Von Nullen und Einsen: Die smarte Gefahr für das Handy

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Android

Kolumne von Ben Schwan

Moderne Handys sind nicht weniger als kleine Computer. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis erste Malware für Smartphones auftauchen würde. Mittlerweile sind solche Schädlinge etwa in Googles Android Market in Stückzahlen zu finden. Doch das heißt nicht, dass bald wie in der PC-Welt ein Virenschutz auf dem Mobiltelefon Pflicht wird, meint wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan. Denn noch können die Plattformbetreiber einschreiten.

Der Name klingt eher nett als gefährlich: "DroidDream" nennt sich der erste Datenschädling für Googles Mobilbetriebssystem Android, der sich in nennenswerter Stückzahl verbreitet hat. Mit der Malware, die auf mehre tausend Geräte gelangt sein soll, können Angreifer weitere Applikationen nachladen, die schlimmstenfalls die komplette Kontrolle über ein Handy übernehmen könnten.

Bereits im März hatten Sicherheitsforscher vom US-Unternehmen Lookout Security die erste Version von DroidDream in Dutzenden Apps entdeckt. Zwei Monate später kam dann eine zweite heraus und nun, vor knapp einer Woche, die dritte.

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Google kann das Angebot nicht kontrollieren

Das Erstaunliche an dem Vorfall ist der Verbreitungsweg: Alle drei DroidDream-Versionen standen in Googles offiziellem Software-Laden, dem Android Market, versteckt in harmlos erscheinenden Apps. Erst nach Entdeckung wurden sie dort gelöscht und schließlich auch von betroffenen Smartphones entfernt, was Google - in diesem Fall zum Glück - auch nachträglich erledigen kann. Dieser “Kill Switch“ wurde auch schon bei Apps aktiviert, die die Identität des Nutzers abspeicherten, ohne dass der das mitbekam.

Alles in allem wird die Sicherheitslage bei Smartphones, die mittlerweile nicht weniger als kleine Computer mit durchaus ernstzunehmender Leistung sind, also problematischer. Google hat das Problem, dass die Firma die über 100.000 verschiedenen Anwendungen für seine Handys, die inzwischen angeboten werden, nicht kontrollieren kann - und das offenbar auch nicht will. Hat jemand ein Programm entwickelt, darf es auch in den Android Market, das versteht der Netzriese unter Offenheit.

Apple kontrolliert die Apps von Hand

Beim Konkurrenten Apple gab und gibt es ebenfalls bereits den ein oder anderen problematischen Fall - etwa, wenn eine App ohne Nutzerinformation Adressbücher ausliest oder eine andere Sicherheitscodes mitschneidet. Allerdings kontrolliert Apple nach wie vor jede einzelne Anwendung von Hand. Das heißt aber nicht, dass es gänzlich unmöglich wäre, Schadcode an den Prüfern vorbei in den App Store zu schmuggeln, wie mir Experten versichern. Zudem sind per “Jailbreak“ aufgeschlossene Geräte akut hackbar, wenn Laien sie nicht selbst wieder zumachen.

Droht uns also in einigen Jahren ein ähnlich nerviges Nutzungserlebnis wie auf vielen (Windows-)PCs? Werden wir auf unseren Smartphones dauernd Sicherheitsabfragen bestätigen müssen, Viren-Definitionslisten pflegen und unsere Firewalls hochfahren?

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