Von Nullen und Einsen: Handy oder Kamera?

kolumneVon Nullen und Einsen: Handy oder Kamera?

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Endeavour STS-134-Astronauten machen mit enem iPhone Fotos

Kolumne von Ben Schwan

Es gibt ein altes Sprichwort unter Profifotografen: Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Tatsächlich schießen Smartphones auch dank neuartiger Bildbearbeitungs-Apps mittlerweile erstaunlich gute Fotos. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan lässt in dieser und der nächsten Woche Handy und reguläre Digitalkamera gegeneinander antreten und zeigt interessante Geräte und Programme.

Noch vor wenigen Jahren wäre ein Pressefotograf wohl ausgelacht worden, wenn er bei seiner Redaktion mit Bildern aus einem Smartphone vorstellig geworden wäre. Letzten November tat David Winter, Kriegsreporter für die "New York Times", aber genau das - und landete mit den per iPhone 4 geknipsten Schnappschüssen aus Afghanistan sogar auf dem dritten Platz beim renommierten "Pictures of the Year International"-Preis des Reynolds Journalism Institute. Winters Trick: Statt die Aufnahmen einfach aus dem Gerät zu ziehen, bearbeitete er sie mit einer App nach. Ergebnis waren beeindruckende Bilder.

Nichts geht über das iPhone 4

Was der Profi kann, kann Otto-Normal-Benutzer natürlich auch. Ein Smartphone, das man sowieso ständig mit sich herumträgt, ist zudem bequemer als eine "richtige" Digitalkamera: Immer, wenn etwas Interessantes zu sehen ist, sei es auf Geschäftsreise oder im Urlaub, kann man es zücken. Da ein Smartphone nicht großartig auffällt, gelingen damit zudem auch Aufnahmen in Situationen, wo große Kameras störend wären: Menschen geben sich vor einem Handy oft natürlicher als vor einer Riesen-Spiegelreflex. Bearbeitet wird dann später mit einer Software.

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Zunächst muss aber erst ein Smartphone her, das grundsätzlich ordentliche Bilder macht. Hier sollte man sich, weil es später ja auch auf die Nachbereitungs-App ankommt, an den momentan erfolgreichsten Plattformen Android und iOS orientieren. Beide bieten jede Menge Foto-Anwendungen für den ambitionierten Amateur bis zum Profi. Wendet man sich ins Apple-Lager, geht nichts über das iPhone 4: Der billigere Vorgänger 3GS hat eine schlechtere Hauptkamera und gar keine Frontkamera, die für Selbstporträts und Videochats geeignet ist. Eventuell wartet man allerdings noch ein bisschen: Im September sollen neue Geräte erscheinen, die, Apple-typisch, sicher eine wieder etwas verbesserte Kamera enthalten dürften.

Samsung Nexus S: Der iPhone-Konkurrent

Auf Android-Seite tendiere ich zum Nexus S von Samsung. Der Grund ist einfach: Das seit März erhältliche Gerät ist, wie schon der Vorgänger Nexus One, Googles Referenzplattform, was bedeutet, dass man dafür immer die neueste Software erhält. Während man bei anderen Modellen von Samsung, bei Motorola, HTC oder LG warten muss, bis Hersteller und/oder Netzbetreiber Googles Updates anpassen, bedenkt der Internet-Riese seine Nexus-Geräte zumeist zuerst. Sie enthalten zudem keine - nicht selten unnütze - Zusatzsoftware. Es ist quasi das pure Android-Erlebnis, das man auf einem solchen Nexus S bekommt.

Sowohl Nexus S als auch iPhone 4 bieten eine 5-Megapixel-Kamera, die 2560 mal 1920 beziehungsweise 2592 mal 1936 Bildpunkte schafft. Beide Geräte haben einen LED-Blitz und ein ordentlich großes Display zum Betrachten der Fotos, wobei Apples "Retina"-Schirm mit 960 mal 640 Bildpunkten Samsungs 800 mal 480 Bildpunkte schlägt, insgesamt also schärfer wirkt.

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