Von Nullen und Einsen: Flach und schnell

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Intel präsentiert verschiedene Ultrabooks-Designs.

Kolumne

Apples MacBook Air ruft bei Kunden wie PC-Herstellern Verlangen hervor: "Was wäre, wenn es das mit Windows gäbe?" Doch keine Angst, der Chip-Riese Intel hat eine Lösung parat: Sogenannte Ultrabooks - und die sind durchaus geeignet, der Computerbranche neuen Schwung zu verleihen, meint wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan.

Kompaktrechner hören bei Apple auf einen Namen: MacBook Air. Seit nicht ganz vier Jahren baut der Computerkonzern die keilförmigen Aluflundern. Waren die eleganten Maschinen anfangs noch teuer und mit reichlich schmaler Rechenleistung ausgestattet, hat sich das spätestens seit der letzten Generation, die im Juli auf den Markt kam, geändert. Ab 950 Euro aufwärts bekommt man nun ordentlich schnelle Doppelkern-i5- oder gar i7-Prozessoren von Intel und damit dann Geräte, die nahezu allen regulären PC-Aufgaben gut gewachsen sind (mit Ausnahme schneller Actionspiele vielleicht). Das 11-Zoll-Modell ist darüber hinaus so schmal und leicht (knapp 1 Kilo), dass es Tablets Konkurrenz machen kann - es ist ein Immer-dabei-haben-Notebook.

Hauptmanko für Windows-Nutzer: Die Maschine kommt standardmäßig mit Mac OS X. Sein Lieblingsbetriebssystem müsste man deshalb erst für einige Hundert Euro dazukaufen und dann nachträglich installieren, was sich im Apple-Jargon "Boot Camp-Setup" nennt. Kein Wunder daher, dass es im PC-Sektor ein Verlangen nach Geräten von der Art des MacBook Air gibt. Der Chipriese Intel hat deshalb eine neue Klasse von Laptops definiert: Sogenannte Ultrabooks, kompakte Maschinen mit 11 bis 13 Zoll Bildschirmdiagonale, die ähnlich leicht und flach sein sollen wie das MacBook Air. Ultraportabel sollen die Maschinen sein. Weitere Spezifikationen: Gewicht maximal 1,4 Kilo, Batterielaufzeit fünf bis acht Stunden, Dicke maximal 20 Millimeter. Optische Laufwerke sollten nicht mehr verbaut werden, statt Festplatten gehört in das Ultrabook außerdem ein SSD-Laufwerk.

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Intel investiert 300 Millionen Dollar

Erstaunlicherweise erwies sich die Schaffung der neuen Gerätekategorie als schwieriger als zunächst erwartet. Schlappe 300 Millionen Dollar investierte Intel in einen Fonds, der die Entwicklung befördern sollte. Damit finanziert werden sollten Hard- und Softwarefirmen, die die Grundlagen der Ultrabooks befördern - von langlaufenden Akkus bis hin zu mehr Speicherplatz auf kompakter Fläche.

Trotzdem taten sich große Hersteller zunächst schwer, das von Intel verlangte Referenzdesign umzusetzen. Es erwies sich als problematisch, einen Preispunkt von unter 1000 Dollar zu erreichen. Das ist umso erstaunlicher, als dass Apples Rechner bislang als eher teuer galten - doch bei MacBook-Air-artiger Technik macht der Steve-Jobs-Firma offenbar niemand etwas vor. Eine besonders kompakt aufgebaute Hauptplatine, langfristige Verträge für SSD-Medien und viel Erfahrung bei Alugehäusen erlaubten es Apple augenscheinlich, billiger zu produzieren und zu verkaufen, als die guten, alten PC-Hersteller.

Weitere Hersteller ziehen nach

Mittlerweile scheint der Knoten jedoch geplatzt und erste Ultrabooks kündigen sich in den nächsten Wochen an. Am 11. Oktober wird Asus sein UX präsentieren, etwas später ist dann Acer mit eigenen Ultrabooks dran. Was man von den Geräten bereits sehen konnte, sieht schon mal gut aus: Metallgehäuse, die den Apple-Stil nicht (nur) kopieren, weitgehend Aufkleber- und Logo-freie Optik, mehr Anschlussmöglichkeiten als beim MacBook Air (etwa HDMI-Ausgänge für den Fernseher) und eine interne Hardware, die sich sehen lassen kann.

Preislich wird Asus wahrscheinlich bei etwas über 1000 Euro landen. Acer verspricht ein Einstiegsmodell von 800 Euro. Für einen günstigeren Preis kann da vielleicht eine neue Gehäuseform helfen, die Intel mittlerweile zu untersuchen scheint: Statt Alu könnten auch glasfaserverstärkte Kunststoffe verbaut werden. Die wären zudem potenziell leichter.

Ganz überzeugt sind sind die Hersteller allerdings noch nicht. So werden wohl zumindest anfangs nur mittelprächtig hohe Stückzahlen produziert werden, weil man sich mit den Ultrabooks in eine ganz neue Kategorie begibt. Klar verloren haben aber schon mal die sogenannten Netbooks - Internet-taugliche Kompaktlaptops mit wenig Rechenleistung. Diese Klasse wird von den Ultrabooks überholt - die sind ebenfalls kompakt, bieten aber ordentlich Power.

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