Vulkanaschewolke: Wissenschaftler: Vulkan speit noch ein paar Tage Asche

Vulkanaschewolke: Wissenschaftler: Vulkan speit noch ein paar Tage Asche

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Asche- und Wasserdampfwolken hängen über dem Vulkan Eyjafjallajokull in Island

Der isländische Vulkan Eyiafjallajokull, dessen Aschewolke derzeit den Flugverkehr über halb Europa lahm legt, kann noch einige Wochen oder sogar Monate weiter Lava spucken. Das sagt Richard Gloaguen, Juniorprofessor für Tektonik an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, der die Vulkaninsel im Atlantik gut kennt. Allerdings erwartet der Wissenschaftler, dass der Ascheausstoß in den nächsten Tagen abnimmt.

Die Asche entstehe, wenn die Lava mit Wasser, Schnee oder Eis in Verbindung komme. Dabei gebe es sogenannte phreatomagmatische Explosionen, bei denen sich die winzigen Lava-Tropfen abkühlen, zu Staub werden und in höhere Luftschichten aufsteigen, wo sie das Fliegen behindern. Wenn irgendwann in den nächsten Tagen das Gletschereis und der Schnee geschmolzen sind, könne die Lava ungehindert abfließen. Dann verschwindet die Aschewolke und auch die Behinderungen für den Flugverkehr dürften abnehmen.

Derzeit ist der Flugverkehr in Europa aber noch massiv behindert. Die Luftfahrtbehörde Eurocontrol rechnet heute europaweit mit 11.000 Flügen, normal sind 28.0000 Flüge. Details zu den Auswirkungen auf den Flugverkehr finden Sie hier.

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Solange der Vulkan weiter aktiv ist, können Wissenschaftler und Behörden dem Naturschauspiel nur machtlos zusehen. Möglichkeiten, den Vulkan in irgendeiner Form zu beeinflussen oder gar zu stoppen, gebe es nicht, sagt Gloaguen. Tatsächlich habe Island in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Dämmen experimentiert, um etwa Lavaströme in bestimmte Richtungen abzuleiten. All diese Vorhaben seien spektakulär gescheitert. „Der Mensch hat hier keine Chance“, sagt der Wissenschaftler.

Sehr gut auf aktuellen Bildern des Vulkanausbruchs zu sehen sind die zwei Wolken, die in den Himmel steigen. Zum einen ist es Gloaguen zufolge eine weiße Wasserdampfwolke, die durch verdampfendes Eis entstehe. Zum anderen sei es die dunkle graue Aschewolke, die aus Lavastaub besteht. In ihr können sich gewaltige Gewitter entladen, auch das mache sie gefährlich.

Aschewolke (dunkle Flächen) Quelle: REUTERS

Aschewolke (dunkle Flächen) über Island in eier Aufnahme der amerikanischen Weltraumbehörde NASA.

Bild: REUTERS

Die Geologen der Freiberger Bergakademie hatten erst vor einem Jahr die Gegend um den Vulkan untersucht, um unter anderem Erdbeben in der Region erforschen. Die Insel liegt genau zwischen eurasischer und amerikanischer Erdlatte. Die Lava in der Gegend sei deshalb sehr heiß und flüssig. Die Gegend rund um den Vulkan ist weitgehend unbewohnt und es gibt nur eine Straße, die durch den Ausbruch nun wahrscheinlich zerstört wird.

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