Von Nullen und Einsen: Die Festplatten der Zukunft

kolumneVon Nullen und Einsen: Die Festplatten der Zukunft

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Rechenzentrum des Internethosters Strato

Kolumne von Ben Schwan

55 Jahre hat die gute, alte magnetische "Hard Disk" mittlerweile auf dem Buckel. Zeit, sich Gedanken über einen potenziellen Nachfolger zu machen. Davon existieren gleich mehrere: Schnelle SSD-Speicher für den eigenen PC ebenso wie die Möglichkeit, seine Daten per Cloud-Computing in einer Server-"Wolke" im Internet abzulegen. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan über die Vor- und Nachteile neuer Speichertechniken und die Tatsache, dass die traditionelle Festplatte dabei eventuell gar nicht so alt aussieht - noch.

Als Forscher des Computerkonzerns IBM anno 1956 die weltweit erste "Hard Disk" für einen Versicherungsgroßrechner entwickelten, hätten sie wohl nicht erwartet, welchen Siegeszug ihr Magnetplattenspeicher einmal antreten würde. Das riesige Gerät hatte eine Speicherkapazität von sagenhaften 5 Megabyte - damals eine Menge Daten, die Auftraggeber waren mehr als beeindruckt.

Auch 55 Jahre später gibt es bei hohen Anforderungen an den Speicherplatz keine Alternative zur klassischen Festplatte. Ein Beispiel: Der Computerkonzern Apple baut gerade sein Rechenzentrum aus, um noch mehr Filme, Musik und Apps an seine Millionen Kunden ausliefern zu können. Dazu soll er unfassbare 12 Petabyte bei einem Speicherspezialisten bestellt haben. Das entspricht insgesamt 12.000 Festplatten mit einer Kapazität von Desktop-PC-üblichen 1 Terabyte.

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Problemlos ist die Terabyte-Platte voll

Seit der IBM-Erfindung anno 1956 konnte man sich auf zwei Tatsachen verlassen: dass die Leistungsfähigkeit von Computerchips (damals noch Vakuumröhren) Jahr für Jahr zunehmen würde - und dass der Speicherplatz auf Festplatten regelmäßig wuchs. In der Tat sind wir noch immer in dieser Phase. Derzeit geht es beispielsweise darum, wer der erste Hersteller mit gut funktionierenden 4-Terabyte-Hard Disks sein wird, nachdem man sich 2-Terabyte-Scheiben mittlerweile für unter 80 Euro kaufen kann.

Solche Datenmengen sind auch nötig, speichern wir heute selbst als Privatleute doch mehr Informationen denn je. Dabei geht es weniger um Business-Dokumente, die eher wenig Platz einnehmen, sondern um die Multimedia-Revolution, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten in unseren Wohnzimmern abspielte. Erst wurde die Musiksammlung digitalisiert, was noch relativ moderate Platzansprüche stellte - hat ein Mensch eine MP3-Kollektion mit einer Größe von 100 Gigabyte, kann er schon als süchtiger Freund schöner Töne gelten. Doch dabei blieb es nicht: Mittlerweile kauft sich auch Otto-Normal-Verbraucher regelmäßig mal einen HD-Film im Netz. Dank schneller DSL- und Kabel-Internet-Leitungen ist der dann selbst im Gigabyte-Bereich in höchstens einem Stündchen komplett auf der Platte. So füllt sich dann die heimische Rechentechnik schnell. Hinzu kommen auf der Videokamera oder dem Smartphone geschossene Heimvideos, dank Digicams ständig wachsende Fotosammlungen und vieles mehr. Da kriegt man dann, mit etwas Mühe, problemlos eine Terabyte-Festplatte voll.

Kommt die Technik an ihre Grenzen?

Die Frage ist allerdings, ob die Technik nicht langsam an ihre Grenzen kommt. Tatsächlich fällt es den Hard-Disk-Herstellern immer schwerer, neue Methoden zu erfinden, mit der noch mehr Material auf gleiche Fläche passt. Die Speicherbits werden immer kleiner, die Ansprüche an die feinmechanisch höchst komplexen Leseköpfe immer größer. Auch die Geschwindigkeit kann nicht beliebig gesteigert werden.

Fragt man Experten, was als nächstes großes Ding ansteht, verweisen die seit mehreren Jahren auf die sogenannte SSD-Technik. Dabei handelt es sich um ultraschnelle Speicherchips, die wiederbeschreibbar sind und ihren Dateninhalt auch dann nicht verlieren, wenn man den Strom abdreht. SSD steht für "Solid State Drive" - vulgo: Laufwerk ohne bewegliche Teile. Da sich solche Speicherchips viel schneller beschreiben und lesen lassen als das bei Festplatten der Fall ist, kann man selbst auf älteren PCs mit einem solchen Laufwerk wahre Wunder erleben. Das Booten geht unter Umständen in Sekunden statt in Minuten, beim Surfen im Internet gibt es keine "Langsamstellen" mehr, weil die Festplatte es nicht schafft, Seiteninhalte abzulegen.

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