Von Nullen und Einsen: Neue Musikboxen für das Wohnzimmer

kolumneVon Nullen und Einsen: Neue Musikboxen für das Wohnzimmer

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Jawbone Jambox

Kolumne von Ben Schwan

Kabel waren gestern: Mit Streaming-Lösungen ist es möglich, die Musiksammlung von Computer, Smartphone, Tablet oder MP3-Spieler auch drahtlos auf einem Lautsprechersystem wiederzugeben. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan hat sich zwei interessante Lösungen angesehen: Eine größere und eine ganz kleine.

Auf der IFA konnte man es mal wieder gut sehen: Die gute alte Mehrkomponenten-HiFi-Anlage, wie man sie früher im Wohnzimmer hatte, wird immer mehr von einzelnen Gerätschaften wie iPod-Docks, Home-Cinema-Systemen oder, etwa in der Küche, Digitalradios mit ordentlichem Klang abgelöst. High-End-Fans mögen das degoutant finden - und diese Meinung hat sicher auch ihre Berechtigung. Allerdings gibt es mittlerweile klanglich durchaus interessante Geräte in diesem unübersichtlichen Segment.

Zwei Vertreter der neuen Audiogeräteklassen habe ich mir für meine heutige Kolumne vorgenommen, die beide über eine Funktion verfügen, die sie besonders interessant macht: Beide können mittels drahtlosem Streaming kabellos mit Klangmaterial versorgt werden, das von Geräten wie MP3-Spielern, Smartphones, Tablets oder Computern kommen kann. Die beiden Modelle unterscheiden sich auf den ersten Blick schon einmal durch ihre Größe und ihren Anwendungszweck. Während der Zeppelin Air von Bowers & Wilkins als Standgerät betrieben wird und über ein iPod-Dock für allerlei Apple-Gerätschaften verfügt, ist die Jambox von Jawbone portabel, läuft mit einem eingebauten Akku und kann, wenn es denn sein muss, auch noch als Freisprecheinrichtung genutzt werden.

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Stress mit dem Setup

B&Ws Zeppelin Air kostet knapp 600 Euro, ist der Nachfolger des höchst beliebten iPod-Docks Zeppelin und verfügt über ein Repertoire an Hoch- und Tieftönern, die selbst so manchen High-End-Freund begeistern können. Wer möchte, kann auch in dieses Gerät iPods in verschiedenen Geschmacksrichtungen von classic bis touch oder ein iPhone einstecken, um dann die dort enthaltene Musik abzurufen. (iPads passen leider gar nicht.) Doch das ist nicht der Kern des Produkts. Das "Air" steht für "AirPlay", was Apples Streaming-Technik bezeichnet. Bevor geneigte PC-Fans nun "Bäh, Apple!" schreien, sei angemerkt, dass dieses System nicht nur mit iOS-Spielzeugen, sondern auch mit dem Rechner funktioniert. Während iPhone und Co. mit der aktuellen Betriebssystemversion einen ins Heim-WLAN eingebauten Zeppelin Air sofort erkennen und dann drahtlos beschicken können, muss auf PC oder Mac allerdings Apples iTunes-Jukebox-Anwendung laufen. Dann musiziert der Zeppelin Air brav mit den Klängen jedes autorisierten Gerätes.

Etwas Stress hat mir allerdings das Setup bereitet: Man muss den Lautsprecher zunächst am besten per Netzwerkkabel an einen Rechner andocken, um dann die passenden WLAN-Einstellungen vorzunehmen, etwa, welches Netz verwendet werden soll. Auch etwas hakelig ist das Einspielen von Firmware-Aktualisierungen, die B&W regelmäßig herausbringt, um Probleme zu lösen oder neue Funktionen hinzuzufügen: Das geht nicht drahtlos, sondern nur per USB-Kabel.

Klangstarker Zwerg

Dafür arbeitet ein einmal eingebundener Zeppelin Air sehr brav vor sich hin: Wird er nicht mit Musik beschickt, schaltet er sich in einen Schlafmodus, aus dem er beim Ankommen des nächsten drahtlosen Soundpakets wieder aufwacht. Eine Infrarotfernbedienung erlaubt es außerdem, entfernte Geräte (also auch Mac und PC) bei ihrer Musikwiedergabe zu kontrollieren, also beispielsweise einen Song vorzuspulen oder zu pausieren. Neben dem WLAN-Streaming lassen sich Töne auch per Netzwerkkabel und USB auf den Zeppelin Air bringen. Der Klang ist für eine solche Größe und den Preis wirklich adäquat - praktisch ist auch, dass man die Basslastigkeit der Subwoofer mittels iPhone einstellen kann, wenn man die Audio-Zigarre einmal etwas näher an die Wand schieben will.

Im Vergleich zum Zeppelin Air wirkt die Jawbone Jambox wie ein Zwerg, der allerdings für seine Größe erstaunlich klangstark ist. Knapp 180 Euro will der vor allem für seine Bluetooth-Headsets bekannte Hersteller für das Kästchen haben. Dafür gibt es gleich vier Farben und Außengestaltungen, die durchaus edel wirken, wenngleich die Gummiabdeckung am oberen Gehäuseteil samt entsprechender Knöpfe nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.

Die Idee bei der Jambox ist leicht erklärt: Klangtechnisch schlecht ausgestattete Computer, Smartphones oder Tablets sollen einen stets verfügbaren, soundtechnisch ordentlichen Zusatzlautsprecher erhalten. In den packt Jawbone neben für die Größe recht voluminösen Treibern jede Menge (geheime) Elektronik zur Klangoptimierung - High-End-Freunde dürfte es hier schaudern. Das Endergebnis ist aber gar nicht so schlecht, wie wir gleich hören werden.

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