Von Nullen und Einsen: Urlaub ohne Mobilfunkmafia

kolumneVon Nullen und Einsen: Urlaub ohne Mobilfunkmafia

Bild vergrößern

Mann telefoniert mit seinem Apple iPhone

Kolumne von Ben Schwan

Die EU senkt die Mobilfunkkosten für Auslandsgespräche, doch wer im Urlaub mobil ins Internet geht, muss weiterhin damit rechnen, von seinem Netzanbieter ausgenommen zu werden. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan mit einigen Tipps und Tricks, damit das nicht passiert.

Erst kürzlich hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest einmal mehr gezeigt, wie Mobilfunkanbieter ihre Kundschaft nach wie vor bei Besuchen im Ausland schröpfen - besonders schlimm im ferneren Ausland, aber auch in der EU. Da kann die Europäische Kommission Roaming-Tarife für Sprache und mobiles Internet noch so sehr zu deckeln versuchen (z.B. 41 statt 46 Cent pro Minute Sprachtelefonie!) - die Grundstruktur der Tarife bleibt geradezu grotesk.

So soll man selbst mit EU-Deckelung etwa für ein schlappes Megabyte an Daten, heutzutage ein einzelnes Urlaubsbild, "maximal" 90 Cent plus Mehrwertsteuer berappen müssen - das allerdings erst ab Sommer 2012. Bis 2014 geht es dann auf geradezu milde 50 Cent plus Mehrwertsteuer herunter. Das heißt ganz praktisch: Kauft man sich dann auf seinem iPhone etwa bei iTunes ein 79-Cent-Musikstück, kommen für die drei Megabyte noch 1 Euro 50 (plus Mehrwertsteuer) für den Mobilfunkanbieter dazu - und zwar erst in drei Jahren. Heute blecht man (mindestens) das Doppelte, wenn nicht gar noch viel, viel mehr.

Anzeige

Mickrige Tagespakete

Zwar hat die EU-Kommission mittlerweile eine sogenannte Kostenbremse eingeführt, die ab knapp 60 Euro greift. Doch das Erreichen derselben bedeutet schlicht, dass man dann sein Handy einfach nicht mehr nutzen kann, es gibt keine Flatrate oder Ähnliches. Wenigstens aber bleibt eine noch höhere Rechnung aus.

Zwar bieten die einzelnen Mobilfunkanbieter mittlerweile sogenannte Tagespakete an, mit denen man sich dann im Ausland pro Tag einige freie Megabytes sichern kann, um etwa seine Mails abzurufen. Diese bieten aber nur geringes Volumen, bei Vodafone etwa für 5 Euro mal eben 50 Megabyte, was noch kein YouTube-Video ist. Außerhalb Europas wird es noch deutlich schlimmer: 15 Euro bringen gerade einmal 5 Megabyte - eine Datenmenge, die eine gut gebaute Portalseite mit vielen Bildern verbrauchen kann.

Es gibt Lösungen!

Ich selbst rate deshalb jedem, der mich fragt, zu einer gänzlich anderen Strategie: Ignoriere Deinen lokalen Mobilfunkanbieter beziehungsweise nutze ihn nur für Telefonate, nicht jedoch für das mobile Surfen. Hier kann man derzeit schlicht keinen Blumentopf gewinnen, so sehr Telekom, Vodafone und Co. ihre Urlaubsangebote bewerben. Wer mehr als nur ganz wenig surft, zahlt sich immer noch tot - jeder, der etwa sein Smartphone zur Navigation und für lokale Dienste nutzt, ist schnell über die Pakete drüber.

Es gibt aber Lösungen. Eine gute Idee ist beispielsweise, sich einen mobilen WLAN-Hotspot zu besorgen, wie ihn Huawai oder Novatel Wireless (Mifi) ab knapp 100 Euro anbieten. Diese Geräte tun nichts anderes, als per Mobilfunk eine Internet-Verbindung herzustellen, und dieses Netz dann per WLAN in der Umgebung zu verteilen. So kann dann beispielsweise ein Tablet oder ein Smartphone (oder fast jeder Laptop) versorgt werden, ohne dass diese mit der SIM-Karte des Heimat-Mobilfunkanbieters roamen müssten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%