auf andere Gerätschaften zu holen, dazu plant Neofonie offenbar auch Leseanwendungen für iPhone oder iPad. Wie die Verlagsunterstützung ausschauen wird, bleibt abzuwarten - Gruner + Jahr erwähnte das WePad kürzlich bei seiner Bilanzpressekonferenz, während Springer-Publikationen neulich aus Neofonies Demo-Screenshots verschwanden (und erstaunlich preisintensive iPad-Abos für "Welt" und Co. angekündigt wurden).

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