Von Nullen und Einsen: Nur die Rettung des Abendlandes steht noch aus

kolumneVon Nullen und Einsen: Nur die Rettung des Abendlandes steht noch aus

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Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das iPad

Kolumne von Ben Schwan

2010 war trotz aller Ausläufer der Wirtschaftskrise ein gutes Jahr für die Hightech-Industrie. Diverse innovative Geräte erblickten das Licht der Welt (iPad), Netze wurden schneller (LTE) und das Internet erwies sich wieder einmal als Treiber von Offenheit (Wikileaks). wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan blickt zurück und nennt seine persönlichen informationstechnischen Hochs und Tiefs des Jahres.

Diese ausklingenden zwölf Monate verstrichen irgendwie schneller als sonst. Es mag an den Ausläufern der Wirtschaftskrise gelegen haben, die uns stets atemlos hielt, an Skandalen und Skandälchen, die in schneller Folge aufeinandertrafen. Im IT-Bereich war 2010 darüber hinaus auch ein Jahr der großen Innovationen, die ebenfalls wie im Stakkato über uns hereinbrachen.

Es begann bereits Ende Januar, als Apple nach dem üblichen monatelangen Gerüchtegemurmel endlich sein iPad vorstellte. Ich muss zugeben, dass mich der lange erwartete Tablet-Rechner anfangs enttäuschte. "Riesen-iPhone" war da noch die netteste Kritik, die mir einfiel. Der ganze Hype im Vorfeld hatte dazu geführt, dass selbst Experten annahmen, Apple würde beispielsweise das Touchscreen-Tastaturproblem besser lösen - etwa durch eine Eingabefläche auf der Rückseite oder andere Innovationen. Stattdessen war das iPad ein iOS-Gerät mit größerer Auflösung und zweifellos schickem Design bei erstaunlich hohem Gewicht.

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Nokia mit mageren Zahlen

Mittlerweile und nach Monaten der Einsatzzeit bin ich milder gestimmt: Das Format stimmt, auch aufgrund teils wirklich sehenswerter Apps, tatsächlich. Die Rettung des Abendlandes (vulgo: der Medienindustrie) steht allerdings noch aus.

Apple wird das Gerät nun Jahr für Jahr verbessern. Bei mir stehen ein höher auflösender Bildschirm, ein flacheres Gehäuse und ungefähr 300 Gramm weniger ganz oben auf der Wunschliste. Ansonsten sorgt die Software-Seite für Verbesserungen.

Während sich das iPad und das im Sommer erschienene iPhone 4 wie warme Semmeln verkaufte, litt die Konkurrenz. Bei Nokia versuchte ein neuer Chef, das Ausbluten im Smartphone-Bereich zu stoppen. Gelungen ist das bislang noch nicht. Microsoft übte sich währenddessen mit Windows Phone 7 an einer mobilen Wiedergeburt. Zwischenergebnis: 1,5 Millionen an Netzbetreiber ausgelieferte Geräte, was im Vergleich zur Konkurrenz eher mager erscheint.

Ein gutes Jahr für Google

Google hatte ein gutes Jahr. Zunächst konnte sich der Internet-Riese über konstant gute Ergebnisse freuen, die ihm den Mut gaben, in alle möglichen Richtungen zu investieren. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Beim Mobilfunkbetriebssystem Android scheint es zu funktionieren: Die Technik, die sich über Werbeeinnahmen finanzieren soll und Herstellern kostenlos angeboten wird, eroberte sich nehmen Apples iOS einen Stammplatz in den Smartphone-Charts. Auch wenn mir persönlich das Bedienkonzept nur teilweise gefällt. Im nächsten Jahr soll es mit der Eroberung der Tablets weitergehen.

Weniger schön für Google war die in Deutschland heftig aufgeflammte Debatte um den Straßenbilderdienst Street View. Hunderttausende Bewohner ließen ihre Häuser blockieren, was den Service in manchen Großstadtstraßen kaum mehr nutzbar macht. Manchmal erlaubten sich Anwohner (oder die, die sich dafür ausgaben) auch Scherze.

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