Von Nullen und Einsen: Sorglos surfen im Ausland

kolumneVon Nullen und Einsen: Sorglos surfen im Ausland

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WiWo-Technik-Kolumnist Ben Schwan lebt als Journalist in Berlin

Kolumne von Ben Schwan

Wer außerhalb der Heimat mittels Mobilfunk ins Internet will, zahlt sich nach wie vor dumm und dämlich - trotz durchaus lobenswerter Bemühungen etwa seitens der EU-Kommission, Preise zu senken und Kostenbremsen einzuziehen. Doch mit einfachen Tricks ist es möglich, den Mondtarifen von T-Mobile, Vodafone, O2 und Co. zu entgehen, wie wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan erklärt.

Eigentlich ist Roaming ja eine feine Sache: Man fährt mit seinem Handy ins Ausland und ist dort trotzdem weiter direkt unter seiner gewohnten Rufnummer aus der Heimat erreichbar. Da die dafür notwendige Technik zumindest am Anfang einen gewissen Aufwand bedeutete, ließen sich die Mobilfunkfirmen das Reisen mit Mobiltelefon stets gut bezahlen: So blecht(e) man nicht nur deutlich höhere Tarife als zu Hause, sondern wird und wurde sogar beim Empfang eines Anrufs zur Kasse gebeten, was man sonst in Europa nicht kennt. Soweit ist das wohl jedem bekannt - und viele Leserinnen und Leser werden sich schon geärgert haben, wenn sie dann nach einem längeren Auslandsaufenthalt eine Mega-Rechnung vorfanden.

Seitdem aber immer mehr Menschen mobil ins Internet gehen und/oder darauf angewiesen sind, mit ihrem Smartphone stets aktuelle Informationen von der Kartendarstellung bis zur geschäftlichen E-Mail zu erhalten, ist das Roaming vom kleinen Ärgernis zum ganz großen geworden. Das Schlagwort nennt sich "Bill Shock" - Rechnungsschock. Während es für Inlandskunden mittlerweile relativ verträgliche Tarife mit Pseudo-Flatrates (z.B. 30 Euro für 5 Gigabyte im Monat) gibt, wird man im (EU-)Ausland Kilobyte für Kilobyte zur Kasse gebeten. Und die Tarifierungen sind unglaublich übel: So kostet ein einziges Megabyte, das ungefähr zwei aufgerufenen wiwo.de-Seiten mit Bildern entspricht, beim Anbieter O2 im EU-Ausland schlappe 5,12 Euro.

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Der "Kosten-Airbag" hilft wenig

Die Konkurrenz ist teilweise sogar noch schlimmer: Wer auf die (offenbar verrückte) Idee kommt, mit einem T-Mobile-Prepaid-Vertrag ("Xtra") in der Ländergruppe 3, zu der etwa Südamerika oder Asien gehören, zu surfen, zahlt unglaubliche 33,80 Euro pro Megabyte. Verschiedentliche Möchtegern-"Schnäppchen" werden parallel offeriert, die sich aber kein bisschen lohnen - etwa "Tagespakete" mit 50 Megabyte (= ein halbes YouTube-Video) in Europa für 15 Euro. Auch der von der EU-Kommission durchgedrückte "Kosten-Airbag" hilft wenig: Der sorgt nur dafür, dass man sich nach 60 versurften Euro nicht weiter in sein Unglück stürzt, indem die Verbindung einfach gekappt wird.

Was tun gegen diese unfassbare Abzocke? Ganz einfach, man lässt das Roaming bei Datentarifen schlicht links liegen. Es ist in vielen Ländern der Welt nämlich durchaus möglich, als Ausländer eine Prepaid-Karte für mobiles Internet zu erwerben und diese dann in sein Smartphone zu schieben. In der Schweiz kostet etwa eine solche SIM von Orange 10 Franken, wovon man zwei Tage lang (fast) beliebig surfen kann. In Belgien gibt es z.B. Proximus und in Frankreich, England oder Ungarn zahllose andere Anbieter. Damit alles reibungslos klappt, sollte man sich vor der Reise im Netz informieren und dann gleich am ersten Urlaubs- oder Geschäftsreisetag in einen passenden Mobilfunkladen des Aufenthaltslandes gehen. Auch gibt es mittlerweile Software für mobiles Surfen, die entsprechende Listen enthält.

Simlock ist der große Feind

Damit das Ausweichen ins Fremdnetz funktioniert, benötigt man allerdings ein Smartphone oder ein mobiles Modem, das nicht auf das Heimatnetz beschränkt ist. Sogenannte SIM- und Netlocks - also Beschränkungen auf einzelne Karten oder einzelne Netze - sind also der große Feind. Wer kein SIM- und Netlock-freies Smartphone besitzt oder schlicht mit diesem weiter auf seiner deutschen Nummer erreichbar bleiben will, hat jedoch noch eine andere Möglichkeit. Sie hört auf den Namen "Mobile Hotspot" und ist eine Kombination aus Mobilfunk-Empfangsteil und Mini-WLAN-Versorgungsstation.

Die aktuell bekanntesten Geräte sind das Mifi-Modell von Novatel Wireless (250 Euro) sowie Huaweis E5 (150 Euro). Dabei handelt es sich um kleine Kästchen, in die man dann die oben erwähnte Prepaid-Internet-SIM einschiebt. Dann muss man noch in der Weboberfläche des mobilen Hotspots den passenden APN (diesen Zugangspunkt, der oftmals nur aus einem Wort besteht, erfährt man vom Netzbetreiber) und eventuell eine PIN eintragen - fertig. Anschließend aktiviert man das Gerät und hat seine eigene kleine WLAN-Blase aufgebaut. Mit dieser kann man dann etwa ein iPhone oder ein Android-Handy oder einen Laptop versorgen. Die Daten fließen anschließend weiter ins kostengünstige Funknetz des lokalen Anbieters.

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