Von Nullen und Einsen: Same innovation as every year

kolumneVon Nullen und Einsen: Same innovation as every year

Kolumne von Ben Schwan

Was erwartet den geneigten High-Tech-Freund im Jahr 2011? Google noch mächtiger, Facebook noch informationssüchtiger, Apple noch kontrollwütiger und Microsoft noch abgeschlagener? wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan will es sich eigentlich nicht ganz so einfach machen, landet dann aber doch wieder bei den üblichen Verdächtigen.

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Back to the mac: Apple will 2011 denn erfolgreichen App Store für iPhone und iPad ebenfalls auf seinen Rechnern etablieren

2010 war trotz aller Krisen kein schlechtes Jahr für die High-Tech-Branche. Und 2011 sollte kaum schlechter werden - jedenfalls sieht alles danach aus. Apple dürfte auch 2011 einer der Innovationsführer bleiben. Der Computerkonzern, dessen Hype-Erzeugungsmaschinerie nur noch durch den aktuell milliardenschweren Gewinn getoppt wird, wird im Frühjahr das zweite iPad vorlegen. So viel lässt sich zumindest aus bisherigen Verhaltensmustern ablesen. Das Gerät wird Hardwareoptimierungen aufweisen, was es weiter von der Konkurrenz absetzen dürfte, die teilweise noch gar nicht auf dem Markt ist. Der ebenfalls im Frühjahr startende "Mac App Store" zeigt unterdessen, wohin die Reise auch bei Desktop-Rechnern geht: zu einer zentralisierten Software-Versorgung. Ich kann selbst noch nicht sagen, ob ich diese Entwicklung gutheißen möchte.

Samsung will Apple Konkurrenz machen

Google hatte 2010 ja eher ein gemischtes Jahr. Der Konzern ist weiter Nummer eins bei Suchmaschinen und Werbung, musste aber etwa bei Google TV und verschiedenen Internet-Diensten Schlappen einstecken. Dafür stürmt Android, dessen Geschäftsmodell mir immer noch niemand adäquat erklärt hat, weiter voran: Es wird in Form der Betriebssystemversion "Honeycomb" im Frühjahr 2011 für Tablet-Rechner bereitstehen und auch die Smartphones diverser Hersteller aufhübschen. Hauptproblem von Android bleibt aber die Fragmentierung, die es Software-Herstellern recht schwermacht, für die Plattform zu entwickeln. Dafür soll es bald einen Konkurrenten für den Spiele-Musikspieler iPod touch geben, der von Samsung kommt.

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Microsoft hat ein zweites Eisen im Feuer

Und was passiert in der Windows-Welt? Die wird weiter existieren und Standard auf dem gesamten Planeten bleiben, ohne dass das irgendwie besonders schlagzeilenträchtig sein dürfte. Mit der nächsten richtigen Version des dominierenden Microsoft-Betriebssystems ist nicht vor 2012 zu rechnen. Dafür wird es vermutlich im ersten Quartal ein großes Service Pack für Windows 7 geben, das das an sich schon vernünftigste Windows aller Zeiten noch ein bisschen besser macht. Trotzdem wird es weitere große Viren- und Würmerwellen geben, weil es dafür einfach die lohnendste Plattform ist. Stuxnet, eine äußerst haarige Entwicklung, ist der Anfang von einer Ära mit noch zerstörerischer Malware.

Microsoft hat aber noch ein zweites neues Eisen im Feuer - Windows Phone 7. Dazu gab man kurz vor dem Jahreswechsel bekannt, dass es nun über 5000 Apps für die junge Plattform geben soll. Das ging schnell, sagt aber noch nichts darüber aus, ob es dem Softwareriesen gelingt, die Smartphone-Konkurrenten einzuholen, die über mehrere Jahre Vorsprung verfügen und denen WP7 außer einer hübschen Oberfläche nur wenig entgegen zu setzen hat.

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